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barbarakirn
(Unregistriert)
30/06/06 09:42
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erhöhte ALT (GPT) Leberwerte, Fettleber

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ich bin weiblich,57 Jahre alt,76 Kg, jetzt bei Ultraschall entdeckte Fettleber (die hätte ich aber schon länger). Meine Leberwerte AST 27,6
ALT 39 = leicht erhöht.
Ich bitte um Rat - kann die Fettleber an der Erhöhung ALT schuld sein?
ich trinke wenig Alkohol, nehme keine Medikamente - mein Arzt will zuwarten - ich habe große Angst. Danke !


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Cyberdoktor
(stranger)
03/07/06 19:13
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Re: erhöhte ALT (GPT) Leberwerte, Fettleber

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Hallo,

" Meine Leberwerte AST 27,6
ALT 39 = leicht erhöht."
Die Alaninaminotransferase (ALT, neue Bezeichnung für für Glutamat-Pyruvat-Transaminase / GPT) ist ein Enzym, das v. a. in der Leber zu finden ist, stärker erhöhte Werte (je nach Labor ca. 50 U/l) zeigen sich bei Lebererkrankung und Gallenstau. Eine mäßige Erhöhung wird auch durch diverse Medikamente, pflanzliche Mittel, chinesische Tees und Drogen verursacht oder ist einfach typbedingt und ohne Krankheitsbedeutung. Die von Ihnen genannten Werte lassen nur auf eine minimale Erhöhung schliessen, leider haben Sie die Norm Ihres Labors nicht genannt.


leber, gallenblase und gallenwege
Anatomie: Leber, Gallenwege und Gallenblase. Erkrankungen führen zu Erhöhungen von GGT, ALT und AST.


Die Aspartataminotransferase (AST, neue Bezeichnung für GOT) kommt vor in Leber, Herz, Skelettmuskel, Niere und Gehirn (Norm je nach Labor bis ca. 50 U/l).

Zeichen einer direkten Leberzellschädigung ist insbesondere eine Erhöhung der GOT (Glutamat-Oxalacetat-Transaminase) und GPT (Glutamat-Pyruvat-Transaminase). Eine GGT-Erhöhung in Verbindung mit erhöhten Leberwerten (GOT, GPT) kann daher auf eine Untergang von Leberzellen deuten.


leberzellen
Schnitt durch Leberläppchen, 300fache Vergrösserung.


"ich trinke wenig Alkohol"
den Alkoholkonsum sollten Sie bei einer Fettleber bis zur endgültigen Klärung komplett einstellen.

"76 Kg, jetzt bei Ultraschall entdeckte Fettleber (die hätte ich aber schon länger)."
Der Begriff „Fettleber“ bezeichnet den Vorgang, das die Leber in ihren Zellen Fett speichert. Diesem Prozess können die folgenden Ursachen zugrunde liegen:

- übermässiger Alkoholgenuss (häufigste Ursache !)
- Übergewicht (Sie sind vermutlich übergewichtig?)
- Schwangerschaft
- Eiweißmangel (z.B. durch übermäßiges Fasten)
- M. Cushing (Überfunktion Nebenschilddrüse)
- Diabetes mellitus
- Speicherkrankheiten (Morbus Wilson – Kupferspeicherkrankheit)
- Bestimmte Medikamente (z.B. Cortison),
- Gifte (Pilzgifte, Phosphor, Kadmium)
- virale Leberentzündungen

Geschätzt sind 20 bis 40 % der Bevölkerung in den westlichen Ländern von der Ausbildung einer Fettleber betroffen. In der Hälfte der Fälle liegt die Ursache im regelmäßigen Alkoholkonsum. Die nächste wesentliche Ursache ist ein Übergewicht (Fettsucht), 30 bis 40 % der erwachsenen Frauen und Männer in Deutschland betrifft.

Geschätzt sind 20 bis 40 % der Bevölkerung in den westlichen Ländern von der Ausbildung einer Fettleber betroffen. In der Hälfte der Fälle liegt die Ursache im regelmäßigen Alkoholkonsum. Die nächste wesentliche Ursache ist ein Übergewicht (Fettsucht), dass 30 bis 40 % der erwachsenen Frauen und Männer in Deutschland betrifft.

" kann die Fettleber an der Erhöhung ALT schuld sein?"
Bei einer reinen Fettleber ist oft das Gamma-GT-Enzym erhöht, bei einer Fettleber mit Entzündung auch zusätzlich ALT und AST. Es ist wichtig zu wissen, das bei einer Routine-Laboruntersuchung von sechs unterschiedlichen Leberwerten bei einem Viertel der Patienten mindestens ein Leberwert erhöht ist, auch ohne jegliche Lebererkrankung. ("Leberwerte hoch? Fragen, tasten, testen!", Ärzte Woche" 8. September, 2005), es ist also gut möglich, dass auch Sie eine derartige isolierte ALT Erhöhung haben.

" mein Arzt will zuwarten - ich habe große Angst."
Zuwarten mit erneuter Kontrolle (und gegebenenfalls Abbau von Übergewicht) scheint durchaus möglich, für Ängste sehen wir keinen Grund. Wichtig ist, das durch Ihrem Arzt Erkrankungen ausgeschlossen wurden. Uns sind keine negativen Auswirkungen einer isolierten ALT Erhöhung bekannt.

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Unbekannt
(Unregistriert)
24/03/10 13:15
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Fettleber, GPT erhöht

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Hallo,

vor etwa vier Monaten wurde im Rahmen einer Routineuntersuchung festgestellt, dass der GPT-Wert mit 92 gegenüber dem oberen Referenzwert von 45 isoliert erhöht war. Daraufhin wurde auf Hepatitis untersucht, aber der Befund war negativ. Bei der Sonografie wurde eine erhebliche Verfettung der Leber entdeckt, obwohl ich Alkohol zeitlebens nur in Maßen trinke maximal 2-3 Glas Wein pro Woche). Eine Leber-Belastung mit Medikamenten kann ich ebenfalls ausschließen. So nahm ich zwar über einen Zeitraum von 2 Jahren Sertralin ein, aber der Arzt meinte, dies sei als Ursache eher unwahrscheinlich. Auch das Kortison-Spray gegen Heutschnupfen und NN-Entzündung, das ich fast ganzjährig nehme, sei unverdächtig, weil es nur lokal angewandt wird.

Eine mögliche Ursache, so mein Hausarzt, wäre vielleicht eine zu fettreiche Ernährung. Allerdings bin ich nicht adipös, obwohl ich sicher 4-5 Kilogramm zu viel habe Bauchumfang ca. 102 cm, 77 kg, 1,72 m, 38 Jahre). Sicher Meine Ernährung ist nicht „die beste“ – ich esse viel Pasta, viel Brot, viel Käse, viel Süßes, wenig Obst und Gemüse und alle paar Wochen auch mal eine Tüte Chips „auf Anhieb“, wenn ich Lust darauf habe. In den letzten 5 Jahren habe ich auf diese Weise 10-12 kg zugenommen. Aber ich kann mir das noch relativ geringe Übergewicht als Grund der Leberverfettung nur sehr schlecht vorstellen.

Nachdem ich das Sertralin vor ca. 4 Wochen absetzte und auf viel pflanzliche Ernährung umstieg, erholte sich GPT-Wert zwar leicht – er fiel auf 46. Gestern jedoch attestierte mir mein Hausarzt bereits wieder einen Wert von 65, und das Bilirubin sei auch leicht erhöht. Immer wieder neige ich auch zu einer leichten Gelbfärbung der Haut, was schon vor vielen Jahren Bekannten auffiel). Als Säugling hatte ich eine schwere Hepatitis, aber das ist ja bei Säuglingen normal, sagt man.

Eine weitere hypothetische Möglichkeit wäre noch mein Umgang mit Chemikalien, den ich von Berufs wegen habe. Allerdings habe ich mit lebertoxischen Substanzen wie chlororganischen Verbindungen praktisch nie zu tun. Hauptsächlich hantiere ich mit stark verdünnten Säuren und Laugen, insbesondere Flusssäure < 2%), von denen keine akute oder chronische Gefahr für die Leber ausgehen dürfte.

Alles in allem bin ich mittelgradig beunruhigt, weil ich mir den Befund nicht plausibel erklären kann. Was kann und was sollte ich tun? Mein Hausarzt meint, ich solle ein paar Kilo abnehmen, aber was, wenn das nichts bringt? Mit welchen Konsequenzen muss ich denn in den nächsten Lebensjahrzehnten rechnen, wenn die Fettleber weiterhin besteht und der GTP-Wert nicht auf ein Normalmaß absinkt? Droht eine Leberzirrhose oder gar Leberkrebs? Im Voraus herzlichen Dank für die Antwort.


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Cyberdoktor
(stranger)
24/03/10 15:28
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Re: Fettleber, GPT erhöht

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Hallo,

"vor etwa vier Monaten wurde im Rahmen einer Routineuntersuchung festgestellt, dass der GPT-Wert mit 92 gegenüber dem oberen Referenzwert von 45 isoliert erhöht war."
siehe oben: eine isolierte Erhöhung wird im Rahmen von Routineuntersuchungen oft gefunden, ohne dass der Patient krank ist.

" Daraufhin wurde auf Hepatitis untersucht, aber der Befund war negativ."
diese Kontrollen waren sinnvoll.

" Bei der Sonografie wurde eine erhebliche Verfettung der Leber entdeckt,"
ein häufiger Befund, siehe unser ausführlicher Beitrag oben in diesem Themenblock.

"Eine mögliche Ursache, so mein Hausarzt, wäre vielleicht eine zu fettreiche Ernährung."
so ist es.

" Allerdings bin ich nicht adipös, obwohl ich sicher 4-5 Kilogramm zu viel habe Bauchumfang ca. 102 cm, 77 kg, 1,72 m, 38 Jahre)..."
mit einem Body-Mass-Index von 26 sind Sie in einem Bereich, der auf ein Übergewicht deutet.

"obwohl ich Alkohol zeitlebens nur in Maßen trinke maximal 2-3 Glas Wein pro Woche). "
auch dieser Alkoholkonsum kann zur Fettleber beitragen. Alle Belastungen wirken zusammen auf die Leber, d.h. Ernährung, Alkohol, Medikamente.

"So nahm ich zwar über einen Zeitraum von 2 Jahren Sertralin ein...Eine Leber-Belastung mit Medikamenten kann ich ebenfalls ausschließen. "
das Gegenteil ist der Fall, Sie können das nicht ausschliessen. Sertralin kann eine asymptomatische Erhöhung der Serumtransaminasen (also der Leberenzyme, z.B. ALT), eine Appetitsteigerung und Gewichtszunahmen als Nebenwirkung auslösen.

"Auch das Kortison-Spray gegen Heutschnupfen und NN-Entzündung, das ich fast ganzjährig nehme, sei unverdächtig, weil es nur lokal angewandt wird."
vermutlich ein Spray mit einer Kortison-ähnlichen Substanz (Kortikoid), in der Tat ist bei einer lokalen Anwendung keine Auswirkung auf die Leber zu erwarten.

"In den letzten 5 Jahren habe ich auf diese Weise 10-12 kg zugenommen. Aber ich kann mir das noch relativ geringe Übergewicht als Grund der Leberverfettung nur sehr schlecht vorstellen. "
doch, das geht, die Leber kann verfetten, bevor man einem Patienten das Übergewicht deutlich ansieht. 12 Kilo mehr auf den Rippen ist auch kein Pappenstiel.

" erholte sich GPT-Wert zwar leicht – er fiel auf 46."
wäre in unserer Norm.

" Gestern jedoch attestierte mir mein Hausarzt bereits wieder einen Wert von 65,"
minimale Erhöhung, normalerweise bei einem Gesunden kein Anlass zur Sorge.

"und das Bilirubin sei auch leicht erhöht. Immer wieder neige ich auch zu einer leichten Gelbfärbung der Haut, was schon vor vielen Jahren Bekannten auffiel)."
man muss dann auch an eine phasenweise auftretende Erhöhung des Gallenfarbstoffanteils (Bilirubin) im Blut denken, bei vermutlich zugrundeliegender Störung der Bilirubinverarbeitung in der Leber (Morbus Meulengracht, in der Regel harmlos).

" Als Säugling hatte ich eine schwere Hepatitis, aber das ist ja bei Säuglingen normal, sagt man."
durchaus nicht! Eine Leberentzündung ist bei Säuglingen nicht normal, aber evt. litten Sie nur an einem Neugeborenen-Ikterus, dabei kommt es zu erhöhten Bilirubinwerten im Blut (Hyperbilirubinämie).

"Hauptsächlich hantiere ich mit stark verdünnten Säuren und Laugen, insbesondere Flusssäure < 2%), von denen keine akute oder chronische Gefahr für die Leber ausgehen dürfte."
so ist es.

"Alles in allem bin ich mittelgradig beunruhigt,"
kein Grund zur Panik, aber evt. nach Absprache mit dem Arzt zu einer Ernährungsumstellung und einem Gewichtsabbau.

" weil ich mir den Befund nicht plausibel erklären kann."
doch kann man: Fettleber durch Ernährung, Medikamente, Alkohol. Enzymerhöhung z.B. als Arzneinebenwirkung, oder harmloser Zufallsbefund.

" Was kann und was sollte ich tun? Mein Hausarzt meint, ich solle ein paar Kilo abnehmen,"
da hat er recht.

"aber was, wenn das nichts bringt?"
die Fettleber wird damit gewiss zurückgehen. Bleibt ein Leberenzym isoliert erhöht, ist das kein Drama.

" Mit welchen Konsequenzen muss ich denn in den nächsten Lebensjahrzehnten rechnen, wenn die Fettleber weiterhin besteht "
wie gesagt: bei Ausschaltung der Ursachen ist eine Fettleber voll rückbildungsfähig, wie auch eine Fettspeicherung an anderen Körperbereichen.
Lässt man seine Leber immer weiter verfetten, droht schlimmstenfalls eine Fettzirhose.

"und der GTP-Wert nicht auf ein Normalmaß absinkt?"
normalerweise ohne Konsequenz.
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Ihr Cyberdoktor-Team

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Unbekannt
(Unregistriert)
18/12/12 09:54
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Re: GPT erhöht

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Hallo liebes Ärzteteam,

oben wird geschrieben, das Sertralin für eine isolierte Erhöhung des GPT verantwortlich sein kann. Ich habe vor 1,5 Monaten eine Blutuntersuchung gehabt, bei der alle Leberwerte wunderschön waren. Seit 4,5 Wochen nehme ich wieder Sertralin 50mg. Im Rahmen meiner Gewichtsreduktion wurden letzte Woche erneut Werte genommen. Von der Leber jedoch nur der GPT. Jetzt ist er mit 43 (UL 35) leicht erhöht. Im Gegensatz zum ersten wert hat er sich ausserdem fast verdoppelt. Ich gehe davon aus, dass das am Sertralin liegt. Ich frage mich allerdings, ob dieser Zustand gesundheitsschädlich ist und⁄oder überwacht werden muß, oder ob man das vernachlässigen kann.

Vielen Dank


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