Medizinforen : Arbeits- und Umweltmedizin
Unbekannt
(Unregistriert)
23/01/10 23:14
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Mobbing in der Schwangerschaft - Beschäftigungsverbot?

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Hallo, ich bin in der 11. Woche schwanger. Das man schmerzen in der Schwangerschaft hat, wie ein Ziehen im Unterleib, ist mir klar. Ich habe aber richige Krämpfe und hatte bereits zwei Mal Blutungen. Mein Frauenarzt hat mich für eine Woche bis Dienstag krankgeschrieben.
Nun habe ich schon vor der Schwangerschaft Probleme mit meinem Chef gehabt und habe mich in anderen Praxen beworben, dann bin ich schwanger geworden und nun ging es richtig los.
Er versucht mir Pausen zu verbieten, wenn ich morgens kurz was trinken will, sagt er, dass ginge nicht, dann wäre keiner fürs Telefon da arbeite beim Zahnarzt).
Meine Kollegen beleidigen mich vor Patienten, weil ich angeblich nichts auf die Reihe kriege. Ich arbeite jeden Tag 8,5 Stunden, darf aber nie Überstunden abbauen. Urlaub gibts nur nach wochenlangem diskutieren. Nun habe ich meine Krankmeldung abgegeben und meinen Chef gesagt, dass wäre wegen der Blutung. Da lacht der mich doch tatsächlich aus, vor meinen Kollegen. Ich werde also ständig bloßgestellt.
Nun habe ich Angst, dass die Schmerzen vielleicht auch eine Stressursache sind. Denn ich schlafe von Sonntags abends an kaum noch, weil ich Angst habe zur Arbeit zu gehen. Mir ist auch nur auf der Arbeit schlecht und ich habe dort ständig Kreislaufprobleme.
Kann ich in dem Fall ein Beschäftigungsverbot bekommen?


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Cyberdoktor
(stranger)
24/01/10 13:03
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Re: Mobbing in der Schwangerschaft - Beschäftigungsverbot?

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Hallo,

" ich bin in der 11. Woche schwanger."
Glückwunsch!

" Das man schmerzen in der Schwangerschaft hat, wie ein Ziehen im Unterleib, ist mir klar. Ich habe aber richige Krämpfe und hatte bereits zwei Mal Blutungen. Mein Frauenarzt hat mich für eine Woche bis Dienstag krankgeschrieben."
auch, wenn derartige Symptome bei vielen Schwangeren auftreten: eine Krankschreibung war zunächst sinnvoll. Halten die Beschwerden länger an, kann sich der FRauenarzt auch dazu entschliessen, nicht krankzuschreiben, sondern ein individuelles Beschäftigungsverbot auszusprechen.

" dann bin ich schwanger geworden und nun ging es richtig los.
Er versucht mir Pausen zu verbieten, wenn ich morgens kurz was trinken will, sagt er, dass ginge nicht, dann wäre keiner fürs Telefon da arbeite beim Zahnarzt)."
ein Arbeitgeber darf einer Schwangeren eine Trink- oder sonstige kurze Ruhepause (z.B. um kurz aufzustehen, von einem Zimmer zum nächsten gehen, um die Beine zu bewegen) nicht verbieten, versucht er weiter, die Pausenregelungen im Mutterschutzgesetz zu untergraben, werden viele Frauenärzte ein Beschäftigungsverbot aussprechen. Eine Schwangere kann auch ohne Erlaubnis einfach aufstehen, zur Toilette gehen (das übrigens auch ganz ganz oft, Schwangere müssen ja bekanntlich öfter...) und anschliessend ein Glas mit Wasser füllen / trinken.

"Ich arbeite jeden Tag 8,5 Stunden,"
diese Arbeitszeit ist im Rahmen des Mutterschutzgesetzes.

" Urlaub gibts nur nach wochenlangem diskutieren."
es gelten die gesetzlichen Regelungen, verstösst der Arbeitgeber dagegen, sollten Sie sich von einem Anwalt beraten lassen.


"Denn ich schlafe von Sonntags abends an kaum noch, weil ich Angst habe zur Arbeit zu gehen"
Wir haben oben im Themenblock bereits ausführlich zum Thema Mobbing in der Schwangerschaft Stellung genommen (es haben bereits mehrere Betroffene angefragt). Wie gesagt: Mobbingopfer sind häufiger krank, Schlafstörungen und Ängste sind typisch.

"Nun habe ich Angst, dass die Schmerzen vielleicht auch eine Stressursache sind.... ...Kann ich in dem Fall ein Beschäftigungsverbot bekommen?"
Im Allgemeinen kann ein Arzt, wenn eindeutig Mobbing vorliegt (also nicht nur kleine Reibereien und Streitigkeiten, die an den meisten Arbeitsplätzen vorkommen) und als Folge ernste psychische Belastungen auftreten, ein Beschäftigungsverbot aussprechen, ein entsprechendes Urteil haben wir oben zitiert.

"Meine Kollegen beleidigen mich vor Patienten, weil ich angeblich nichts auf die Reihe kriege. ... Da lacht der mich doch tatsächlich aus, vor meinen Kollegen. Ich werde also ständig bloßgestellt."
schildern Sie erneut dem Frauenarzt (bei Bedarf einem weiteren Arzt) Ihre Arbeitsbedingungen, das klingt schon sehr nach einem Fall von Mobbing. Ein Beschäftigungsverbot ist denkbar, insbesondere, wenn die Pausenregelungen für Schwangere nicht eingehalten werden.Übrigens kann der Frauenarzt Sie immer wieder krankschreiben, es gibt diverse Symptome, die aus dem Mobbing resultieren können, von Schlafstörungen und Erschöpfungszuständen über Rückenschmerzen bis zu Unterleibsschmerzen.

" Nun habe ich meine Krankmeldung abgegeben und meinen Chef gesagt, dass wäre wegen der Blutung."
Sie müssen Ihrem Chef keinesfalls sagen, warum Sie krankgeschrieben sind!

Es wäre schön, wenn Sie uns bei Gelegenheit hier über den weiteren Verlauf berichten würden, wir wissen gern, in solchen Fällen weiter geht.
Haben wir Ihnen geholfen? Dann empfehlen Sie uns bitte weiter:







Beste Grüsse und Alles Gute, halten Sie uns auf dem Laufenden

Ihr Cyberdoktor-Team

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Unbekannt
(Unregistriert)
24/01/10 15:16
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Re: Mobbing in der Schwangerschaft - Beschäftigungsverbot?

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Hallo, danke für Ihre Hilfe. Mein FA hat mir ein Beschäftigungsverbot ausgestellt, allerdings nicht bis zum Ende der Schwangerschaft. Ich warte erst einmal ab.



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Cyberdoktor
(stranger)
28/01/10 18:43
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Re: Mobbing in der Schwangerschaft - Beschäftigungsverbot?

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Hallo,

Danke für die Rückmeldung!

" Mein FA hat mir ein Beschäftigungsverbot ausgestellt, allerdings nicht bis zum Ende der Schwangerschaft."
das geht völlig in Ordnung, es gibt auch befristete Beschäftigungsverbote.
Haben wir Ihnen geholfen? Dann empfehlen Sie uns bitte weiter:







Beste Grüsse und Alles Gute, halten Sie uns auf dem Laufenden

Ihr Cyberdoktor-Team

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Unbekannt
(Unregistriert)
12/07/11 13:15
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Beschäftigungsverbot auf Grund von Mobbing

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Liebes Ärzteteam,

ich bin in der 5-6 SSW und auf Grund der morgendlichen Übelkeit zur Zeit krank geschrieben. Ich habe bereits mit meiner FA gesprochen, dass ich einer starken psychischen Belastung durch meinen Chef ausgesetzt bin und ich ihm vor 1 Woche, wo ich noch nicht wusste, dass ich schwanger bin, die Kündigung angedroht habe. Ich arbeite seit 1.5 Jahren in seiner Praxis, diese Zeit ist durch seine ständigen cholerischen Anfällen gekennzeichnet. Er schreit seine Mitarbeiter ständig an, sogar vor den Patienten. Generell sind wir an allem Schuld. Entschuldigungen gibt es nicht. Er knallt ständig die Türen, schreibt sogenannte Netznachrichten, die jeder andere lesen kann und macht sich seiner Wut über einen Mitarbeiter Luft. Überstunden sind an der Tagesordnung. Kurzfristig entscheidet er, dass wir länger bleiben müssen. Er ändert ständig seine Meinung, legt sich aber nie schriftlich fest. Wenn man mit ihm reden möchte, heißt es ständig jetzt nicht. Ist ein Mitarbeiter krank, so interressiert ihn nur, wann man wieder verfügbar ist. Erzählt man, man sei überlastet, dann lächelt er nur müde. Über meine Stundenreduzierungsanfrage vor 2 Monaten, denkt er immer noch nach. Einige haben bereits gekündigt und eine andere Kollegin geht nebenbei zum Psychiater, um mit der Situation zurecht zukommen. Er ist nur nett, wenn er etwas möchte, ansonsten sind wir das dumme Fußvolk. Man muss ihm stets und ständig zur Verfügung stehen, auch wenn man gerade einen Patienten vor sich sitzen hat.

Was kann ich in diesem Fall tun? Ich habe Angst, dass ich durch den Stress das Kind verlieren könnte.

Danke für die Mühe



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Cyberdoktor
(stranger)
21/07/11 19:30
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Re: Beschäftigungsverbot auf Grund von Mobbing

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Hallo,

"ich bin in der 5-6 SSW"
Glückwunsch!

"und auf Grund der morgendlichen Übelkeit zur Zeit krank geschrieben."
kann man so machen, schwangerschaftsbedingte Übelkeit ist je nach Einzelfall aber auch ein Anlass für ein individuelles Beschäftigungsverbot durch den Frauenarzt.

"Ich habe bereits mit meiner FA gesprochen, dass ich einer starken psychischen Belastung durch meinen Chef ausgesetzt bin diese Zeit ist durch seine ständigen cholerischen Anfällen gekennzeichnet. Er schreit seine Mitarbeiter ständig an, sogar vor den Patienten."
könnte man durchaus als Mobbing bezeichnen, ein Beschäftigungsverbot ist dann vorstellbar, siehe die Beiträge oben im Themenblock.

"Überstunden sind an der Tagesordnung."
aber nicht für Schwangere, siehe Mutterschutz, Beschäftigungsverbot für Schwangere (Häufige Fragen) .

Überstunden, Mobbing, Übelkeit, diese Umstände haben schon in vielen Fällen zu Beschäftigungsverboten geführt, im Zweifel einfach mehrere Frauenärzte abklappern.

"Was kann ich in diesem Fall tun? Ich habe Angst, dass ich durch den Stress das Kind verlieren könnte."
die Natur hat Schwangerschaften zwar sehr robust angelegt, Dauerbelastungen am Arbeitsplatz sind aber trotzdem zu vermeiden, darum gibt es auch die strengen Regeln des Mutterschutzgesetzes.
Haben wir Ihnen geholfen? Dann empfehlen Sie uns bitte weiter:







Beste Grüsse und Alles Gute, halten Sie uns auf dem Laufenden

Ihr Cyberdoktor-Team

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