Medizinforen : Allgemeinmedizin
Unbekannt
(Unregistriert)
09/10/01 18:21
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Aspartam

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Liebes CyDocTeam,

ist der oben erwähnte Stoff Aspartam schädlich ?
Woraus setzt er sich zusammen ?
Worin ist er enthalten ?
Ist Aspartam als Inhaltsstoff immer auf dem Etikett ausgewiesen ?

liebe Grüße
anonymus


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Cyberdoktor
(stranger)
10/10/01 01:07
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Re: Aspartam

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Hallo „Anonymus“,

als Süßungsmittel gibt es zum einen die zugelassenen Zuckeraustauschstoffe Sorbit, Mannit, Isomalt, Maltit, Lactit und Xylit (aus Birkenspänen). Während bei diesen Stoffen keine Verwendungshöchstmengen vorgeschrieben sind, gelten bei überwiegend künstlich hergestellten Süßstoffe - insbesondere bekannt sind Saccharin, Cyclamat und Aspartam – von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgelegte sogenannte ADI-Werte (acceptable daily intake = akzeptable tägliche Dosis). Sie geben an welche Menge vom jeweiligen Süßungsmittel, pro Kilogramm Körpergewicht täglich von einer erwachsenen Person mit der Nahrung aufgenommen werden können.:

Saccharin bis 5 mg pro kg

Cyclamat bis 11 mg pro kg

Acesulfam K bis 15 mg pro kg

Neohesperidin DC bis 5 mg pro kg

Aspartam bis 40 mg pro kg

Die Unbedenklichkeit von Aspartam - einem künstlichen Süßstoff mit der 140 bis 160-fachen Süßkraft von Haushaltszucker - wird immer wieder diskutiert.
Z.B. hält man beim Arznei-Telegramm in Berlin die Langzeitverträglichkeit des Süßstoffs für „klärungsbedürftig" und empfiehlt zunächst "auf Apartam-gesüßte Produkte zu verzichten." Aspartam (Dipeptid aus Asparaginsäure und Phenylalanin) wurde in Deutschland am 13. Juni 1990 gemäß der Zusatzstoff-Zulassungsverordnung zugelassen. Die Senatskommission zur Beurteilung der gesundheitlichen Unbedenklichkeit von Lebensmitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft hat Aspartam untersucht und im Februar 1997 für unbedenklich befunden. Die amerikanische Nahrungs- und Arzneimittelbehörde FDA hat Aspartam 1981 als nicht krebserregend eingestuft.

Viele Verbraucher beunruhigt, dass Aspartam bei der Verdauung zerfällt, in Aminosäuren (die Eiweißbausteine L-Asparaginsäure und L-Phenylalaninsäure) und in kleine Mengen Methanol, einen für Menschen giftigen Alkohol.

Während die Herstellerseite angibt, die Methanolkonzentration sei zu gering, um als Nervengift zu wirken, glauben Kritiker, sie reiche aus, um das Gehirn zu schädigen (Eines der Stoffwechselprodukte von Methanol ist das unter Krebsverdacht stehende Formaldehyd.). Belege in seriösen Studien fehlen aber.

Angesichts der minimalen Mengen Süssstoff, die sich Nahrungsmitteln und Getränken finden, ist eine Methanol- oder Formalinvergiftung über dieses Getränk nicht möglich, nur der tägliche Verzehr sehr großer Mengen des Süßstoffs (hunderte Süßstoff-Tabletten oder einige Dutzend Liter Cola pro Tag) kann zu einem Überschreiten der Grenzwerte führen.

Nach einer US-amerikanischen Studie aus dem November 1996 (Olney et al, Journal of Neuropathologie and Experimental Neurology 55, no. 11, 1115-1123), soll es Hinweise geben für einen Zusammenhang zwischen einer steigenden Zahl bösartiger Hirntumore und der Anwendung des Zuckeraustauschstoffes. Olney äußerte den Verdacht, es gebe einen Zusammenhang zwischen dem Verbrauch von Aspartam und dem Anstieg der Hirntumorrate. Die amerikanische Lebensmittelüberwachungsbehörde FDA setzte sich mit der Studie auseinander, blieb aber bei ihrer ursprünglichen Einschätzung. Auch der wissenschaftliche Ausschuss für Lebensmittel der Europäischen Kommission kam nach der Auswertung des wissenschaftlichen Materials im Juni 1997 zum Schluss, dass das vorliegende Material den behaupteten Anstieg der Hirntumorrate nicht belege. Nach dem Urteil des Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz ist der Krebsverdacht als „insgesamt haltlos" einzuschätzen.

Ebenso umstritten ist ein Zusammenhang des Genusses von Aspartam und Befindlichkeitsstörungen, wie Kopfschmerzen. Hierzu gibt es unterschiedliche Studienergebnisse. Seit 1976 wurden über 160 Studien zum Thema Aspartam veröffentlicht, in etwa der Hälfte der Studienergebnisse wird Aspartam aus unterschiedlichen Gründen als nicht unproblematisch eingestuft. Bei empfindlichen Patienten wurden allergische Reaktionen, Kopfschmerzen, Sehstörungen und eine Hyperaktivität, möglicherweise als Reaktion auf eine Aspartameinnahme, beobachtet. Patienten mit Phenylketonurie, einem angeborenen Enzymdefekt, sollten Aspartam wegen einer damit verbundenen Phenylalaninbildung meiden.

Eine Entscheidung zum Aspartamkonsum müssen Sie selber treffen, angesichts der seit Jahren täglich zig-millionenfach genossenen Aspartam-Produkte, die zu keiner Erkrankungswelle geführt haben und der fehlenden Schädlichkeits-Belege in Studien gibt es für Hysterie keine Grundlage, aus ärztlicher Sicht ist eine generelle Verzehr-Warnung nicht angemessen.

Guten Appetit wünscht
Ihr Cyberdoktor-Team
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nichtangegeben
(Unregistriert)
15/06/11 22:16
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Süßungsmittel Aspartam - gesundheitsgefährdend?

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Guten Tag,

ich wüsste gerne, wie schädlich, das Süßungsmittel Aspartam ist. Gerüchten zufolge, wurde mir gesagt, es beschädige, in größeren Mengen, die Intelligenz (bspw. durch Abtötung von Gehirnzellen). Vielleicht könnten Sie mir sagen, wie schädlich es wirklich ist, bzw. ob oben genanntes stimmt.

Dankeschön und Mit freundlichen Grüßen,
nichtangegeben



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Cyberdoktor
(stranger)
16/06/11 00:29
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Re: Süßungsmittel Aspartam - gesundheitsgefährdend?

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Hallo,

"ich wüsste gerne, wie schädlich, das Süßungsmittel Aspartam ist."
Aspartam seit vielen Jahren in grossen Mengen eingesetzt, ohne dass diverse Studien Belege für eine Schädlichkeit im Alltagsgebrauch finden konnten. Siehe unsere ausführlichen Beiträge oben in diesem Themenblock.

"Gerüchten zufolge, wurde mir gesagt, es beschädige, in größeren Mengen, die Intelligenz (bspw. durch Abtötung von Gehirnzellen)."
vorsicht bei der Internetrecherche auf nicht ärztlich moderierten Gesundheitsseiten, dort brodelt eine wilde Gerüchteküche, Verunsicherungen sind vorprogrammiert.

"könnten Sie mir sagen, wie schädlich es wirklich ist, bzw. ob oben genanntes stimmt."
wie viele andere Stoffe, kann auch Aspartam in extremen Mengen schädliche Wirkungen entfalten. Die dafür nötigen Dosierungen kann man aber bei einer normalen Ernährung nicht erreichen. Weder essen Sie hunderte Süssstofftabletten noch trinken Sie 20 Liter Cola am Tag.
Haben wir Ihnen geholfen? Dann empfehlen Sie uns bitte weiter:







Beste Grüsse

Ihr Cyberdoktor-Team

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