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Unbekannt
(Unregistriert)
09/01/04 17:19
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Schmerzen in der rechten Bauchseite

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Hallo!

Ich habe seit nun schon ca. 8 Wochen mal mehr und mal weniger heftige Schmerzen in der rechten Bauchseite. In Abstimmung mit meinem Hausarzt war ich unter anderem beim Gynäkologen (Blut- und Urintest sowie Ultraschall - alles ok), Chirurgen (konnte auch keine genaue Ursache feststellen) und beim Radiologen (MTK Unterbauch / Kleines Becken - kein außergewöhnlicher Befund). Meinen Blinddarm habe ich auch noch - aber die Ärtze sagten, dass dieser nicht entzündet sei. Außerdem wäre der Zeitraum schon zu lange. Wie macht sich eine akute Blinddarmentzündung bemerkbar? Anfang dieser Woche hatte ich wieder starke Schmerzen, die auch bis ins rechte Bein zogen, dass sich dann teilweise wie eingeschlafen anfühlte. Mein Hausarzt stellte fest, dass die in der Leistengegend ansässigen Lymphknoten geschwollen sind - meinte aber, dass das schon mal vorkommen kann und ungefährlich ist. Stimmt das? Wodurch schwellen Lymphknoten an? Nun habe ich eine Überweisung zur Darmspiegelung bekommen. Seit ein paar Tagen ist mein Stuhlgang ziemlich weich und wenn ich etwas esse "grummelt" kurze Zeit später mein ganzer Bauch. Ich hoffe, dass man bei der Darmspiegelung endlich eine Ursache findet.

Danke für Antworten.


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Cyberdoktor
(stranger)
11/01/04 02:24
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Re: Schmerzen in der rechten Bauchseite

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Hallo,

zur Wiederholung erst noch ein mal eine vorangegangene Antwort:

Die Ursachen von Bauchschmerzen sind weit gestreut. Im rechten Oberbauch befindet sich u.a. die Gallenblase. Diese ist in den rechten Leberlappen eingebettet. Unterhalb der Leber in der rechten Flanke befindet sich die rechte Niere. Gedacht werden muss auch an die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) und weitere mögliche Ursachen wie z.B. Beschwerden aus dem Bereich des Darmes und der Darmaufhängung, des Magens, einer ausgeprägten Muskelzerrung u.a.. Möglich ist - wenn auch selten - ein von der Wirbelsäule ausstrahlendes Schmerzgeschehen.

Im Unterbauch befinden sich verschieden Organe bzw. Organanteile. Hierzu gehören die Gebärmutter, die Eierstöcke, Darmanteile, Teile der Harnleiter und die Harnblase. Andere Organe können zudem einen Schmerz in den Unterbauch hinein projizieren, beispielsweise die Nieren. Zu denken ist auch an eine Bauchdeckenhernie oder einen Leistenbruch. Auch hier können Schmerzen aus der Wirbelsäule u.a. in den Unterbauch ausstrahlen.

Sollten die Beschwerden regelmäßig in Verbindung mit dem Monatszyklus auftreten – wovon Sie allerdings nicht berichten -, wäre auch an eine Endometriose zu denken. Dabei handelt es sich um „versprengte“ Gebärmutterschleimhaut, die auch dem Regelzyklus unterliegt und je nach Lokalisation Beschwerden verursachen kann. Wenn von frauenärztlicher Seite eine gynäkologische Beschwerdeursache weitgehend ausgeschlossen wird, ist insbesondere an Beschwerden aus dem Darmbereich zu denken, was die Durchführung einer Darmspiegelung anraten lässt. Die eigentlich unangenehme Prozedur dabei, ist eigentlich nur die, der Darmspieglung vorangehende Darmreinigung. Die eigentliche Darmspiegelung muss dabei nicht unangenehm sein. Sie können sich ein gut wirksames Schlafmittel in ausreichender Dosierung injizieren lassen, so dass Sie - im wahrsten Sinne des Wortes – die Untersuchung verschlafen. Bei der Darmspiegelung wird durch den Darmausgang ein dünner Schlauch mit einer Optik in den Darm eingeführt. Dieser wird dann vorsichtig bis zum Ende des Dickdarmes vorgeschoben. Beim Zurückziehen wird der Darm dann genauestens inspiziert, ggf. können auch kleine Gewebeproben (Schmerzlos) entnommen werden.

Eine Lymphknotenschwellung ist eine Reaktion insbesondere auf entzündliche/immunologische Reize. Zunächst ist sie Ausdruck einer gesunden und normalen Abwehrsituation. Eine einzelne Lymphknotenschwellung spricht eher für eine lokale Enzündungsursache, ihre möglichen Ursachen sind vielfältig. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage nach eventuell bestehenden Begleitsymptomen. Eine länger fortbestehende Lymphknotenschwellung sollte ärztlich kontrolliert und abgeklärt werden. Ursachen für Lymphknotenschwellungen sind an erster Stelle durch Bakterien, Viren, seltener auch Parasiten oder Pilze verursachte Infektionen. Eine Blinddarmentzündung kann sich unterschiedliche bemerkbar machen. Klassisch ist ein wandernder Bauchschmerz, der an bestimmten Druckpuntzen verstärkt werden kann, verbunden mit Fieber und einer Erhöhung der Anzahl der weißen Blutkörperchen (Leukozyten). Schmerzen können aus dem Bauchraum in die Beine ausstrahlen - in Verbindung mit Sensibilitätsstörungen (Parästhesien - "Kribbeln", Taubheitsgefühlen) muss an eine Ursache aus dem Lendenwirbelsäulenbereich gedacht werden.

Zu bedenken ist, dass bei nur etwa einem Drittel der Patienten organische Auslöser als Ursache von Bauchbeschwerden im Vordergrund stehen. Die Abgrenzung zwischen sog. funktionellen und organisch bedingten Beschwerden gestaltet sich häufig schwierig.

Auch hier / weiterhin gilt - die bisherigen Befundberichte aller diagnostizierenden Ärzte sollten bei Ihrem Hausarzt zusammengeführt werden, um im Anschluss gemeinsam mit dem Hausarzt das weitere Vorgehen planen zu können.

Alles Gute wünscht
Ihr Cyberdoktor-Team
Haben wir Ihnen geholfen? Dann empfehlen Sie uns bitte weiter:






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Wolf39
(stranger )
06/03/12 10:27
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Re: Schmerzen in der rechten Bauchseite

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Hallo,Ihre Angaben sind nicht ganz aufschlussreich. Aber haben Sie schon mal an einen Bauchdeckenbruch gedacht. Vielleicht ist das die Ursache Ihrer Schmerzen. Manchmal lassen sich die Hernien nur sehr schwer feststellen, insbesondere wenn sie sehr klein sind. Die Schmerzen treten dann meist nach schweren Belastungen auf und rühren von geringen Einklemmungen des Bauchfells her.
Bitte sprechen Sie diesbezüglich mit ihrem Arzt, ggf sollten Sie einen Chirurgen konsultieren.
Viel Erfolg
Wolf 39


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