| Medizinforen : Allgemeinmedizin |
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Unbekannt (Unregistriert) 14/09/02 20:45 |
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Schwindel ??? | Antwort schreiben |
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Hallo liebes Cyber-doktor-team! Seit ca. 3 Nächten beobachte ich an mir etwas sehr merkwürdiges. Ich schrecke nachts aus dem Schlaf hoch und mir ist total schwindelig. Dieses Gefühl breitet sich Schauer-artig im ganzen Körper aus, dauert aber nur einige Sekunden an. Es ist auch kein richtiges Schwindelgefühl, so als würde sich alles drehen, so nicht. Es ist vielmehr ein unangenehmes Dröhnen im Kopf, das durch den ganzen Körper strömt irgendwie. Ich muss dazu sagen, dass ich in der ersten Nacht im Begriff war wach zu werden, und ich habe mich im Halbschlaf auch ziemlich ruckartig auf die andere Seite gedreht, so dass ich erst annahm, dass es sich um ein Kreislaufproblem handelt, womit ich aber ansonsten nie zu tun habe. Aber ich verspüre dieses Phänomen auch wenn ich ruhig liege, aber komischerweise nur wenn ich im Bett bin. Mir ist das noch niemals im Alltag, also wenn ich am Arbeitsplatz bin oder in der Freizeit passiert. Und meist passiert es wenn ich kurz vorm Wachwerden bin. Ich muss ergänzend noch hinzufügen, dass ich Angstpatient bin, also unter Ängsten und Panikattacken leide, die sich bei mir immer sehr stark körperlich äussern. Wie z.B. mit Schweissausbrüchen, Schwächegefühl in Armen und Beinen, Atemnot, Schwindelgefühlen und dergleichen. Dazu kommt, dass ich öfter total verspannt bin im Nacken/-Rücken-bereich. Ich wache morgens manchmal schon mit einem steifen Nacken und Nackenschmerzen auf. Momentan schlafe ich auch sehr schlecht, habe Ein -und Durchschlafprobleme und wache nachts öfter auf. Mein Blutdruck ist in Ordnung und ich habe auch sonst nie Kreislaufprobleme gehabt. Kann das mit meiner Angstsymptomatik und meinen Verspannungen zu tun haben ? Oder mit meinen Schlafstörungen ? Denn ich wollte jetzt nicht gleich zum CT rennen ! Was kann das sein ? Und muss ich mir jetzt Sorgen machen, dass es etwas ernstes sein könnte ? Vielen Dank für Ihre Hilfe im Vorraus ! | |||
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Cyberdoktor (stranger) 15/09/02 02:02 |
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Re: Schwindel ??? | Antwort schreiben |
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Liebe/r Cyberdoktor-Nutzer/in, die medizinische Definition einer Gleichgewichtsstörung ist eine Störung der Kontrolle der Körperstellung im Raum unterschiedlicher Ursache. Ausdruck einer Gleichgewichtsstörung ist typischerweise eine Gangabweichung, also Schwanken, Torkeln und/oder eine Fallneigung, meist in Verbindung mit Schwindel und/oder Übelkeit und Erbrechen. Bei Schwindelbeschwerden sollte im Rahmen einer gestuften ausführlichen ärztlichen Diagnostik zunächst versucht werden, eine organische Grunderkrankung als Ursache der Beschwerden auszuschließen (sog. Ausschlussdiagnose). Die Durchführung einer Computertomografie ist meist nicht erforderlich. Dem Schwindel zugrunde liegen können sehr unterschiedliche Faktoren, u.a. Beeinträchtigungen des im Ohr gelegenen Gleichgewichtsorganes, zentral gelegene Störungen (z.B. Durchblutungsstörungen des Gehirns), Herz-Kreislauf-Erkrankungen, hormonelle Fehlregulationen und sehr häufig psychogene Auslöser. Zu einer adäquaten Schwindeldiagnostik gehören, ein ausführliches Anamnesegespräch (Fragen nach der Vorgeschichte und der aktuellen Symptomatik), ebenso eine körperliche Untersuchung. Beim Anamnesegespräch geht es insbesondere um Art und Dauer des Schwindels und eventuelle Begleitsymptome wie Übelkeit, Erbrechen, Hör- oder Sehstörungen. Die körperliche Diagnostik erfordert eine internistische und neurologische Untersuchung, inklusive eines Hör- und Sehtestes. Sollten sich im Rahmen dieser Maßnahmen Hinweise auf eine körperliche Schwindelursache ergeben, resultiert hieraus die Notwendigkeit weiterer Untersuchungen, wie beispielsweise einer Blutuntersuchung, einem Langzeit-EKG oder seltener einer Kernspintomografie (MRT) bzw. einer CT. Kritisch anzumerken ist allerdings, dass für die oft gestellte Diagnose eines „vertebragenen Schwindels“, also einer in Verschleißerscheinungen der Halswirbelsäule (HWS) begründeten Schwindelsymptomatik (Schwindel durch Liegen), weder klare diagnostische Kriterien, noch die Möglichkeit einer eindeutigen Objektivierung bestehen. Ein röntgenologischer Nachweis verschleißbedingter HWS-Veränderungen, ist mitnichten ein Anhalt für eine Auslösung von Schwindelbeschwerden. Vermutet wird das Verletzungen von im Bereich der Halswirbelsäule gelegener Weichteile - Gelenkkapseln, Bändern und Muskeln des Nackens - deren Rezeptorfunktion beeinträchtigen und so zu einer gestörten Gleichgewichtsregulation führen können. Objektivierbar ist diese Annahme jedoch ebenfalls nicht. Eine recht einfache Ursache plötzlich einsetzender und wiederholt auftretender bzw. anhaltender Schwindelbeschwerden wären noch sog. Otolithen (auch Statolithen, Statoconia) - zu Deutsch “Gleichgewichtssteinchen” oder “Gehörsand”. Dabei handelt es sich um Calciumcarbonatkristalle, die die Haarzellen des im Innenohr gelegenen Gleichgewichtsorganes beeinträchtigen und heftigste – insbesonders lageabhängig auftretende - Schwindelbeschwerden verursachen können. Ihre Beseitigung gelingt oft durch eine einfache mechanische Manipulation (s. Beitrag „Gleichgewichtsstörungen“). Dabei darf, bei einer ausgeschlossenen organischen Schädigung, eine psychogene Schwindelursache nicht vergessen werden: Sie gehört zu den häufigsten Schwindelformen. Angenommen wird, dass sich hinter 30 - 50 % der geklagten Schwindelbeschwerden psychische Ursachen, wie Angststörungen oder Depressionen verbergen. Nicht selten begleitet durch sog. vegetative Begleitsymptome wie Schweißausbrüche, Engegefühle, Atemnot, Hyperventilation und/oder Schlafstörungen. Die Diagnose eines psychogenen Schwindels ist jedoch eine Ausschlussdiagnose. Auf welcher Ursache Ihre Schwindelbeschwerden beruhen, bzw. in welchem Zusammenhang Ihre Beschwerden zu deuten sind, können wir aus der Entfernung nicht ersehen. Zu einer entsprechenden Beurteilung wenden Sie sich bitte zunächst an Ihren Hausarzt, im weiteren Verlauf ggf. auch einen Neurologen und/oder einen HNO-Arzt. Sollten die Schwindelbeschwerden fortgesetzt bestehen bleiben, sind zumindest symptomatisch wirksame Therapiemaßnahmen denkbar, beispiels- und versuchsweise durch den Einsatz schwindelunterdrückender Medikamente und v.a. einem Gleichgewichtstraining, inklusive des Versuches körperliche Aktivitäten zu beginnen, um eine Unterdrückung des Schwindels durch das Gehirn zu fördern. Allerdings sollten solche Therapiemaßnahmen mit dem behandelnden Arzt abgesprochen sein. Gute Besserung wünscht das Cyberdoktor-Team | |||
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