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Unbekannt
(Unregistriert)
08/11/03 01:46
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Streptokokken und Scharlach

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Mein Sohn (4) hatte einige Wochen eine Magen-Darm-Infekt, danach einen Hautausschlag und dann Schmerzen in den Gelenken und Augen. Seit heute schuppt sich die Haut an den Handinnenflächen. Nun meint mein Arzt, daß der Scharlach gehabt haben könnte und hat ein Penicillin aufgeschrieben.

Kann ein unentdeckter Scharlach Spätfolgen haben? Muß mein Sohn noch weiter untersucht werden (z.B. Herz?)

Danke vorab.


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Cyberdoktor
(stranger)
16/11/03 19:52
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Re: Scharlach

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Liebe/r Cyberdoktor-Nutzer/in,

"Mein Sohn (4) hatte einige Wochen eine Magen-Darm-Infekt, danach einen Hautausschlag und dann Schmerzen in den Gelenken und Augen. Seit heute schuppt sich die Haut an den Handinnenflächen. Nun meint mein Arzt, daß der Scharlach gehabt haben könnte"
Die Beschreibung passt zu Scharlach. Scharlach ist eine durch Sreptokokken-Bakterien ausgelöste akute Infektionskrankheit, die plötzlich mit hohem Fieber, Halsschmerzen und ggf. weiteren unspezifischen Krankheitssymptomen, wie Husten, Erbrechen, Herzrasen, Kopf- und Bauchschmerzen beginnt.


streptokokken
Scharlacherreger: Streptokokken. Rasterelektronenmikroskop-Aufnahme.
Bild: CDC/Richard Facklam.



streptokokken
Streptokokken: typische Kettenbildung.
Bild: CDC.

Während der ersten drei Tage ist die Zunge belegt, danach sieht sie typischerweise himbeerartig (vergrößerte Zungenpapillen) aus.

Himbeerzunge
Scharlach-Symptom: typische Himbeerzunge.
Bild: Martin Kronawitter, Creative Commons Attribution ShareAlike 2.5 License


Der typische Hautausschlag - das sog. Scharlachexanthem, beginnt am ersten oder zweiten Krankheitstag am Oberkörper und in den Leisten um sich anschließend, unter Aussparung der Handinnenflächen und Fußsohlen, über den Körper auszubreiten.


scharlach ausschlag
Scharlach: fleckiger Hautausschlag am Rücken.
Bild: Alicia Williams, Creative Commons Attribution ShareAlike 2.5 License


Zusätzlich imponiert eine Blässe um die Mund-, Kinn-Partie.


periorale Blässe
Scharlach (2 1/2 jähriges Kind): roter Ausschlag im Gesicht, das Mund-Kinn-Dreieck bleibt dabei ausgespart (periorale Blässe).
Bild: Alicia Williams, Creative Commons Attribution ShareAlike 2.5 License


Das Exanthem verschwindet nach 6-9 Tagen. Einige Tage danach kommt es zur Abschuppung der Haut, insbesondere der Handinnenflächen und Fußsohlen.


scharlach: hautschuppung hand
Scharlach: groblamellöse Schuppung an der Hand.
Bild: Martin Kronawitter, GNU Freie Dokumentationslizenz


Scharlach hinterlässt meist keinen kompletten Schutz gegen eine Neuansteckung (Immunität), wenn überhaupt kommt es nur zu einer Unempfindlichkeit gegen den jeweils aktuelle Erreger, es gibt aber diverse Untertypen.

"Kann ein unentdeckter Scharlach Spätfolgen haben? "

Der Krankheitsverlauf ist in der Regel gutartig.

Wird der Erkrankte frühzeitig und über eine ausreichend lange Zeit mit Antibiotika behandelt, tritt der Hautausschlag meist nur sehr kurze Zeit auf. Das Risiko von Folge-Erkrankungen sinkt damit deutlich

In seltenen Fällen kann ein Patient, der nicht ausreichend mit Antibiotika behandelt wurde, zwei bis drei Wochen nach der Krankheit schwere Folge-Erkrankungen von Herz, Nieren, Gelenken oder Gehirn entwickeln.

Meist wird eine Scharlacherkrankung (abhängig von der Krankheitssymtomatik) mit der Gabe eines Antibiotikums behandelt. Dies um seltene, aber tiefergreifende Folgeerkrankungen - hier insbesondere eine Blutvergiftung (septischer Verlauf), ein Kreislaufversagen durch Erbrechen und Durchfälle sowie Entzündungen des Herzmuskels (toxischer Verlauf), der Hirnhäute (Meningitis), der Nasennebenhöhlen (eitrige Sinusitis) oder des Mittelohres (Otitis media) zu vermeiden.

Wie gesagt, es handelt sich dabei um sehr selten auftretende Folgeerkrankungen. Weitere ärztliche Untersuchungen sind erforderlich, wenn der Verlauf auf eine entsprechende Krankheitssymptomatik hindeuten würde.

Alles Gute wünscht Ihnen und Ihrem Sohn
Ihr Cyberdoktor-Team

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BrigitteRose
(stranger )
08/08/08 23:26
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Spätfolgen unbehandeltzer Scharlach

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Hallo, meine 3,5 jährige Tochter bekam im Urlaub Scharlach. Allerdings hatte sie kein hohes Fieber. Die Symptome waren 2 Tage Ausschlag, danach Himbeerzunge die schmerzte und gerötete Lippen. Es wurde kein Abstridh gemacht. Der Arzt war ein Allgemeinarzt mit antrophosophischer ausrichtung. Er verschrieb kein Antibiotikum . Wir mussten nur 5 Tage in der Wohnung bleiben was kein Problem war. Nun habe ich von Spätfolgen gelesen, die auftreten können. Können Sie mir sagen , was hier in Betracht kommt und innerhalb welches Zeitraums?. KAnn man die Folgen evtl. absehen indem man das Blut untersucht. Meine Tochter hat ein offenes Foramen ovale von 3mm. Danke für die Antwort.


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Cyberdoktor
(stranger)
11/08/08 16:54
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Re: Spätfolgen unbehandeltzer Scharlach

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Hallo,

"meine 3,5 jährige Tochter bekam im Urlaub Scharlach. Allerdings hatte sie kein hohes Fieber."
dazu muss es auch nicht kommen.

" Die Symptome waren 2 Tage Ausschlag, danach Himbeerzunge die schmerzte und gerötete Lippen... Der Arzt war ein Allgemeinarzt mit antrophosophischer ausrichtung. Er verschrieb kein Antibiotikum ."
bei Scharlach wäre das ein klarer Behandlungsfehler. Wenn es zu Komplikationen kommt, könnten Sie den Arzt zur Rechenschaft ziehen.

Das Robert Koch-Institut sagt in seinem Epidemiologischen Bulletin 43/2000 zum Thema Scharlach und andere Infektionen durch Streptococcus pyogenes klipp und klar: Therapie der Wahl bei Rachen- und Hautinfektionen mit S. pyogenes ist die 10-tägige Gabe von Penicillin (oral oder parenteral).

Aute Komplikationen und Spätfolgen lassen sich durch eine Antibiotikabehandlung meist vermeiden.

"Nun habe ich von Spätfolgen gelesen, die auftreten können. "
Spätfolgen von Streptokokken-Infektionen können (nach ca. 2-3 Wochen) das akute rheumatische Fieber (ARF) und eine Nierenentzündung, die akute Glomerulonephritis (AGN) sein. Daher nach 2-3 Wochen vom Arzt kontrolliert werden.

Für Panik gibt es aber keinen Grund, diese Komplikationen sind sehr selten, auch wenn nicht mit Antibiotika behandelt wurde. In Studien wurde beobachtet, dass es auch bei unbehandelten Patienten nach Streptokokkeninfektion nur in maximal 3% der Fälle zu einer Glomerulonephritis oder einem akuten rheumatischen Fieber kommt ("Antibiotics for the primary prevention of acute rheumatic fever: a meta-analysis", BMC Cardiovascular Disorders 2005, 5:11, und Treatment of acute streptococcal pharyngitis and prevention of rheumatic fever: a statement for health professionals. Committee on Rheumatic Fever, Endocarditis, and Kawasaki Disease of the Council on Cardiovascular Disease in the Young, the American Heart Association, Pediatrics. 1995 Oct;96(4 Pt 1):758-64.), Antibiotika können diese Komplikationsrate auf unter 1% drücken (0,7% in oben genannter BMC Cardiovascular Disorders Studie).

Ausserdem heilt bei den meisten Kindern eine postinfektiöse Glomerulonephritis vollständig aus.

" KAnn man die Folgen evtl. absehen indem man das Blut untersucht. Meine Tochter hat ein offenes Foramen ovale von 3mm."
im Blut könnte man nach einem fortbestehenden Entzündungsgeschehen suchen, ausserdem kann eine Nierenbeteiligung durch einen Urintest erkannt werden (Kontrolle des Urins auf Hämaturie). Gehen Sie, nicht zuletzt angesichts der Vorbelastung mit dem Foramen ovale, auf jeden Fall zwecks Kontrolle zu einem Kinderarzt und lassen sich dort beraten, schreiben Sie uns, was der Arzt sagt, wir freuen uns immer über eine Rückmeldung.


Beste Grüsse und Alles Gute, halten Sie uns auf dem Laufenden

Ihr Cyberdoktor-Team

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BrigitteRose
(stranger )
15/08/08 14:09
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Blutwerte nach Scharlach

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Hallo,

das Blutbild meiner Tochter weißt folgende abweichende Ergenisse auf


Leukozyten 4,2, Normalwert 5,5-15,5
Hämatokrit 33, Normalwert 35-43

Differentialblutbild
Eosinophile Gr. 8, Normwert 0-5

ASL-Titer kleiner 20 Normwert unter 200.

Vorzwei Wochen bekam meine Tochter einen Ausschalag der bald wieder verging. einige Taglge später eie Himbeerzunge, aber kein hohes Fieber. War das Scharlach? Die Ärzte wsind sich nicht ganz sicher. Aber für mich ist es wichtig, weil meine kleine kein antibiotika bekam.


Was bedeutet das?.



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Cyberdoktor
(stranger)
15/08/08 15:47
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Re: Blutwerte nach Scharlach

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Hallo,

"das Blutbild meiner Tochter weißt folgende abweichende Ergenisse auf
Leukozyten 4,2, Normalwert 5,5-15,5 "
leider haben Sie keine Altersangabe gemacht, bei Kindern sind Normwerte oft altersabhängig. Auch sollten stets die Einheiten genannte werden.

Die weissen Blutkörperchen (Leukozyten) sind Abwehrzellen und bekämpfen z.B. Bakterien.


Erythrozyt, thrombozyt, leukozyt
Blutzellen: Erythrozyt, Thrombozyt, Leukozyt.
Bild: NCI


Ein zu niedriger Leukozytenwert kommt z.B. bei viralen Infektionen (Grippe) vor. Der von Ihnen genannte Wert ist keine dramatische Abweichung, bei Scharlach würden die Werte stark ansteigen.

"Hämatokrit 33, Normalwert 35-43"
Der Hämatokrit ist ein Messwert für den Anteil der zellulären Bestandteile am gesamten Blutvolumen. Derart minimale Abweichungen von der Norm sind meist nur kontrollbedürftig, oder was sagt der Arzt?

"Differentialblutbild
Eosinophile Gr. 8, Normwert 0-5 "
Granulozyten sind eine Untergruppe der Leukozyten. Es gibt diverse Arten von Granulozyten, vermutlich sind bei Ihnen die nach ihrer Anfärbbarkeit eosinophilen gemeint.

Eosinophile Granulozyten spielen z.B. eine Rolle bei allergischen Reaktionen des Körpers, der Abwehr von Infektionen mit Würmern und anderen Parasiten, finden sich aber auch bei bestimmten Hauterkrankungen, bei beginnender Heilung von Infekten, und nach Insektenstichen. Bei Scharlach kann es während der zweiten Erkrankungswoche zu einer Eosinophilie (Anstieg der eosinophilen Granulozyten) auf 20% kommen.

Bei dem genannten Wert würde man nur von einer kleinen Abweichung sprechen, wie sieht das der Arzt?


eosinophiler
Blutausstrich: eosinophiler Granulozyt.
Bild: Commons, GNU Freie Dokumentationslizenz


"ASL-Titer kleiner 20 "
gemeint ist hier der Antistreptolysine-Titer, also die Menge von gegen die Gifte ( Toxine,Streptolysine) der Streptokokken gerichtete Antikörpern. Werte von unter 200 (Altersgruppe 6-20 Jahre sprechen gegen eine Streptokokkeninfektion oder einer Folgeerkrankung (z. B. rheumatisches Fieber, Glomerulonephritis). Bei einer Streptokokkeninfektion beginnt der Antistreptolysin O-Titer (ASL) nach ca. einer Woche anzusteigen, erreicht nach 3-5 Wochen ein Maximum und fällt dann in knapp einem halben Jahr wieder auf den Ausgangswert zurück. Wichtiger als der absolute Wert ist bei einer Normwertüberschreitung der Verlauf (Titeranstieg) über 1-2 Wochen.

"...weil meine kleine kein antibiotika bekam."
warum nicht? Im Zweifel sollte man bei einem Scharlachverdacht lieber bereits bei einem Verdacht Antibiotika geben.

"Vorzwei Wochen bekam meine Tochter einen Ausschalag der bald wieder verging. einige Taglge später eie Himbeerzunge, aber kein hohes Fieber. War das Scharlach?"
eine rote Zunge ist nicht nur bei Scharlach zu finden, der niedrige ASL-Titer spricht gegen Scharlach. Der ASL-Test kann aber in einem kleinen Teil der Fälle die Infektion nicht anzeigen. Ein einzelner Test ist möglicherweise bei einer Diskrepanz zwischen dem klinischen Bild (Ausschlag, Himbeerzunge) nicht ausreichend ("Interpreting a single antistreptolysin O test: a comparison of the "upper limit of normal" and likelihood ratio methods.", J Clin Epidemiol. 1993 Oct;46(10):1181-5.).

Wir raten zur Testwiederholung, ausserdem kann man den ASL-Test mit einer Anti-DNAse B-Titerbesimmung (ADB, die DNAse B ist ein von Streptokokken produziertes Enzym) ergänzen, zeigen sich bei mehrmaligen Tests für beide Antigene keine Auffäligkeiten, ist es sehr unwahrscheinlich, dass die Symptome durch Streptokokken ausgelöst wurden.

Beste Grüsse und Alles Gute, halten Sie uns auf dem Laufenden

Ihr Cyberdoktor-Team

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Unbekannt
(Unregistriert)
09/02/09 23:39
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Streptokokken-dauerhaft?

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Hallo
Bei meinem Sohn 4 Jahre) wurden im vergangenen Jahr mehrere Male Streptokokken im Rachenraum festgestellt-anhand eines Schnelltests Jedes Mal wurde mit Antibiotikum 10 Tage behandelt Letzten Freitag waren wir wieder beim KA, da mein Sohn leicht erhöhte Temp. 38,5), leichter Husten und Schnupfen und Kopfweh hatte Der Arzt machte um sicher zu gehen, wieder den Schnelltest und siehe da, wieder Streptokokken Jetzt meine Frage kann es sein, das mein Sohn die Streptokokken dauerhaft hat und das dasnpositive Ergebnis jeweils ein Zufallsbefund war Ich muss dazu sagen, das auch bei den anderen Malen keine konkreten Symptome bei meinem Sohn festzustellen waren, die z.B. auf Scharlach oder eine Mandelentzündung hingedeutet hätten wie z.B. Halsschmerzen, hohes Fieber
Woher kommen die Streptokokken jedes Mal und wie kann man sie dauerhaft in den Griff bekommen bzw. welchen Schaden richten sie an? Ich bin mittlerweile echt ratlos, da ich mir auch nicht mehr sicher bin, ob er jedes Mal AB bekommen muss Liebe Grüsse



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Cyberdoktor
(stranger)
10/02/09 01:52
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Re: Streptokokken-dauerhaft?

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Hallo,

"Bei meinem Sohn 4 Jahre) wurden im vergangenen Jahr mehrere Male Streptokokken im Rachenraum festgestellt...Jetzt meine Frage kann es sein, das mein Sohn die Streptokokken dauerhaft hat"
ja.

"das auch bei den anderen Malen keine konkreten Symptome bei meinem Sohn festzustellen waren, die z.B. auf Scharlach oder eine Mandelentzündung hingedeutet hätten wie z.B. Halsschmerzen, hohes Fieber...bzw. welchen Schaden richten sie an"
es wird diskutiert, das auch auch ohne Scharlach-Symptome die Gefahr besteht, dass der Körper mit einer Immunreaktion auf die Streptokokken reagiert (mit der Möglichkeit, dass dann ein rheumatisches Fieber oder eine Glomerulonephritis entsteht), ob das Immunsystem bereits auf die Streptokokken reagiert hat, kann der Arzt mit entsprechenden Bluttests nachweisen.

"Woher kommen die Streptokokken jedes Mal"
entweder sind das zufällige Neuansteckungen. Oder die Bakterien besiedeln Rachen / Mandeln des Sohnes und die Antibiotika haben versagt ("Failure of penicillin to eradicate group A beta-hemolytic streptococci tonsillitis: causes and management.", J Otolaryngol. 2001 Dec;30(6):324-9., und "Potential mechanisms for failure to eradicate group A streptococci from the pharynx.", Pediatrics. 1999 Oct;104(4 Pt 1):911-7).

In der Kinderarztpraxis finden sich Streptokokken-Träger recht häufig ("Incidence of Streptococcal Carriers in Private Pediatric Practice ", Arch Pediatr Adolesc Med. 1999;153:624-628. ).

"da mein Sohn leicht erhöhte Temp. 38,5), leichter Husten und Schnupfen...das dasnpositive Ergebnis jeweils ein Zufallsbefund war"
er hatte milde Symptome, dann ist der Streptokokkenfund nicht unbedingt ein Zufallfund.

"und wie kann man sie dauerhaft in den Griff bekommen "
man wird zunächst je nach Einzelfall nur beobachten oder mit Antibiotika behandeln, einige Ärzte befürworten bei wiederholten Infektionen (allerdings mit Entzündung!) im Rachen sogar eine Mandelentfernung. Es gibt Studien, die auf einen günstigen Effekt der Mandelentfernung deuten, ohne Tonsillektomie ist das Risiko für erneute Entzündungen dreimal höher ("Efficacy of tonsillectomy in treatment of recurrent group A beta-hemolytic streptococcal pharyngitis", Laryngoscope. 2006 Nov;116(11):1946-50.). Man sollte vor einer OP aber auf jeden Fall mehr als einen Arzt befragen, ob die OP auch bei einem Träger ohne Symptome sinnvoll ist, ist eher fraglich.

Die aktuelle Fachliteratur geht eher davon aus, dass man nicht jeden Träger von Streptokokken behandeln muss ("Streptococcal Infections: Clinical Aspects, Microbiology, and Molecular Pathogenesis
Veröffentlicht von Oxford University Press US, 2000") Zitat: "most do not warrant treatment" dies bestätigt auch "Pädiatrie: Grundlagen und Praxis", Lentze, Springer 2003, Zitat: asymptomatische Kontaktpersonen müssen nicht ... behandelt werden ... Gleiches gilt auch für asymptomatische Träger.

Was sagt denn der Kinderarzt zu den häufigen Nachweisen?

Übrigens können sich Streptokokken auch auf Zahnbürsten festsetzen und so den Therapieerfolg der Antibiotika stören ("Persistence of group A beta-hemolytic streptococci in toothbrushes and removable orthodontic appliances following treatment of pharyngotonsillitis.", Arch Otolaryngol Head Neck Surg. 1998 Sep;124(9):993-5.).

"da ich mir auch nicht mehr sicher bin, ob er jedes Mal AB bekommen muss"
das ist eine gute Frage, angesichts der oben genannten Gefahren werden viele Ärzte Streptokokken-Infekte grundsätzlich mit Antibiotika behandeln, ob dies auch bei jedem Träger nötig ist wird diskutiert, siehe die zitierten Fachbücher, die genau das nicht für nötig betrachten (wir würden normalerweise der Fachliteraut folgen). Man sollte daher bei einem Dauerzustand mehrere Meinungen einholen.

Bitte berichten Sie uns über den weiteren Verlauf.

Beste Grüsse und Alles Gute, halten Sie uns auf dem Laufenden

Ihr Cyberdoktor-Team

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Unbekannt
(Unregistriert)
10/02/09 21:32
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Re Streptokokken-dauerhaft?

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Liebes Cyberdoktor-Team
Ich möchte mich ersteinmal recht herzlich für diese kompetente und ausführliche Antwort bedanken Ich bin eher zufällig auf Ihre Seite geraten und bin jetzt echt baff, wieviel Mühe sie sich mit meiner Frage gegeben haben-damit habe ich echt nicht gerechnet Tausend Dank dafür

Ihre Frage Was sagt der KA zu den häufigen Streptokokkenfunden Dazu muss ich noch erklären, dass mein Sohn einen Herzfehler -VSD hatte im Alter von 6 Monaten operiert wurde) und jetzt laut behandelndem Kinderkardiologen keine besondere Behandlung mehr bedarf, sprich Endokarditisprophylaxe Der KA sieht das aber anders und denkt, das man bei ihm schneller ein AB geben sollte
Darüber hinaus denke ich, dass ich ihn erst auf die Idee gebracht habe, das mein Sohn evtl. dauerhaft die Streptokokken haben könnte Der Ka fand es nicht ungewöhnlich, das er 4 mal einen positiven Test hatte Dazu muss ich sagen, dass mein Sohn in letzter Zeit, etliche, ähnliche, leichte Infekte hatte, aber nicht jedes Mal getestet wurde, ob er Streptokokken hat Jetzt hat der KA aber empfohlen, das er nach absetzen des AB noch einmal auf die Str. getestet werden soll und danach weiter geschaut wird

Ich halte Sie auf jeden Fall auf dem Laufenden

Liebe Grüsse



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Cyberdoktor
(stranger)
10/02/09 22:42
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Re: Re Streptokokken-dauerhaft?

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Hallo,

"Ihre Frage Was sagt der KA zu den häufigen Streptokokkenfunden Dazu muss ich noch erklären, dass mein Sohn einen Herzfehler -VSD hatte im Alter von 6 Monaten operiert wurde) und jetzt laut behandelndem Kinderkardiologen keine besondere Behandlung mehr bedarf, sprich Endokarditisprophylaxe Der KA sieht das aber anders und denkt, das man bei ihm schneller ein AB geben sollte"
normalerweise kann der Kinderkardiologe die Risiken gut einschätzen und man kann seinen Anweisungen vertrauen.

"Der Ka fand es nicht ungewöhnlich, das er 4 mal einen positiven Test hatte"
wir auch nicht, es gibt, wie gesagt, viele asymptomatische Träger.

" Dazu muss ich sagen, dass mein Sohn in letzter Zeit, etliche, ähnliche, leichte Infekte hatte,"
das wäre in diesem Alter nicht ungewöhnlich.

" aber nicht jedes Mal getestet wurde, ob er Streptokokken hat"
dafür gibt es normalerweise auch keinen Anlass.

" Jetzt hat der KA aber empfohlen, das er nach absetzen des AB noch einmal auf die Str. getestet werden soll"
das sollte man, es ist ja interessant zu wissen, ob die Antibiotika die Streptokokken eliminieren.

"Ich halte Sie auf jeden Fall auf dem Laufenden"
gern!

Beste Grüsse und Alles Gute, halten Sie uns auf dem Laufenden

Ihr Cyberdoktor-Team

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