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(Unregistriert)
03/04/07 03:05
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stark stechender Schmerz (linke Schläfengegend)

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Liebes Cyberdoktor-Team!

seit mehreren Jahren plagt mich ein stark stechender Schmerz am Kopf, an der linken Schläfe. Ich war bereits bei mehreren Ärtzen (Medikamente, Kernspin, Osteopath, usw.). Niemand weiß was. Mir helfen Sport, Ablenkung usw. sehr. Vielleicht habt ihr noch eine Idee, woran es liegt und was ich dagegen tun kann. Kann die Ursache psychosomatisch sein, auch wenn ich sagen würde, dass es mir psychisch sehr gut geht???

Danke für eure Bemühungen!




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Cyberdoktor
(stranger)
03/04/07 04:01
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Re: stark stechender Schmerz (linke Schläfengegend)

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Hallo,

"seit mehreren Jahren plagt mich ein stark stechender Schmerz am Kopf, an der linken Schläfe."
Zunächst muss geklärt werden, welche Kopfschmerzerkrankung bei Ihnen vorliegt.

Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) berichtet von mindestens drei Millionen in Deutschland lebenden Menschen, die unter täglichen Kopfschmerzen leiden. Etwa zehn Millionen Menschen seien in Deutschland von regelmäßigen Migränekopfschmerzbeschwerden betroffen. Eingeteilt werden die verschiedenen Kopfschmerzformen nach der Internationalen Kopfschmerzgesellschaft (International Headache Society IHS) in 13 Hauptgruppen.

Grob unterschieden werden kann zunächst zwischen einem primären und einem sekundären Kopfschmerz. Bei den primären Kopfschmerzen ist der Schmerz selbst die Erkrankung. Den sekundären Kopfschmerzen liegt immer eine Ursache zugrunde. Der Schmerz ist in einem solchen Fall das Symptom einer Erkrankung, nach der im weiteren Verlauf zu fahnden ist (bzw. deren Ausschluss erforderlich ist).

Die bedeutendsten Kopfschmerzbeschwerden sind nach abnehmender Häufigkeit:

1. Migräne
2. Spannungskopfschmerz
3. Kombinationskopfschmerz (Migräne und Spannungskopfschmerz)
4. Schmerzmittelkopfschmerz
5. Cluster-Kopfschmerz (Halbseitenkopfschmerz)

" Ich war bereits bei mehreren Ärtzen (Medikamente, Kernspin, Osteopath, usw.). Niemand weiß was. "
Für Kopfschmerzen gibt es eine breite Palette möglicher Ursachen und ein breites Angebot von Diagnostikverfahren. Zur Kopfschmerzabklärung gehört zunächst die Erhebung der Vorgeschichte, in Verbindung mit einer körperlichen Untersuchung und einer Blutuntersuchungen. Die letztere insbesondere um Grunderkrankungen, wie z.B Stoffwechselstörungen, Blutungen, Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis u.a. Grunderkrankungen auszuschließen. Neben Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems kommen z.B. auch orthopädische Ursachen und psychische Auslöser in Betracht.

Diffuse Kopfschmerzen mit Krankheitsgefühl, zusätzlichem Fieber und / oder Nachtschweiß machen eine virologische und bakteriologische Diagnostik erforderlich. Insbesondere bei einem Nackenkopfschmerz sollte eine Ultraschalluntersuchung der Halsarterien durchgeführt werden. Grundsätzlich ist im Rahmen einer Kopfschmerzabklärung die Hinzuziehung eines Neurologen anzuraten. Radiologische Untersuchungen - z.B. eine Computertomografie oder eine Kernspinaufnahme des Kopfes - sind nur in Abhängigkeit von zuvor erhobenen Befunden zu erwägen.

Bei Ihnen wurde ja offensichtlich die ganz Palette der diagnostischen Möglichkeiten abgearbeitet, ohne dass organische Ursachen gefunden wurden, damit könnte es sich um einen primären Kopfschmerz handeln.

Ebenfalls in Abhängigkeit von den zuvor erhobenen Befunden steht der ggf. einzuleitende Therapieprozess. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang, dass der Verbrauch an Schmerzmitteln selber zum Auslöser von Kopfschmerzbeschwerden werden kann (sog. medikamenteninduzierter Kopfschmerz - v.a. bei Kombinationspräparaten).

"Mir helfen Sport, Ablenkung usw. sehr."
es ist sehr positiv, wenn Sie Möglichkeiten gefunden haben, die den Schmerz reduzieren.

"Vielleicht habt ihr noch eine Idee, woran es liegt und was ich dagegen tun kann. Kann die Ursache psychosomatisch sein, auch wenn ich sagen würde, dass es mir psychisch sehr gut geht?"
klares ja, Kopfschmerzen sind häufig psychisch ausgelöst. Wenn Sie diese Möglichkeit weiter verfolgen wollen, bietet sich eine psychologische Beratung an.

Beste Grüsse und Alles Gute, halten Sie uns auf dem Laufenden

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Wiki
(Unregistriert)
03/04/07 21:26
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Kernspintomografie (Nachsatz)

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Liebes Cyberdoktor-Team!

Danke für die sehr schnelle und ausführliche Antwort.
Könnt ihr mich bitte aufklären, ob durch die kernspintomografische Aufnahmen des Kopfes ich mit evtl.
Nebenwirkungen bzw. auch Schädigungen zu rechnen habe. Laut Aussage vieler Ärzte nein. Nach Angaben im Internet sind schädigende Nebenwirkungen nicht bekannt, aber auch nicht ausschließbar ??? Bitte seid ehrlich;
ich bin noch relativ jung, Mitte 20.

Besten Dank!




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Cyberdoktor
(stranger)
03/04/07 21:43
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Re: Kernspintomografie (Nachsatz)

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Hallo,

"Könnt ihr mich bitte aufklären, ob durch die kernspintomografische Aufnahmen des Kopfes ich mit evtl. Nebenwirkungen bzw. auch Schädigungen zu rechnen habe."
klares Nein, die Kernspintomographie ist ein millionenfach eingesetztes sehr gut erprobtes Verfahren.

Die Magnetresonanztomographie (MRT, Kernspintomographie) ist ein radiologisches Verfahren zur Darstellung von inneren Organen und Geweben. Im Gegensatz zu den meisten anderen bildgebenden Verfahren wird beim MRT keine Röntgenstrahlung sondern ein Magnetfeld angewendet.

Dabei werden die Wasserstoff-Atomkerne des Körpergewebes in einen bestimmten Energiezustand und eine bestimmte Richtung gebracht. Daraus resultierende elektromagnetischen Signale lassen sich messen und im Computer zu einer Serie von Schichtbildern verarbeiten.

Die Vorteile einer MRT liegen insbesondere bei der Darstellung von nicht-knöchernen Geweben (Weichteile, innere Organe, Gehirn). Bei etwa jeder dritten MRT-Untersuchung wird zur Kontrastverstärkung - und damit besseren Differenzierung - ein in die Vene injiziertes Kontrastmittel verwendet.


mrt
Magnetresonanztomographie: Normalbefund.
Bild: Christian R. Linder,GNU Freie Dokumentationslizenz


Wegen des guten Darstellungsvermögens von Weichteilgewebe und der Erzeugung von Schichtbildern, kann durch ein MRT auch eine Aussage zur Beschaffenheit der inneren Anteil der zu untersuchenden Organe/Gewebe getroffen werden.

"Nebenwirkungen...aber auch nicht ausschließbar"
das ist völliger Quatsch, das können Sie nur auf völlig unseriösen Seiten gelesen haben. Das Verfahren wird seit mehr als 20 Jahren eingesetzt, nach vielen Millionen Untersuchungen (z.B. in Deutschland allein im Jahre 1998: ca. 4 Millionen) sind noch nie Nebenwirkungen aufgetreten.
Das MRT ist ein sicheres Untersuchungsverfahren. Empfindliche Gemüter empfinden höchstens etwas Angst angesichts der Maschine und der Geräuschkulisse. Das Bundesamt für Strahlenschutz sagt klipp und klar: "keine Hinweise auf nachteilige gesundheitliche Wirkungen bei einer Ganzkörperexposition".

Die Untersuchung darf allerdings u.a. nicht bei Patienten mit einem Herzschrittmacher oder ähnlichen Geräten angewendet werden, da es hier zu Fehlfunktionen des Schrittmachers kommen kann. Wegen des starken Magnetfelds ist es zudem wichtig, den Arzt vor der Untersuchung über eventuell im Körper vorhandene Metallteile (künstliche Herzklappen, Gefäßstützen, Insulinpumpe o.ä.) zu informieren.

Beste Grüsse, halten Sie uns auf dem Laufenden

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Elias 2
(Unregistriert)
10/03/08 17:44
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Re Kernspintomografie Nachsatz)

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www.krebsinformationsdienst.dethemenuntersuchungkernspintomographie.php

Ist diese Untersuchung mit einer Strahlenbelastung verbunden?

Das Prinzip der Kernspin- oder Magnetresonanztomographie unterscheidet sich grundsätzlich von anderen bildgebenden Untersuchungsverfahren wie Röntgen oder Computertomographie. Einer Strahlenbelastung wie zum Beispiel bei der Computertomographie oder bei einer nuklearmedizinischen Untersuchung ist der Untersuchte nicht ausgesetzt.

Können bei der Untersuchung Gesundheitsschäden durch Elektrosmog entstehen?
Ob durch die Magnetfelder Gesundheitsschädigungen durch den so genannten Elektrosmog entstehen können, ist bisher noch unklar. Allerdings ließen sich bisher keinerlei Schädigungen beobachten, obwohl das Verfahren schon seit etwa 20 Jahren und bei vielen Millionen von Untersuchungen eingesetzt wurde.

Gibt es andere Risiken?
Bis heute ist auch nach vielen Millionen Untersuchungen seit Anfang der 80er Jahre auch in der Bundesrepublik) keine Nebenwirkung der Kernspintomographie bekannt.



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