| Medizinforen : Kinderheilkunde |
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Unbekannt (Unregistriert) 21/06/08 21:37 |
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Pneumokokkenimpfung | Antwort schreiben |
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hallo cyberdoktorteam meine beiden töchter 16 und 11) leiden beide an häufigen nasennebenhöhlenentzündungen bzw mittelohrentzündungen, welches bei jedem der beiden zu 4-5x antibiotikabehandlung im vergangenen jahr führte. meine frage an ihnen ist nun, ob eine impfung gegen pneumokokken dieses recht häufige erkrankungsrisiko eindämmen könnte? | |||
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Cyberdoktor (stranger) 24/06/08 02:37 |
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Re: Pneumokokkenimpfung | Antwort schreiben |
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Hallo, "meine beiden töchter 16 und 11) leiden beide an häufigen nasennebenhöhlenentzündungen bzw mittelohrentzündungen...meine frage an ihnen ist nun, ob eine impfung gegen pneumokokken dieses recht häufige erkrankungsrisiko eindämmen könnte?" eine Pneumokokkenimpfung wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO)für alle Kinder bis 24 Monate empfohlen. Der Hintergrund ist, dass Streptococcus pneumoniae zur Zeit der häufigste Erreger schwer verlaufender bakterieller Infektionen bei Säuglingen und Kleinkindern ist, die Impfung kann hier vor schweren Komplikationen schützen. ![]() Streptococcus pneumoniae: Rasterelektronenmikroskop-Aufnahme. Bild: CDC/Richard Facklam. Für ältere Kinder, Jugendliche und Erwachsene sind die schweren Erkrankungsverläufe dann eher selten und der Nutzen der Impfung nicht so eklatant wie bei den Kleinkindern. Erst für Senioren über 60 wird die Impfung dann wieder wichtig, denn sie können durch Pneumokokken ernsthaft krank werden, ebenso Patienten mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung bei angeborenen oder erworbenen Immundefekten oder schweren chronischen Krankheiten. Ihre Töchter würden von einer Impfung also normalerweise nicht in dem Masse profitieren wie die genannten Risikogruppen. Es gilt aber, dass Pneumokokken in jeder Altersgruppe die häufigsten bakteriellen Erreger lokaler Infektionen wie Otitis media, Sinusitis oder Pneumonie sind. Nun ist es leider nicht sicher, dass dies auch die Erreger sind, die bei Ihren Töchtern die Probleme verursachen, für die beschriebenen Erkrankungen kommen auch andere Bakterien, Viren sowie ungünstige anatomische Gegebenheiten in Frage, wenn letzteres der Fall ist, dürften bei Ausschaltung der Pneumokokken sonstige Bakterien oder eben Viren weiter Probleme bereiten. Theoretisch ist es denkbar, dass diese Impfung auch Jugendlichen hilft, die Studie "Prevention of otitis media by vaccination." (Drugs. 2002;62(10):1441-5.) berichtet aber, das nach einer Pneumokokkenimpfung statt Pneumokokken dann andere Erreger dem Patienten Ohrenentzündungen verursachen, und eine Impfung gegen einen Erreger nicht reicht. Eine Impfung Ihrer Töchter hätte also experimentellen Charakter, ein Nutzen nicht eindeutig, diskutieren Sie das bitte mit dem HNO Arzt, fragen Sie ihn, ob er eine Pneumokokkenimpfung für sinnvoll hält. Schreiben Sie uns, was der Arzt sagt, wir freuen uns immer über eine Rückmeldung. Beste Grüsse Ihr Cyberdoktor-Team | |||
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