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Bernd
(Unregistriert)
17/07/03 20:35
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Chr. Schwindel / Unwohlsein

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Liebe Cyber-Doktoren,
Seit ca. 8 Monaten ergeben sich folgende Beschwerden:
a) Im Abstand von 4-6 Wochen gibt es an einem Tag beim Aufstehen Schwindelgefühle, Benommenheit und Übelkeit sowie leichter Kopfschmerz; Bettruhe; klingt am nächsten Tag ab.
b) Zwischen diesen Tagen wiederum für 2-4 Tage leichter Kopfschmerz (wie äußerlich, links) und leichter Schwindel/Unwohlsein.
Daneben (häufiger als früher) Erkältungsbeschwerden, Husten, Schnupfen.

Bisherige Vermutungen/Diagnostik und Ergebnisse, durch Hausarzt:

- HWS Nervenblockade
Röntgen der HWS: ohne Befund
Reizstromtherapie: ohne Wirkung
Manuelle Therapie: ohne Wirkung

- Magen/Darm
Verdauung bleibt normal, keine Keime im Stuhl

- Hirntumor
MRI des Kopfes: ohne Befund, auch keine "weissen Flecken"

- Blutuntersuchung
Alle Werte im grünen Bereich, auch Immunglobulin,
leichter Eisenmangel wird durch Ferro-sanol behandelt.

Bei Einnahme von Antibiotika (2x bisher) klingen die (b) Symptome ab.
Aktuell wird auf den Verdacht einer chronischen Sinusitis behandelt,
Nasenspray, Inhalation, keine Antibiotika
(hatte vor 5 Jahren eine Sinusitis, Polypen wurden seinerzeit
operativ entfernt).

Nun, der Hausarzt ist immer etwas ratlos, gestern wieder einen a) Tag erlebt.
Würde mich über Hinweise, Tips o.ä. sehr freuen !




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Cyberdoktor
(stranger)
20/07/03 01:31
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Re: Chr. Schwindel / Unwohlsein

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Hallo Bernd,

da kommen ja einige Untersuchungen und Therapieverfahren zusammen. Zunächst einige Informationen zu Kopfschmerz und Schwindel:

Es gibt eine Vielzahl von Kopfschmerzarten und Ursachen. So berichtet die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) von mindestens drei Millionen in Deutschland lebenden Menschen, die unter täglichen Kopfschmerzen leiden. Etwa zehn Millionen Menschen seien in Deutschland von regelmäßigen Migränekopfschmerzbeschwerden betroffen. Eingeteilt werden die verschiedenen Kopfschmerzformen nach der Internationalen Kopfschmerzgesellschaft (International Headache Society IHS) in 13 Hauptgruppen.

Grob unterschieden werden kann zunächst zwischen einem primären und einem sekundären Kopfschmerz. Bei den primären Kopfschmerzen ist der Schmerz selbst die Erkrankung. Den sekundären Kopfschmerzen liegt immer eine Ursache zugrunde. Der Schmerz ist in einem solchen Fall das Symptom einer Erkrankung, nach der im weiteren Verlauf zu fahnden ist (bzw. deren Ausschluss erforderlich ist).

Die bedeutensten Kopfschmerzbeschwerden sind nach abnehmender Häufigkeit:

1. Migräne
2. Spannungs-Kopfschmerz
3. Kombinations-Kopfschmerz (Migräne und Spannungs-Kopfschmerz)
4. Schmerzmittel-Kopfschmerz
5. Cluster-Kopfschmerz (Halbseiten-Kopfschmerz)

Für Kopfschmerzen gibt es eine breite Palette möglicher Ursachen und ein breites Angebot von Diagnostikverfahren. Zur Kopfschmerzabklärung gehört eine ärztliche Untersuchung: zunächst die Erhebung der Vorgeschichte, in Verbindung mit einer körperlichen Untersuchung und einer Blutuntersuchungen. Die letztere insbesondere um Grunderkrankungen, wie z.B. Stoffwechselstörungen, Blutungen, Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis u.a. Grunderkrankungen auszuschließen. Zu bedenken sind auch psychische Auslösemomente von Kopfschmerzbeschwerden z.B. durch Stressbelastung.

Bei Schwindelbeschwerden wird im Rahmen einer gestuften ausführlichen ärztlichen Diagnostik zunächst versucht, eine organische Grunderkrankung als Ursache der Beschwerden auszuschließen (sog. Ausschlussdiagnose).

Dem Schwindel zugrunde liegen können ebenfalls sehr unterschiedliche Faktoren, u.a. Beeinträchtigungen des im Ohr gelegenen Gleichgewichtsorganes, zentral gelegene Störungen (z.B. Durchblutungsstörungen des Gehirns), Herz-Kreislauf-Erkrankungen, hormonelle Fehlregulationen und sehr häufig psychogene Auslöser.

Zu einer adäquaten Schwindeldiagnostik gehören, ein ausführliches Anamnesegespräch (Fragen nach der Vorgeschichte und der aktuellen Symptomatik), ebenso eine körperliche Untersuchung. Beim Anamnesegespräch geht es insbesondere um Art und Dauer des Schwindels und eventuelle Begleitsymptome wie Übelkeit, Erbrechen, Hör- oder Sehstörungen. Die körperliche Diagnostik erfordert eine internistische und neurologische Untersuchung, inklusive eines Hör- und Sehtestes. Sollten sich im Rahmen dieser Maßnahmen Hinweise auf eine körperliche Schwindelursache ergeben, resultiert hieraus die Notwendigkeit weiterer Untersuchungen, wie beispielsweise einer Blutuntersuchung, einem Langzeit-EKG oder seltener einer Kernspintomografie (MRT) bzw. einer CT.

Kritisch anzumerken ist allerdings, dass für die oft gestellte Diagnose eines „vertebragenen Schwindels“, also einer in Verschleißerscheinungen der Halswirbelsäule (HWS) begründeten Schwindelsymptomatik (Schwindel durch Liegen), weder klare diagnostische Kriterien, noch die Möglichkeit einer eindeutigen Objektivierung bestehen. Ein röntgenologischer Nachweis verschleißbedingter HWS-Veränderungen, ist mitnichten ein Anhalt für eine Auslösung von Schwindelbeschwerden. Vermutet wird das Verletzungen von im Bereich der Halswirbelsäule gelegener Weichteile - Gelenkkapseln, Bändern und Muskeln des Nackens - deren Rezeptorfunktion beeinträchtigen und so zu einer gestörten Gleichgewichtsregulation führen können. Objektivierbar ist diese Annahme jedoch ebenfalls nicht.

Viel Antwort zu einer kurzen Frage. Aber, Sie sehen das die Ursachenpalette breit ist. Angefangen von harmlosen Kreislaufregulationsstörungen bis hin zu komplexeren Ursachen.
Zur Erteilung eines individuell abgestimmten Ratschlages empfiehlt es sich bei einem Fortbestehen der Beschwerden oder auch im Hinblick auf den Verdacht einer chronischen Sinusitis, dass Sie in Abstimmung mit Ihrem Hausarzt ggf. einen HNO-Arzt oder auch in Zusammenhang mit der geschilderten migräneartigen Symptomatik einen Neurologen zu einer Beratung aufsuchen.

Allerdings sollten Sie bedenken, dass ein wesentlicher Teil Ihrer Beschwerden zwar wiederkehrend, aber in relativ langen Abständen auftritt – manchmal liegt´s auch an der Tagesform.

Und jetzt noch einige Informationen zur chronischen Sinusitis:

Hartnäckigere Infektionen der oberen Atemwege oder wiederkehrende Infektionen wie z.B. eine chronische Nasennebenhöhlenentzündungen (chronische Sinusitis) können eine antibiotische Therapie erforderlich machen. Ein gelblich grünes Nasensekret, häufig in Verbindung mit Kopfschmerzen sind typische Symptome für eine Entzündung der Nasennebenhöhlen.

Bei einer Entzündung der Nasennebenhöhlen (Sinusitis) versucht man insbesondere mit Nasenspray (maximal eine Woche anwenden) die Schleimhäute abzuschwellen (=Nase frei), mit einem schleimlösenden Medikament (Mukolytikum, z.B. myrtehaltige Präparate – hier Gelomyrtol) den Schleimabfluss zu erleichtern und bei Hinweisen auf einen bakteriellen Infekt durch ein Antibiotikum vorhandene bakterielle Erreger abzutöten. Bei chronischen Entzündungen kommen antientzündlich wirkende Präparate (z.B. kortisonhaltige Sprays) zur Anwendung.

Im Falle einer allergisch bedingten Ursache einer chronischen Sinusitis vor, kann mit antiallergisch wirkenden Medikamenten und korticoidhaltigem Nasenspray behandelt werden.

Sollten die wiederkehrenden Beschwerden auf das Vorliegens anatomischer Nasenveränderungen zurückzuführen sein, wäre ggf. eine operative Nasenkorrektur – eine Polypenentfernung ist ja schon erfolgt - zu erwägen.

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Bernd
(Unregistriert)
23/07/03 20:56
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Re: Chr. Schwindel / Unwohlsein

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Danke für die ausführlichen Hinweise.
Stichwort "Ausschlussdiagnose" - es sind ja zahlreiche Untersuchungen vorgenommen worden, Ultraschall hatte ich noch vergessen - was sonst? Hausstaub? Zum Urologen?
Es wäre (inzwischen) einfach mal hilfreich, wenn jemand das identifizieren könnte, was nach Ausschluss der vielen Varianten _übrig_ bleibt...

Ich darf mal zusammen fassen:
- HNO/Sinusitis: Nein, wird inzwischen ausgeschlossen, andere Symptomatik
- HWS: Nein
- Hirntumor: Nein (MRI)
- "Tagesform": Nein, Leichter Kopfschmerz mit leichtem Schwindel tritt ja _häufig_ auf
- Magen/Darm: Nein

Also, was bleibt?
Danke für Hinweise !


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Cyberdoktor
(stranger)
23/07/03 23:46
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Re: Chr. Schwindel / Unwohlsein

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Hallo Bernd,

wie schon beschrieben bleiben da noch einige Ursache-Wirkungsmodelle offen. Für eine entsprechende Zusammenfassung, Diskussion und Wertung der bisherigen Befunde in Realtion zum inividuellen Fall sowie ggf. einer Einleitung daraus resultierender weiterer Diagnostik- bzw. Therapiemaßnahmen ist Ihr Hausarzt der zuständige Anpsrechpartner.

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Bernd
(Unregistriert)
07/08/03 04:29
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Re: Chr. Schwindel / Unwohlsein

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Danke, wenn jemand sich nicht traut, zum Arzt zu gehen, wäre das der richtige Rat - aber mit dem Hausarzt habe ich ja, wie beschrieben, schon oft gesprochen und tue dies auch weiterhin. Er ist eben nun ratlos und _daher_ wandte ich mich an Cyberdoktor...

Also, notwendig wäre eine online-Beratung, die (für Mediziner und Patienten) Daten und Hinweise für jene (seltenen) Fälle sammelt, wo der Hausarzt _nicht_ mehr weiter weiss und nicht, mit Verlaub, für die Allgemeinplätze (was ja auch seinen "Kundenkreis" hat).

Scheint mir eine valide Startup-Idee zu sein. Oder ein NGO. Wie auch immer - wer hat (als Mediziner) Lust, da mitzumachen?
// Bernd
bvdb@asa.de


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Caro_MA
(Unregistriert)
23/02/06 22:25
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Re: Chr. Schwindel / Unwohlsein

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Hallo Bernd,
hast du inzwischen rausgekriegt, was es war/ist? Mir geht es nämlich so wie dir und keiner kann mir so recht sagen, was es ist. Habe alle ein bis zwei Monate Schwindelattacken, die dann nach drei tagen abklingen und auch oft Kopfschmerzen im Nachhinein. Wäre schön, wenn du dich melden könntest


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Becki
(Unregistriert)
01/03/06 16:34
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Re: Chr. Schwindel / Unwohlsein

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Hallo Bernd,Hallo Caro,

möchte einen kleinen Tipp geben, seht mal bitte auf der Seite www.neuro24.de/s3.htm nach. Kleine Sache große Wirkung...
Liebe Grüße Becki


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