Medizinforen : Kinderheilkunde
 Anzeige
catchers
(stranger)
28/07/08 19:05
|

Re 2 Fragen bzgl. Impfung und Tetanus

Antwort schreiben

Hallo liebes Cyberdoktor-Team,

erstmal möchte ich mich ganz doll für ihre Antwort bedanken. Sie haben mir damit sehr geholfen.
Heute hat Lukas 1 Jahr) endlich seine erste 6-Fach-Imfpung bekommen -)
Ich bin so überglücklich und zugleich auch erleichtert, dass somit endlich der Anfang gemacht ist.

Er soll dann in zwei Wochen seine zweite 6-Fach-Impfung bekommen. Ist der Abstand auch richtig?
Bei Laura damals war der Abstand zwischen den Impfungen 4 Wochen.
Ich hoffe, dass Sie mir auch hier weiterhelfen können.


Und dann habe ich noch eine Frage.
Und zwar wurde Laura auch am Montag geimpft, gegen Meningokokken C.
Bei ihr ist soweit auch alles gut verlaufen. Nur unter der Einstichstelle ist ein großer roter Fleck Flatschen) zu sehen, der sich irgendwie rauh anfühlt. Laura meinte auch ihr Arm tut weh und das die Stelle juckt.
Ich habe es ein bißchen gekühlt. Was kann ich noch tun? Und wäre dies ein Grund sie nochmal beim Arzt vorzustellen?

Viele Grüße K F



|
Cyberdoktor
(stranger)
04/08/08 18:23
|

Re: Re 2 Fragen bzgl. Impfung und Tetanus

Antwort schreiben

Liebe Katja,

"Heute hat Lukas 1 Jahr) endlich seine erste 6-Fach-Imfpung bekommen -)"
prima!

"Ich bin so überglücklich und zugleich auch erleichtert, dass somit endlich der Anfang gemacht ist."
wir auch.

"Er soll dann in zwei Wochen seine zweite 6-Fach-Impfung bekommen. Ist der Abstand auch richtig?"
das ist nicht richtig. Der Abstand zwischen zwei Impfungen mit dem gleichen Impfstoff sollte klar 4 Wochen betragen, siehe die RKI Empfehlungen (vorige Seite) und die Herstellerinformationen. Der Abstand ist nötig, um dem Immunsystem einen neuen Reiz zu geben, wird die nächste Dosis bereits verabreicht, während der Körper noch mit der letzten Dosis des Impfstoffs arbeitet, verpufft der Effekt der neuen Dosis.

Liegt hier eine Verwechslung vor? Evtl. will der Arzt in zwei Wochen gegen Masern, Mumps Röteln impfen, das wäre OK, auch ohne grösseren Abstand (nur eine Impfreaktion sollte bis dahin abgeklungen sein). Wenn bereits in zwei Wochen erneut mit dem 6fach-Impfstoff geimpft werden soll, kommen uns langsam ernste Zweifel an der Impfkompetenz Ihres Kinderarztes (die wir ja schon angesichts der katastrophalen Verschleppung der ersten Impfung in Frage stellten).

"Und zwar wurde Laura auch am Montag geimpft, gegen Meningokokken C.
Bei ihr ist soweit auch alles gut verlaufen. Nur unter der Einstichstelle ist ein großer roter Fleck Flatschen) zu sehen, der sich irgendwie rauh anfühlt. Laura meinte auch ihr Arm tut weh und das die Stelle juckt."
Juckreiz und Rötungen wären klassische Nebenwirkungen einer Impfung an der Einstichstelle.

"Ich habe es ein bißchen gekühlt."
das kann nicht schaden.

"Was kann ich noch tun? Und wäre dies ein Grund sie nochmal beim Arzt vorzustellen?"
normalerweise nicht, nur wenn sich der Zustand verschlechtert. Bestimmt geht es Ihrer Tochter inzwischen besser. Schreiben Sie uns bitte.

Beste Grüsse und Alles Gute, halten Sie uns auf dem Laufenden

Ihr Cyberdoktor-Team
Haben wir Ihnen geholfen? Dann unterstützen Sie bitte unsere kostenlose Patientenberatung mit einer Online-Spende (geht ganz einfach mit zwei Clicks, auch Kleinbeträge helfen), empfehlen Sie uns auch an Freunde weiter:







|
benzian
(stranger )
19/08/08 14:43
|

Infanrix -IPV +Hib

Antwort schreiben

Sehr geehrte Damen und Herren
Unser Sohn 3 Jahre) wurde mit Infanrix -IPV +Hib geimpft. Erstimpfung)
Leider habe ich erst DANACH gelesen, daß Infanrix -IPV +Hib möglichst nicht bei Kindern, die älter als 36 Monate sind angewendet werde soll.
Warum ist das so? Was kann passieren? Was sind die Alternativen.
Mit freundlichen Gruß
Bernd


|
Cyberdoktor
(stranger)
19/08/08 15:43
|

Re: Infanrix -IPV Hib

Antwort schreiben

Lieber Bernd,

"Unser Sohn 3 Jahre) wurde mit Infanrix -IPV Hib geimpft. Erstimpfung"
Sie haben damit für Ihr Söhnchen den ersten Schritt in Richtung eines sicheren Schutzes gegen Kinderlähmung (IPV=inaktivierte Polio-Vakzine), Keuchhusten (Pertussis), Diphterie, Wundstarrkrampf (Tetanus) Haemophilus influenzae Typ b (HIB) gemacht. Leider etwas spät (d.g. in den vergangenen drei Jahren hätte der Kleine ernst erkranken können) - warum eigentlich? Wenn Sie jetzt aber konsequent weiter impfen, wird der Schutz trotz des des späten Impfbeginns ganz regulär sein.

"Leider habe ich erst DANACH gelesen, daß Infanrix -IPV Hib möglichst nicht bei Kindern, die älter als 36 Monate sind angewendet werde soll."
erstens: Ihr Sohn ist drei Jahre, d.h. trifft genau die 36 Monate. Wenn in der Medizin Altersempfehlungen gegeben werden, dann bedeutet das normalerweise nicht, das bei 37 Monaten plötzlich eine Gefahr besteht, wird genau eine Altersgrenze erreicht, ist das kein Grund zur Panik.

Zweitens: Die Empfehlung wurde gegeben (wir haben da extra beim Hersteller nachgefragt), da in Einzelfällen bei älteren Kindern, die bereits mehrere Impfungen erhalten haben, verstärkte Lokalreaktionen an der Einstichstelle aufgetreten sind, z.B. Rötungen und Schwellungen (normalerweise sind Dreijährige, anders als Ihr Sohn, bereits mehrfach geimpft). Evtl. spielt auch eine Rolle, dass ältere Kinder die Hib Komponente nicht mehr benötigen, da die Erkrankung besonders für kleine Kinder gefährlich ist und man nicht unnötig eine Impfkomponente geben möchte.

Sie müssen sich also keinerlei Sorgen machen, wenn Ihr Sohn die Impfung gut vertragen hat, können Sie einfach - nach Absprache mit dem Kinderarzt - mit Infanrix -IPV Hib weiter machen.

Schreiben Sie uns einfach, ob dem Sohn die nächsten Dosen wie zu erwarten weiter gut bekommen (Fieber, Rötungen, kleine Schwellungen an der Einstichstelle sind aber bei allen Impfstoffen normale Zeichen der Immunabwehr, siehe unsere anderen Beiträge im Themenblock).

"Was sind die Alternativen."
die Impfstoffe gibt es auch in anderen Kombinationen, man könnte theoretisch mit der Infanrix Version ohne -IPV Hib Anteil weitermachen (diese Infanrix Variante hat ausdrücklich keine Einschränkung für 36 Monate). Vom Hib-Schutz profitieren ja eher kleinere Kinder. Man müsste dann aber einen weiteren Extra-Impfstoff für den extrem wichtige Polioschutz (Kinderlähmung) geben, das wäre ein völlig unnötiger Extrapieks. Das scheint zu aufwendig und verursacht eine unnötige Extrainjektion, wir sehen daher keinerlei Vorteile eines Wechsels, kleine Nebenwirkungen sind auch bei den anderen Impfstoffen zu erwarten. Ausserdem würden wir uns eher auf ein gut ausgetestetes bewährtes Impfschema verlassen, als nun sozusagen einen eigenen mehr oder weniger exotischen Impfplan zu entwickeln.

Es gibt übrigens auch für Impfstoffe anderer Hersteller Alterseinschränkungen, z.B. wird empfohlen nach dem vollendeten 5. Lebensjahr PENTAVAC nicht mehr zu verabreichen, da ab diesem Alter (um verstärkte Impfnebenwirkungen zu vermeiden), nur noch Impfstoffe mit reduziertem Diphtherietoxoid-Gehalt verwendet werden sollten. Ein Überschreiten dieser Altersgrenzen um einige Monate ist aber, wenn der behandelnde Arzt einen entsprechenden Nutzen sieht, kein Drama.

Beste Grüsse und Alles Gute, halten Sie uns auf dem Laufenden

Ihr Cyberdoktor-Team
Haben wir Ihnen geholfen? Dann unterstützen Sie bitte unsere kostenlose Patientenberatung mit einer Online-Spende (geht ganz einfach mit zwei Clicks, auch Kleinbeträge helfen), empfehlen Sie uns auch an Freunde weiter:







|
Unbekannt
(Unregistriert)
02/09/08 16:50
|

Masernimpfung mit 9 Monaten?

Antwort schreiben

Hallo,

mein Sohn geb.09.03.08 wird ab Oktober in eine Kindergrippe für 2Tage die Woche gehen.
Der Impfstoff für Masern,.. MMR)ist wohl aber erst ab dem 11. Lebensmonat zugelassen.
In einem aktuellen Schreiben vom Robert Koch Institut habe ich jetzt gelesen, dass eine Impfung im Fall eines Besuches einer Kindertagestätte schon ab dem 9. Lebensmonat möglich ist. Was sagen Sie dazu bzw. welche Nebenwirkungen hätte eine Impfung mit 9 Monaten. Sollte ich besser mit der Impfung warten bis er 11 Monate ist?

Vielen Danke
M.Hausdorf


|
Cyberdoktor
(stranger)
02/09/08 19:03
|

Re: Masernimpfung mit 9 Monaten?

Antwort schreiben

Hallo,

eine wichtige Frage!

"mein Sohn geb.09.03.08 wird ab Oktober in eine Kindergrippe für 2Tage die Woche gehen."
prima, dass Sie sich dann Gedanken über den Impfschutz machen! Krippen sind für Krankheitserreger aller Art ja super Jagdgründe.

"Der Impfstoff für Masern,.. MMR)ist wohl aber erst ab dem 11. Lebensmonat zugelassen."
zugelassen wäre der Impfstoff auch für eine Anwendung vor dem 11. Monat. Nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut sollten alle Kinder die 1. Gabe des Masern-Mumps-Röteln-Impfstoff im Alter von 11-14 (vollendeten) Lebensmonaten erhalten (die 2. Gabe dann im Alter von 15-23 Lebensmonaten).

Der Grund für diese Altersempfehlung: Die Immunantwort von Kindern kann bei einer zu frühen Impfung wegen möglicher Störeffekte durch mütterliche Antikörper nicht ausreichend sein. Es zirkulieren also auch noch Monate nach der Geburt schützende Antikörper der Mutter im Blut des Kindes (Nestschutz), vorausgesetzt, dass die Mutter immun, also gegen die Erkrankung geimpft ist oder einmal erkrankt war. Diese Antikörper könnten die Impfviren ausschalten, so dass der Körper des Kindes keine Gelegenheit hat, einen eigenen Schutz aufzubauen. Es wird davon ausgegangen, das vor dem 9. Monat mütterliche Antikörper in grösserer Anzahl vorhanden sind und stark stören, daher der Zeitpuffer 10/11 Monat. Nach dem 11. Monat sind die Antikörper der Mutter sicher vom Kind abgebaut.

In speziellen Fällen, z.B. wenn es einen Masernausbruch gibt, oder ein Kind bereits sehr früh in eine Krippe gebracht wird, kann aber tatsächlich ohne Probleme bereits im 9. oder 10. Monat geimpft werden. Dann wird aber eine zweite Dosis Impfstoff 3 Monate nach der ersten Dosis empfohlen (für den Fall, dass doch mütterliche Antikörper die Impfviren neutralisiert haben).

Man impft daher nicht jedes 9 Monate altes Kind, dies ist aber normalerweise kein besonderes Risiko, da die meisten Kleinkinder erst später Kontakt mit einer grösseren Anzahl Kindern haben, kann man in der Regel die zwei Monate bis zum vollendeten 11. Monat abwarten. Wenn das Kind wie Ihr Sohn in eine Krippe geht ist eine Impfung aber sinnvoll!

"In einem aktuellen Schreiben vom Robert Koch Institut habe ich jetzt gelesen, dass eine Impfung im Fall eines Besuches einer Kindertagestätte schon ab dem 9. Lebensmonat möglich ist. Was sagen Sie dazu"
ist sinnvoll.

" bzw. welche Nebenwirkungen hätte eine Impfung mit 9 Monaten."
es gibt nur die üblichen Impfnebenwirkungen, die auch bei Einjährigen auftreten.

"Sollte ich besser mit der Impfung warten bis er 11 Monate ist? "
die Impfkommission sagt: Steht bei einem Kind die Aufnahme in eine Kindereinrichtung an, kann die MMR-Impfung auch vor dem 12. Lebensmonat, jedoch nicht vor dem 9. Lebensmonat erfolgen.

Wir würden der RKI Empfehlung folgen und vorzeitig impfen. Man sollte kein Risiko eingehen, es gibt sonst eine mehrmonatige Impflücke, in der die Erreger bei Krippenbesuch eine Chance für eine Infektion haben.

Beste Grüsse

Ihr Cyberdoktor-Team
Haben wir Ihnen geholfen? Dann unterstützen Sie bitte unsere kostenlose Patientenberatung mit einer Online-Spende (geht ganz einfach mit zwei Clicks, auch Kleinbeträge helfen), empfehlen Sie uns auch an Freunde weiter:







|
1anko234
(stranger )
14/09/08 14:48
|

Impfnebenwirkungen

Antwort schreiben

Mein 12 Monate alter Sohn hat nach der 3. Impfungung mit Prevenar und Pentavac im Alter von 5 Monaten beide Impfungen am gleichen Tag) mit Fieber bis 39,5 Grad und ca 3 Stunden andauerndem Weinen reagiert. Er war nach ca 24 Stunden wieder fieberfrei und der Alte. Nach den ersten 2 Impfungen mit Pentavac und Prevenar ging es ihm gut. Nun soll er bald die 4. Dosis der o.g. Impfstoffe bekommen. Sind die Nebenwirkungen ein Grund, von den Impfungen abzusehen, die beiden Impfstoffe an getrennten Tagen zu verabreichen, vorbeugende Sicherheitsmaßnahmen?
Viele Dank für ihren Rat. Angela


|
Cyberdoktor
(stranger)
14/09/08 15:13
|

Re: Impfnebenwirkungen

Antwort schreiben

Liebe Angela,

"Mein 12 Monate alter Sohn hat nach der 3. Impfungung mit Prevenar und Pentavac im Alter von 5 Monaten beide Impfungen am gleichen Tag) mit Fieber bis 39,5 Grad"
prinzipiell ist Fieber nichts Schlimmes (auch nicht nach Impfungen), sondern eine Reaktion des Körpers auf Krankheitserreger, denen durch die hohen Temperaturen das Leben schwer gemacht werden soll. Krankheitserreger (als abgeschwächte Variante oder Bruchstücke) werden dem Körper bei einer Impfung zugeführt, daher ist Fieber zu erwarten.

Natürlich schwächt Fieber über einen längeren Zeitraum auch dem Körper- wir fühlen uns schlapp und müde. Deshalb verabreicht man, um den Organismus nicht zu überfordern- bei länger bestehendem Fieber- fiebersenkende Medikamente (begleitend oder alternativ haben sich auch die berühmten Wadenwickel bewährt). Wie lange man also Fieberschübe akzeptieren kann, hängt vor allem vom Allgemeinbefinden ab. Bei einem Kind, welches trotz Fieber lustig spielt, länger, als bei einem, welches lethargisch im Bett liegt und nicht spielen will. Nach Impfungen sollte der impfende Arzt die Eltern am besten gleich auf die Nebenwirkung Fieber vorbereiten und ein Rezept für fiebersenkende Mittel mitgeben.

" und ca 3 Stunden andauerndem Weinen reagiert."
Eltern und Ärzte kennen das, der Arztbesuch mit Pieks, dann noch vermutlich ein gewisses Unwohlsein durch die aktivierte Krankheitsabwehr führen dazu, dass Kinder nach der Impfung knatschig sein können, drei Stunden wäre da nicht ungewöhnlich. Auch darauf sollte der Arzt direkt bei der Impfung hinweisen.

"Er war nach ca 24 Stunden wieder fieberfrei und der Alte."
prima, also ein ganz normaler Verlauf.

" Nach den ersten 2 Impfungen mit Pentavac und Prevenar ging es ihm gut. Nun soll er bald die 4. Dosis der o.g. Impfstoffe bekommen. "
prima, machen Sie das.

"Sind die Nebenwirkungen ein Grund, von den Impfungen abzusehen"
überhaupt nicht, das waren ja absolut übliche und zu erwartende Nebenwirkungen. Ein Verzicht auf die vollständige Gabe aller Dosen wäre ein viel zu grosses Risiko für Impflücken, die Anzahl der Dosen ist so festgelegt, dass ein Schutz erst nach der letzten Dosis wirklich sicher ist.

", die beiden Impfstoffe an getrennten Tagen zu verabreichen"
nein, zweimal Stress, zweimal Knatsch, das lohnt nicht.

"vorbeugende Sicherheitsmaßnahmen?"
geben Sie einfach nach Absprache mit dem Arzt fiebersenkende Zäpfchen, die auch evtl. Schmerzen beseitigen (Wirkstoff Paracetamol), wir sind bei einer echten Infektion keine Freunde von vorschnellen fiebersenkenden Massnahmen und sagen, dass ein Tag normalerweise Fieber nicht schadet (da das Fieber ja wie gesagt Erreger bekämpft), nach einer Impfung muss ein Kind aber wirklich nicht an unnötigem höherem Fieber (39,5 ist höheres Fieber) leiden, man kann da direkt etwas geben. Ansonsten reicht es, dem Kleinen nach der Impfung etwas Ruhe zu gönnen und angemessen aufmerksam zu sein.

Schreiben Sie uns bitte , wie die nächsten Impfungen verlaufen.

Beste Grüsse und Alles Gute, halten Sie uns auf dem Laufenden

Ihr Cyberdoktor-Team
Haben wir Ihnen geholfen? Dann unterstützen Sie bitte unsere kostenlose Patientenberatung mit einer Online-Spende (geht ganz einfach mit zwei Clicks, auch Kleinbeträge helfen), empfehlen Sie uns auch an Freunde weiter:







|
Unbekannt
(Unregistriert)
01/10/08 13:17
|

Re Masernimpfung mit 9 Monaten?

Antwort schreiben

Hallo liebes Team,

danke für die ausführliche Antwort. Ich war jetzt beim Kinderarzt und der meinte es sei keine zweite Impfung nach drei Monaten erforderlich, wenn ich meinen Sohn mit dem vollendeten 9.Monat impfe. Ich bin gegen Masern geimpft.

Ist das auch ok oder kann es dann sein, das mein Sohn am Ende gar keinen Schutz hätte??

Viele Grüße
M.Hausdorf



|
Cyberdoktor
(stranger)
02/10/08 10:31
|

Re: Re Masernimpfung mit 9 Monaten?

Antwort schreiben

Hallo,

"Ich war jetzt beim Kinderarzt und der meinte es sei keine zweite Impfung nach drei Monaten erforderlich, wenn ich meinen Sohn mit dem vollendeten 9.Monat impfe."
woher hat der Kinderarzt bloss diese Auffassung? Hoffentlich ist das nur ein Missverständnis. Unsere Empfehlung orientiert sich an den Leitlinien der Experten des Robert-Koch-Instituts, ein niedergelassener, nicht in der Forschung tätiger Kinderarzt sollte da wirklich keine eigenen Pläne entwickeln. Evtl. hat der Arzt noch die Tatsache im Kopf, dass vor dem 9 Monat besonders viele Antikörper zu finden sind.

Es gilt aber, was wir in unserem Beitrag oben gesagt haben: wenn vor dem 12. Monat geimpft wird, ist es egal, ob eine Impfung mit dem vollendeten 9. Monat oder erst im 10. Monat vorgenommen wird, die genannte Folgeimpfung aus Sicherheitsgründen 3 Monate nach der ersten Dosis ist so oder so zwingend notwendig. Man möchte nicht das Risiko eingehen, dass Restmengen mütterlicher Antikörper stören.

Zitat Robert-Koch-Institut:
"Nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) kann die MMR-Impfung auch schon vor dem 12.Lebensmonat, jedoch nicht vor dem 9.Lebensmonat erfolgen[...]Sofern vor dem 12. Lebensmonat geimpft wird, muss die Impfung bereits zu Beginn des 2. Lebensjahrs wiederholt werden, da persistierende maternale Antikörper im 1. Lebensjahr die Impfviren neutralisieren können." (Stand Aug. 2007). Das RKI beantwortet keine Patientenfragen (der Arzt kann dort aber anrufen), hat aber häufig gestellte Fragen zusammengestellt (auf der Webseite in der Rrubrik Infektionsschutz > Impfen > FAQ).

Reden Sie erneut mit dem Arzt, lässt sich das Missverständnis nicht ausräumen, sollten Sie einen weiteren Kinderarzt hinzuziehen (z.B. in einer Kinderklinik, dort dürfte das Fortbildungsniveau entsprechend sein). Schreiben Sie uns!

"Ich bin gegen Masern geimpft."
dann dürften Sie dem Sohn für die ersten Monate Antikörper mitgegeben haben.

"Ist das auch ok"
nein. Der Verzicht auf die Folgeimpfung ist nicht OK.

" oder kann es dann sein, das mein Sohn am Ende gar keinen Schutz hätte?? "
ein eingeschränkter Schutz wäre möglich. Dieses Risiko sollte man nicht eingehen.

Beste Grüsse

Ihr Cyberdoktor-Team
Haben wir Ihnen geholfen? Dann unterstützen Sie bitte unsere kostenlose Patientenberatung mit einer Online-Spende (geht ganz einfach mit zwei Clicks, auch Kleinbeträge helfen), empfehlen Sie uns auch an Freunde weiter:







|
Weitere Seiten:   1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 |