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Urologie

Scheidenschmerzen seit 6 Jahren - OP Angst

von Unbekannt , 16.02.10 05:49
Hallo
Ich bin 24 Jahre alt und habe mittlerweile seit fast sechs Jahren mittelmäßige Schmerzen in der Scheidenregion. Es ist eine recht lange Geschichte, die ich mit all ihren bisherigen Stationen einmal erklären will, um mir eine zweite Meinung einzuholen.

Mit 18 hatte ich das erste Mal Geschlechtsverkehr - 4 Monate lang lief alles super und unproblematisch Kondomverhütung), dann entschied ich mich die Pille zu nehmen Belara). Etwa zwei Montae später traten die ersten Probleme auf Ein unangenehmes, zuerst nur leichtes brennendes Gefühl beim GV im vorderen Bereich der Scheide. Ich ging zu meinem Frauenarzt, der checkte die Geschichte gründlich durch, fand einen kleinen Pilz, der erfolgreich behandelt wurde, sonst nichts. Von dieser erfolgreichen Behandlung gingen die Schmerzen aber leider nicht weg - Der Arzt meinte allerdings an der Pille könne es nicht liegen. Die Schmerzen wurden stetig schlimmer. Nach einem weiteren Monat war es so, dass nach recht schmerzhaftem GV die Scheide annähernd zuschwoll - abduschen verhalf zu geringer Besserung. Wieder zum selben Frauenarzt - der fand nichts und meinte, es sei psychisch. Hm, naja - ich habe eigentlich keinen Grund gehabt da plötzlich irgendwelche psychischen Probleme zu haben, war immernoch der selbe Freund, alles war klasse, nur dieses dumme Brennen war eben da.

War dann nachdem ich am Folgetag versuchten GV gehabt hatte beim Hautarzt. Wurde da etwas intensiver untersucht als beim Frauenarzt. Die beiden Hautärzte waren recht interessiert und sprachen von deutlicher Rötung und Hautablösung ? - wenn ich das richtig in Erinnerung habe). Ich habe da reininterpretiert, dass die Symptome vermutlich deutlicher waren, da ich es wieder einmal versucht hatte mit meinem Freund zu schlafen. Die beiden Hautärzte Gemeinschaftspraxis)zumindest schienen von dem ungewöhnlichen Fund ganz begeistert und wollten mir eine Fläche von einem Quadratzentimeter als Probe nehmen. Ich muss sagen, ich war da etwas schockiert. Vermutlich wäre es vernünftig gewesen da sofort an sich herumschnippeln zu lassen, aber ich bin nach Hause gegangen und war nie wieder in der Praxis Ich hatte schon ziemliche Angst, muss ich gestehen).

Ich hab die Geschichte dann erstmal ~2 Jahre ruhen gelassen. Gar kein Sex mehr, ich habe dann einfach mal die Pille abgesetzt, der ich der Schuld gab damals. - Beziehung ging irgendwann in die Brüche allerdings andere Gründe).

Neuer Freund, ebenfalls ein sehr verständnisvoller junger Mann. Im ersten Jahr einige Male mit Kondom schmerzhaften Sex gehabt Pille absetzen hatte nichts gebracht). Ich hab dann wieder die Pille genommen für etwa 4 Monate und sie dann wieder abgesetzt, weil es eh nichts brachte -> zu große Schmerzen. Es war danach immer ein Gefühl, als würden die kleinen Schamlippen oder noch einen Fingerbreit tiefer im Innern komplett zuschwellen). Haben dann den Sex abgesetzt - sozusagen. Zu dieser Zeit ging es mir dann immer schlechter -> beim Allgemeinarzt durchchecken lassen, Diagnose Hashimoto Thyreoiditis. Ich befürchte son bisschen, dass mein Hormonrumgespiele mit der Pille da eventuell nicht ganz Unschuld daran ist, dass ich das bekommen hab. Nachdem ich meine Schilddrüsenhorme bekommen hatte, gings mir wieder besser. Es ging also Bergauf und ich startete einen neuen Versuch bei einem anderen Hautarzt Der sagte, er könne auf den ersten Blick nichts sehen. Auf den zweiten Blick sprach er von einer leichten Rötung und der Möglichkeit einer immer anhaltenden Allergie gegen irgendwas. Er verschrieb mir nur Xusal. Ich muss gestehen, die hab ich nur eine Woche genommen, irgendwie ging ich mit der Diagnose nicht so konform). Mittlerweile brannte es auch schon beim Wasserlassen ab und zu. Deshalb auch nochmal bei zwei Ärzten gewesen. Der Frauenarzt sagte, ich hätte ein Steinchen in der Blase - schickte mich zur Urologin. Die meinte aber da wäre nichts, und ich soll mir mal ne Wärmflasche auf die Blase legen.

Sind dann umgezogen mittlerweile war ich seit 3 Jahren mit dem neuen Freund zusammen - ohne Sex -> besser geworden ist es aber nicht, eher immer schlimmer). Neue Hausärztin, endlich mal eine, die sehr kompetent schien. Sie klärte mich mal weitgehend über Hashimoto auf, passte meine Hormondosis an und schickte mich zu einer kompetenten Frauenärztin. Die hörte sich meine Geschichte an, untersuchte mich - und siehe da, sie sagte soviel wie Das ist auf keinen Fall psychisch, es ist zwar keine Schwellung zu erkennen, aber eine Rötung, scheint ein Problem der Drüsen zu sein. Steht auch in der Literatur. Das Problem ist.. es gibt da keine gängigen Behandlungsmethoden. Sie ließ mich dann in ihr Buch gucken, wo wirklich nichts sonderlich Erfolgversprechendes drinstand. Nur operativer Eingriff mit fragwürdigem Nutzen. Den Namen der Krankheit hab ich leider vergessen. Ich weiß nur noch, dass er im Buch mit V anfing und sehr lang war. Und Vulvitis war es meine ich nicht.

Gut, diese Frau verwies mich dann zu einer präoperablen Sprechstunde in einem Krankenhaus zu einem ihr bekannten Arzt. Allerdings hatte ich drei Monate Wartezeit, da die gerade auf dieses Lasergerät warteten, womit sie wohl meine Scheidendrüsen wegmachen wollten. Die drei Monate wären im Oktober 2009 abgelaufen... Ich muss sagen, ich habe wahnsinniges Muffensausen.

Um die Schmerzen noch einmal besser zu beschreiben Brennen im Scheideneingang, mittlerweile beinahe immer Sexversuche seit Jahren endgültig aufgegeben, aber immerhin mein Freund ist geblieben. D), wenn man mit dem Finger tastet, kann man feststellen, dass ein leichter Druck auf beide Seiten der Scheideneingangswand schon schmerzt. Links aber weitaus schlimmer als rechts. Tamponbenutzung tut auch weh. Was auch etwas peinlich ist... Wenn ich erregt bin und feucht werde, fängt besonders die linke Seite fürchterlich an zu brennen - automatisch. Als würde es diese Drüse nicht verkraften Sekret auszuscheiden. Das heißt lange bleibt die Erregung nicht, der Schmerz ist einfach zu krass in dem Moment. Heute habe ich nochmal getastet und ich meine da sind auch so kleine Knoten jeweils an der Seite. Oder sind die normal?
Weiter hinten in der Scheide kann ich übrigens problemlos drücken und fühlen, tut kein bisschen weh. Das ist nur im Eingangsbereich so. Das Wasserlassen brennt auch sehr oft. Zusätzlich mischt sich dazu meistens noch ein stechender Schmerz im Unterbauch Blase?), der auch ab und zu so kommt.

Was soll ich also machen?
Also ich laufe damit jetzt ja schon über ein halbes Jahrzehnt herum. Mein Freund verhält sich zwar 1A, aber irgendwie ist und bleibt die ganze Schmerzgeschichte und praktisch permanentes Unwohlsein auf gut deutsch bescheuert. Mein Problem
- Ich hab Angst vor der Vollnarkose Kommt die bei sowas?). - Ich hab Angst vor dem Eingriff an sich Nachschmerzen oder so - gut wär auch kein Unterschied zu jetzt, aber es geht ja immer schlimmer). - Angst, dass es nichts bringt in dem Buch der Ärztin war es so beschrieben, als sei es eine MEthode auf gut Glück). - Angst davor, dass die Scheide dann kein bisschen mehr feucht wird. Ich meine... wenn die Drüsen weg sind, die das Ganze anfeuchten....

Ich hoffe hier vielleicht einige Tipps und mal in Ruhe die Sicht von anderen Medizinern zu erfahren Beim Arzt vergisst man immer die Hälfte vor Aufregung).

Gruß,
D.

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Re: Scheidenschmerzen seit 6 Jahren - OP Angst

von Cyberdoktor , 16.02.10 10:15
Hallo,

"Etwa zwei Montae später traten die ersten Probleme auf Ein unangenehmes, zuerst nur leichtes brennendes Gefühl beim GV im vorderen Bereich der Scheide."
das sind sehr häufige Beschwerden, siehe die anderen Beiträge in diesem Themenblock.

"Ich ging zu meinem Frauenarzt, der checkte die Geschichte gründlich durch, fand einen kleinen Pilz, der erfolgreich behandelt wurde, sonst nichts."
in der Tat verursachen auch Pilze derartige Symptome.

" Der Arzt meinte allerdings an der Pille könne es nicht liegen."
diese pauschale Aussage ist seltsam, es ist sehr wohl möglich, dass bei einigen Frauen die Antibabypille über eine Änderung des Scheidenmilieus brennende Missempfindungen auslösen kann.

"abduschen verhalf zu geringer Besserung."
viele Frauen greifen zu dieser Notlösung.

"Wieder zum selben Frauenarzt - der fand nichts und meinte, es sei psychisch."
häufig verschlimmern sich derartige Symptome bei psychischen Belastungen / Stress, der Hinweis des Arztes war also nicht ganz falsch. Zunächst sollte er aber auch z.b. hormonelle Ursachen ausschliessen.

"War dann nachdem ich am Folgetag versuchten GV gehabt hatte beim Hautarzt. Wurde da etwas intensiver untersucht als beim Frauenarzt. Die beiden Hautärzte waren recht interessiert und sprachen von deutlicher Rötung und Hautablösung ? "
naja, nach einem Geschlechtsverkehr kann es durchaus zu Rötungen und Hautabschürfungen kommen, generell ist eigentlich ein Frauenarzt der richtige Ansprechpartner.

"und wollten mir eine Fläche von einem Quadratzentimeter als Probe nehmen."
so geht das nicht, Sie sollten lieber einen weiteren Frauenarzt aufsuchen. Vor einer OP ist eine zweite Meinung angemessen.

"ich habe dann einfach mal die Pille abgesetzt, der ich der Schuld gab damals."
durchaus möglich, siehe oben.

"Ich befürchte son bisschen, dass mein Hormonrumgespiele mit der Pille da eventuell nicht ganz Unschuld daran ist, dass ich das bekommen hab."
keinesfalls, kein Zusammenhang!

"Zu dieser Zeit ging es mir dann immer schlechter -> beim Allgemeinarzt durchchecken lassen, Diagnose Hashimoto Thyreoiditis. .. Nachdem ich meine Schilddrüsenhorme bekommen hatte, gings mir wieder besser."
kann auch Auswirkungen auf den Zustand der Haut und Schleimhäute haben.

"Mittlerweile brannte es auch schon beim Wasserlassen ab und zu. Deshalb auch nochmal bei zwei Ärzten gewesen."
sinnvoll.

" schickte mich zur Urologin. Die meinte aber da wäre nichts, und ich soll mir mal ne Wärmflasche auf die Blase legen."
kann helfen, die Kontrolle war aber wichtig (um Infektionen auszuschliessen).

" aber eine Rötung, scheint ein Problem der Drüsen zu sein...Den Namen der Krankheit hab ich leider vergessen. Ich weiß nur noch, dass er im Buch mit V anfing und sehr lang war."
es ist wie gesagt stets möglich, dass sich die Scheidenschleimhaut durch eine hormonelle Fehlsteuerung entzündet (evt. dann auch die Drüsen in diesem Bereich), die Erkrankungen haben dann z.B. Namen wie Vulvadystrophie, Vulvovaginitis). Fragen Sie die Frauenärztin nach der genauen Diagnose.

"Gut, diese Frau verwies mich dann zu einer präoperablen Sprechstunde in einem Krankenhaus zu einem ihr bekannten Arzt. Allerdings hatte ich drei Monate Wartezeit, da die gerade auf dieses Lasergerät warteten, womit sie wohl meine Scheidendrüsen wegmachen wollten."
seltsam, vor einer OP sollten Sie ganz genau wissen, wie Ihre Diagnose lautet.
Wenn Sie von Scheidendrüsen reden, kann man an eine Bartholinitis denken.

"Heute habe ich nochmal getastet und ich meine da sind auch so kleine Knoten jeweils an der Seite. Oder sind die normal?"
gewisse derbe Strukturen können normal sein, aber das muss der Frauenarzt kontrollieren.

"Was soll ich also machen?"
lassen Sie sich eine genaue Diagnose geben.

"- Ich hab Angst vor der Vollnarkose Kommt die bei sowas?)."
wir wissen nicht, welche OP geplant ist.

"Angst davor, dass die Scheide dann kein bisschen mehr feucht wird. Ich meine... wenn die Drüsen weg sind, die das Ganze anfeuchten...."
man geht davon aus, das für die Befeuchtung der Vagina keine einzelne Drüse verantwortlich ist, sondern eine Flüssigkeitsabsonderung aus den oberflächlichen Blutgefässen in der Scheidenwand.

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Re: Scheidenschmerzen seit 6 Jahren - OP Angst

von Unbekannt , 06.06.12 15:22
Hallo,

vor zwei Jahren hatte ich hier geschrieben, wie schnell die Zeit vergangen ist. Mittlerweile weiß ich genau, wie meine Diagnose lautet: Vestibular Adenitis.

Ich habe es immernoch nicht operieren lassen, meine Gynäkologin schlägt vor, dass ich es mal mit Homöopathie versuchen soll.

Man findet im Internet recht wenig Informationen zu dieser Krankheit. Um was genau handelt es sich?
Manchmal ließt man von einer chronischen Entzündung der Schleimhäute, manchmal von einer Entzündung der Drüsen. Gibt es irgendeinen bekannten Spezialisten in Deutschland, der sich ausreichend mit dem Thema befasst hat oder vielleicht ein Buch, das zu empfehlen ist?
Ich würde mich einfach gerne schlau machen.

Außerdem habe ich mittlerweile die Diagnose eines Gendefekts des Filaggrin-Gens. Laut meiner Hasuärztin ist das vielleicht nicht ganz unschuldig an meinen vielen Allergien, meiner Autoimmunerkrankung (Schilddrüse) und meinen diversen unterschiedlichen Hautproblemen, die kommen und gehen (Rosazea, alle Jubeljahre Neurodermitis-Schub, aquagene Urticaria..).

Was kann ich nur machen?
Ich bin nach über 7 Jahren zwar immer noch mit dem gleichen verständnisvollen Mann zusammen - ohne richtigen Geschlechtsverkehr, wir heiraten sogar im August, aber trotzdem..
Welche Maßnahmen sind sinnvoll?
Gibt es Tipps - von mir aus auch Hausmittel?

Danke und einen lieben Gruß.

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Vestibular Adenitis

von sarahistegal , 01.07.12 22:20
Hallo liebe D.
schön Dich gefunden zu haben. Ich leider unter den gleichen Problemen wie du. Nicht so lange aber auch schon nun das zweite Jahr und ich muss zugeben es ist mittlerweile zu einer sehr starken Belastung geworden.
Können wir uns vielleicht mal austauschen ? Mich würde Interessieren was genau Vestibular Adenitis ist und wie es bei Dir alles weiter geht?

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Vestibular Adenitis

von Cyberdoktor , 02.07.12 07:48
Hallo,

"Mich würde Interessieren was genau Vestibular Adenitis ist"
hört sich geheimnisvoll an, es handelt sich aber einfach um eine (meist schmerzhafte, dann auch oft als Vulvodynie bezeichnet) Entzündung von Drüsen- bzw. Schleimhautgewebe im Bereich des Scheidenvorhofs (Vestibulum vaginae).

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Re: Scheidenschmerzen seit 6 Jahren - OP Angst

von Unbekannt , 12.01.17 01:05
Hallo,
Ich leide auch an der Krankheit seit ca 11 Jahren. Nur leider wurde sie erst vor gut 4 Monaten entdeckt. Anfangs musste ich die betroffene Stelle cremen und vor nun gut 7 Wochen haben wir uns entschieden die Drüsen operativ zu entfernen. Die Op an sich verlief gut, nur war das Areal unter den Drüsen schon ziemlich stark verändert, so dass dies auch mit entfernt werden musste. Ich bin überzeugt, dass die Op vieles verändert.
Ich hoffe bei dir ist es mittlerweile auch besser geworden. Lg

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