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Urologie

Chlamydien (häufige Fragen)

von Unbekannt , 02.07.15 11:33
Hallo liebes Team,

ich habe ebenfalls eine Frage zu dem Thema Chlamydien. Ich weiß nicht, ob die gleiche Frage schon einmal gestellt wurde, aber ich habe keinen Nerv zu suchen. Bitte antworten Sie mir auf diesen Text. DANKE

Mein Partner und ich waren länger getrennt. ich habe in dieser Zeit keinen anderen Sexualpartner gehabt. Er hatte eine Frau⁄Freundin, je nachdem wie man es sehen will. Nach einer langen Zeit haben wir uns wieder getroffen und hatten Sex. insgesamt haben wir 2 Mal miteinander geschlafen. Nach 2 Wochen habe ich die Frau zufällig mal gesehen (mir wurde auch einiges erzählt) - kurz um, ich bin zu meiner FÄ, da ich ein komisches Gefühl hatte und diese Frau als dreckig ansah. ich habe auch etwas gespürt (man kennt ja seinen Körper).

Nach 6 Tagen kam der Befund - POSITIV AUF CHLAMYDIEN -. Meine FÄ meinte, dass ich meinen Partner informieren muss, da er diese Bakterien auch haben kann.
Mein Partner ist auch gleich zum Urologen gegangen. (wir haben im Moment keinen Kontakt) ich habe ihm gesagt, dass diese Bakterien nicht von mir kommen, da ich 100% treu war. Nach einer Woche habe ich mal nach gefragt, was der Befund sagt und er meinte, dass der Befund NEGATIV sei. Wie kann das sein? er hat mich doch ca. 3 Wochen (vor dem Test) angesteckt. So schnell ist der Selbstheilungsprozess des Körpers doch auch nicht? Definitiv hat er die Bakterien, da ich sie ja auch habe. Er meinte, es wurde alles getestet und er ist kerngesund, wolle mit mir aber nichts mehr zu tun haben - ich gehe davon aus, dass er meint, ich hätte mir diese Bakterien von jmd anderem geholt.

Meine Fragen: 1. Kann es tatsächlich sein, dass mein Partner nach der kurzen Zeit KEINE Chlamydien Infektion (mehr) hat? (ich glaube, er lügt mich an) und 2. werden diese Bakterien tatsächlich NUR durch Sex übertragen? 3. Kann es sein, dass er mich zwar angesteckt hat, selbst aber verschont wurde?
Diese Situation macht mich echt fertig, da ich weiß, dass ich in den letzten 5 Jahren NUR mit dem selben Partner intim war und ich bis zu dem Abstrich vor 3 Wochen NIEMALS (Geschlechtskrankheit) etwas hatte

Ach ja, ich habe bereits eine 10-tägige Antibiotika Behandlung mit 1x1 200mg Doxy hinter mir. Demnächst muss ich zur Kontrolle. ich denke, ich bin geheilt.

Ich danke Ihnen im Voraus für Ihre Hilfe
MfG, Gast

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Re: Chlamydien (häufige Fragen)

von Love10 , 30.10.15 20:07
Hallo bei mir wurden auch chlamydien festgestellt beim frauenarzt hab mein freund mit therapieren lassen ohne ihn kontrollieren zu lassen .nun meine frage ist ..ich und mein Freund sind seid 14 Tagen in Behandlung mit doxyclin 200

Gestern nahmen wir die letzte zusammen ein wir habe sie am gleichen tag angefangen und durchgezogen ..

Haben aber am Wochenende und unter der Woche Sex gehabt miteinander ohne Kondom
Weil ich gedacht hatte wir lassen uns eh zusammen behandeln passiert schon nix hab dann aber heute mal gegoogelt und gelesen das es keine gute Idee War nun meine frage lass mich am 11.11 wieder nachkontrolieren .. ist es ehrlich so schlimm miteinander zu schlafen ohne Kondom obwohl wir beide die Therapie zur gleichen Zeit machen ?

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Re: Chlamydien (häufige Fragen)

von Love10 , 30.10.15 20:24
Kann man wenn beide Partner 2 Wochen behandelt wurden mit doxyclin 200 gleichzeitig angefangen und beendet haben ohne Kondom Sex haben ? Oder während der Therapie ? Ich mein werde ja beide behandelt ..

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Re: Chlamydien (häufige Fragen)

von Polyamorer , 27.08.17 12:59
Hallo großartiges Cyberdoktor-Team,

ich habe jetzt ca. 35 der 56 Seiten hier gelesen, viele Fragen beantwortet bekommen, habe aber aufgrund einer ungewöhnlichen Situation noch ein paar originelle offene.

Mein Hintergrund, der für die Beantwortung einiger Fragen relevant sein könnte:
Ich lebe seit knapp 7 Jahren in einer polyamoren, offenen Ehe. Sowohl meine Frau als auch ich haben zwei weitere feste Partner, ich seit fast 5 Jahren, sie eine seit 3 Jahren und eine seit 8 Monaten - alles vernünftige, vorsichtige und verantwortungsvolle Menschen.

Eine meiner Partnerinnen hat noch einen weiteren Partner, der ebenfalls weitere Partnerinnen hat usw.

Die meisten von uns haben auch noch andere erotische Begegnungen, zum Teil in Swinger-Clubs.

Außerhalb unserer festen Partnerschaften benutzen wir für den GV konsequent Kondome, Oralverkehr ohne.

Uns ist das Restrisiko einer oralen Übertragung von allerlei STIs bewusst (gegen alles Impfbare sind wir geimpft). Bis vorletzte Woche waren wir aber über allerlei STIs (Übertragungswege, Diagnostik, Therapie) nur sehr oberflächlich informiert,

Letzte Woche habe ich 6 Tage nach einem Swingerclub-Besuch mit einer meiner Partnerinnen und 4 Tage nach einem ebensolchen mit meiner anderen Partnerin eine Harnröhreninfektion bekommen. Nach zwei Tagen leichtem aber stärker werdenden Brennen habe ich am Samstag einen Hausbesuch von einem Notfall-Arzt gehabt, der aufgrund eines Urinteststreifens Urethritis diagnostizierte und Cefuroximaxetil verschrieb. Chlamydien schloss er aus, weil ich ja verheiratet sei, und ich habe den Fehler gemacht, ihn nicht aufzuklären.

Als es nicht besser wurde, bin ich mit meinem Morgen-Urin Montag zum Urologen (einem erfahrenen, älteren Mann), der vage von meinem Lebenswandel weiß. Na, da haben Sie sich ja etwas Schönes eingefangen, schwadronierte er zur Begrüßung, im Mikroskop ganz klar Diplokokken und ein paar andere Bakterien.

Ich bin ziemlich sicher, dass er auch meinte, dass es wahrscheinlich Gonokokken wären. Schock
Die Partner müssten alle mitgehandelt werden und er verschrieb mir Doxycyclin, erster Tag 2x1, dann 10 Tage 1x1.

Keinen Abstrich zu machen verkaufte er mir - ohne überhaupt von Abstrich und dem diagnostischen Gewinn zu sprechen - mit sie wollen doch nicht, dass ich mit einem Bügel in ihrer Harnröhre rummache?

Mit einem für mich klaren Gonokokkenbefund ging ich nach Hause und informierte meine Partner.

Ich las dann in den Leitlinien nach, dass Doxycyclin für Gonokokken nicht die erste Wahl ist. Aus einem weiteren E-Mail-Austausch mit dem Urologen wurde ich nicht schlau und bin am nächsten Tag zum Hautarzt, der mir auf die von mir wahrgenommene und berichtete Aussage seines Kollegen Cefixim 800mg und Azithromycin 1500mg Einmaldosen verschrieb.

Die nahm ich, mir wurde schlecht und ich hatte eine Durchfallattacke, nach etwas zu Essen war es aber wieder gut.

Inzwischen hatte mir der Urologe geschrieben, dass er gar nie von Gonokokken gesprochen hätte und wir einfach den Testbefund abwarten müssten. Ich solle weiter Doxycyclin nehmen, was ich dann einen Tag später wieder tat. (Den Besuch beim Hautarzt hab ich ihm verschwiegen, weil er schon auf ein paar einfache Nachfragen eher beleidigt-schwadronierend reagierte. Gar eine Zweitmeinung einzuholen hätte vielleicht zu einem Satisfaktionsgesuch geführt. -))

Derweil rotierte es in meinem Beziehungsnetzwerk...

Am Donnerstag kam endlich der Erregerbefund: Chlamydien, Enterokokken und unsignifikant Staphylokokken.

Toll. Alle Partner (und deren Partner) auf die falsche Fährte geschickt.

Die Gyn meiner Frau hat ihren Abstrich nur auf Gonokokken testen lassen. Meine eine außereheliche Partnerin hatte ohne Test Cefixim gegen die Gonokokken bekommen und erst drei Tage später einen vollen Testabstrich machen lassen - der wahrscheinlich gar keine Gonokokken mehr zeigen kann. Die Gyn meiner anderen Partnerin wollte den Test nur über die KK abrechnen, wenn sie von meinem Urologen eine Bestätigung des Gonokokken-Verdachts bekommt - den dieser wiederum zunächst nicht geben wollte. Einer der Partner meiner Frau einigte sich mit dem Arzt auf leichtes Brennen, um die Diagnostik bei der KK rechtfertigen zu können.

Soviel zum für Außenstehende vielleicht fast lustigen Hintergrund.

Hier meine Fragen:

1. Welche Symptome hat eine Gonokokken- und⁄oder Chlamydien-Infektion im Rachen? Kann man das von einer einfachen Erkältung unterscheiden?

2. Welche Antibiotika werden bei einer chronischen Gonokokken-⁄Chlamydien-Infektion angewendet, in welche Dosierung und wie lange?

3. Wie würde eine chronische Infektion mit Gonokokken oder Chlamydien nachgewiesen in Abgrenzung zur akuten (wenn das für die Behandlung überhaupt einen Unterschied macht)?

4. Wieviel Milchprodukte bremsen die Doxycyclin-Wirkung? Schon die Butter auf dem Brot oder erst ein Glas Milch?

5. Macht es überhaupt noch Sinn, nach Azitrhomycin noch weiter Doxycyclin zu nehmen?

6. Welches der genannten AB wirkt gegen Enterococcus faecalis (den zweiten bei mir gefundenen Erreger)?

7. G. und C. können per Oralverkehr übertragen werden. Wie wahrscheinlich ist das wirklich?

8. In dem Swingerclub gibt es zwei Attraktionen: Einen (eher kühlen) Whirlpool, in dem man offiziell Sex haben darf, weil der eine Hochleistungsreinigungsanlage hat. Und eine Schokosauna, bei man im Dampfbad mit einen speziellen flüssigen Schokolade manuell und oral aneinander rumschweinigeln kann. Wie schätzen Sie die Infektionswahrscheinlicheit dabei ein (ich weiß, dass normale Whirlpools kaum in Frage kommen, nur haben in den wenigsten die Leute Sex...).

9. Mein Urologe sagte, man solle bei AB-Einnahme bei Harnwegsinfekt nicht so viel trinken, um das AB nicht zu schnell aus dem Körper zu spülen. Ist das korrekt?

10. In einem anderen Beitrag hier schreiben Sie, das nach Azithromycin 7 Tage Enthaltsamkeit angesagt ist. Warum? Wie lange verbleibt⁄wirkt das AB im Körper? Wie schnell sind die Erreger wirklich beseitigt? Gibt es einen anderen Grund?

11. Sollte ich noch einen Gonokokken-Abstrichstest machen lassen? (Meine Frau ist dazu grad negativ getestet worden.) Macht das überhaupt noch Sinn nach Cefixim und Azithromycin?

Sorry für die längliche Frage und danke für jede Antwort,

David

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Re: Chlamydien (häufige Fragen)

von Polyamorer , 27.08.17 13:03
Sorry, noch eine Frage:

Angesichts unseres durch die leichte Promiskuität erhöhten Risikos für oral übertragbare STIs - macht es Sinn, dass in Zukunft jeder in unserem Beziehungsnetz bei Harnwegsinfektionen die volle Test-Diagnostik macht?

Gruß

David

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