| Medizinforen : Dermatologie |
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Irina (Unregistriert) 17/10/01 22:45 |
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Feigwarzen | Antwort schreiben |
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Liebes Team, bei meinem Mann wurden zum 3. Mal Feigwarzen festgestellt. Die beiden Male vorher wurden die (kleinen) Warzen immer mit Laser im Krankenhaus entfernt. Leider ist immer der Bereich der Urethra betroffen, so dass sie nicht durch Selbstbehandlung zu entfernen sind. Gibt es denn irgendwelche immunmodulierende Salben, die man auch in diesem Bereich anwenden kann. Was kann man denn überhaupt tun, um diese Warzen loszuwerden? Die letzte "Erscheinung" war 11 Monate her und wir dachten schon, jetzt hätten wir es endlich gepackt..... wir sind schon ganz verzweifelt... Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar. | |||
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Cyberdoktor (stranger) 18/10/01 01:17 |
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Re: Feigwarzen | Antwort schreiben |
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Liebe Irina, Condylome (Feigwarzen) sind meist warzenartige Hautveränderungen viraler Ursache. Die Viren gehören zur Gruppe der Papillomaviren, eine Virusgattung mit 85 Untertypen. Sie gelangen über Mikroverletzungen in die Haut, ihre Übertragung erfolgt insbesondere über Geschlechtsverkehr. Als Risikofaktoren für eine Infektion mit dem humanen Papillomavirus gelten dementsprechend häufig wechselnde Sexualpartner, zusätzliche Infektionen mit sexuell übertragbaren Erregern (v. a.HIV) sowie Begleiterkrankungen wie z.B. eine Balanitis (Eichelentzündung), eine Phimose, eine Urethritis (Harnröhrenentzündung), bei vermehrtem Fluor vaginalis, bei Ekzemen und Hämorrhoiden. Entsprechend des Übertragungsmechanismus finden sich Feigwarzen überwiegend in der Anogenitalregion. Vorkommen können durch das Papillomavirus verursachte Veränderungen aber auch in anderen Hautarealen und im Bereich der Atemwege. Das Erscheinungsbild der Hautveränderungen ist vielfältig, wobei die Infektionen auch häufig unsymptomatisch sind. Aus stecknadelkopfgroßen Knötchen können blumenkohl- und/oder hahnenkammartige Wucherungen entstehen. Als Inkubationszeit der Infektion gilt eine Dauer von vier Wochen bis zu mehreren Monaten. Statistisch ist etwa ein Prozent der sexuell aktiven Erwachsenen zwischen 15 und 49 Jahren von den warzenartigen Veränderungen im Anogenitalbereich betroffen. Das eigentliche Problem ist, dass ein Teil der Virusuntergruppen eine bösartige Veränderung der Hautwucherungen bewirken kann. Bei Frauen mit Gebärmutterhalskarzinomen kann in der überwiegenden Anzahl der Fälle eine Papillomavirusinfektion nachgewiesen werden. An Therapieverfahren stehen neben einem mechanischen Verfahren (Ausschneidung, Kälte- und Laserverfahren), schonendere lokal-medikamentöse Verfahren mit Podophyllotoxin, Imiquimod, oder Interferon-beta-Gel zur Verfügung. Vor Anwendung der Therapieverfahren muss eine Bösartigkeit der Hautveränderungen ausgeschlossen werden. Und -ganz wichtig- die Partnerbehandlung nicht vergessen. Aufgeklärt? – Therapie erforderlich! Weitere Diskussionsbeiträge zu ähnlichen Fragestellungen finden Sie , wenn Sie z.B. den Begriff „Condylome“ oder „Feigwarzen“ in unserer Suchmaschine (finden Sie am oberen und unteren Bildrand) eingeben (Suche in: Cyberdoktor-Frageforen). Hier noch eine weitere Informationsuelle: Hoc, Siegfried Humanpathogene Papillomviren: Pharmakotherapie der Genitalwarzen Deutsches Ärzteblatt 97, Heft 38 vom 22.09.00, Seite A-2478 . Alles Gute wünscht Ihr Cyberdoktor-Team | |||
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Irina (Unregistriert) 18/10/01 21:06 |
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Re: Feigwarzen | Antwort schreiben |
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Danke für die ausführliche Antwort! Allerdings war mir das soweit schon aus anderen Antworten auf Fragen bekannt. Gibt es denn irgendeinen dieser Medikamente, die man im Bereich der Urethra anwenden kann? Aldara z.B. darf man nicht auftragen. Nützt es denn, das Immunsystem aufzubauen, damit die Viren keine Chance mehr haben? Wenn ja, wie genau? Wenn man z.B. ein Jahr äußerlich keine Warzen mehr feststellt, muss man dann immer noch mit einem Ausbruch rechnen. Ist man davon irgendwann einmal geheilt?? | |||
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Cyberdoktor (stranger) 20/10/01 04:36 |
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Re: Feigwarzen | Antwort schreiben |
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Hallo Irina, es besteht die Möglichkeit der lokalen Anwendung eines Interferon-Gels (Interferon-beta-Gel/Fiblaferon®) nach Abtragung externer genitoanaler Warzen mit dem Elektrokauter oder Laser. Bei etwa 70 Prozent der Behandlungsfälle – so die Berichte - sei eine komplette Rückbildung der Condylome zu beobachten. Wenn die Condylome samt enthaltener Viruslast vollständig entfernt werden konnten, ist von einer Heilung im Sinne einer Virusbeseitigung auszugehen. Ein Immunsystem muss nur „aufgebaut“ werden, wenn es beeinträchtigt ist. Ein Papillomavirusinfektion kann auch bei einem starken Abwehrsystem auftreten. Nochmal zum Interferon-beta-Gel: An Nebenwirkungen beschrieben wird eine vorübergehende Rötung, bzw. ein leichtes Brennen oder trockene Haut. Die Anwendung in Schleimhautnähe wird nicht explizit verneint, auf den Schleimhäuten darf es aber nicht eingesetzt werden. Diesbezüglich sollte Ihr Mann mit seinem behandelnden Arzt Rücksprache halten. Und - wie gesagt – die Partnerbehandlung nicht vergessen. Ansonsten kommt es zur gegenseitigen Reinfektion. Alles Gute wünscht Ihnen und Ihrem Mann Ihr Cyberdoktor-Team | |||
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Irina (Unregistriert) 30/10/01 00:42 |
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Re: Feigwarzen | Antwort schreiben |
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Liebes Team, mein Mann war beim Arzt. Dieser hatte jetzt vorgeschlagen, mit Thuja zu behandeln. (2x am Tag 5 Tropfen auf ein Glas Wasser) Falls diese Methode erfolgreich sein sollte, bis wann sollte man ein "Ergebnis" sehen. Wir wollen ja nicht unnötig Zeit verstreichen lassen. Wie äußert sich das (Erscheinungsbild), wenn Thuja "anschlagen" sollte? Für Die Antwort wieder vielen Dank im voraus. | |||
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Cyberdoktor (stranger) 30/10/01 05:41 |
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Re: Feigwarzen | Antwort schreiben |
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Hallo Irina, die Wirksamkeit der Thujatinktur bei Feigwarzen ist nicht gesichert. Eine Besserung fällt durch eine Verschwinden der Feigwarzen auf. Viel Erfolg wünscht Ihnen und Ihrem Mann Ihr Cyberdoktor-Team | |||
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Irina (Unregistriert) 09/11/01 01:33 |
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Re: Feigwarzen | Antwort schreiben |
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Bei homöopathischen Mitteln gibt es doch auch die sogenannte "Erstverschlimmerung". Könnte es also sein, dass bei der Anwendung von Thuja, auch ersteinmal die Warzen größer werden und dann erst verschwinden? | |||
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Cyberdoktor (stranger) 09/11/01 02:28 |
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Re: Feigwarzen | Antwort schreiben |
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Hallo Irina, Es kann zu einer Verschlimmerung kommen. Eine mögliche Erklärung wäre, das die Mittel nicht wirksam sind und es nach einiger Zeit einfach zu einer Heilung durch die körpereigene Abwehr kommt. Gruß, das Cyberdoktor-Team | |||
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Unbekannt (Unregistriert) 29/10/06 07:26 |
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Re: Feigwarzen | Antwort schreiben |
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Liebes Team, bei mir wurde nach einem PapIIId bei einer Kolposkopie eine HPV-Besiedelung am Muttermund festgestellt, eine Probe ist gerade zur Abklärung im Labor. wäre es möglich, das Interferon-beta-Gel lokal am Muttermund anzuwenden, um die Viren direkt zu beseitigen? gibt es eventuell eine andere Möglichkeit, die Viren direkt anzugehen, z.B. Thuja in irgendeiner Form lokal anzuwenden? es geht mir unter anderem darum, im Fall von Hochrisikoviren eine Operation zu vermeiden, wenn möglich. vielen Dank im Voraus für die Antwort, Martina | |||
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Cyberdoktor (stranger) 31/10/06 23:58 |
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Re: Feigwarzen | Antwort schreiben |
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Liebe Martina, "wäre es möglich, das Interferon-beta-Gel lokal am Muttermund anzuwenden, um die Viren direkt zu beseitigen?" nein, das geht nur aussen. "Thuja in irgendeiner Form lokal anzuwenden?" nein, die Wirksamkeit von Thuja-Präparaten ist ohnehin nicht gesichert. "es geht mir unter anderem darum, im Fall von Hochrisikoviren eine Operation zu vermeiden, wenn möglich." PAPIIID führt nicht automatisch zu OP, siehe auch der Themenblock PAP-Test: Häufige Fragen. Beste Grüsse und Alles Gute, halten Sie uns auf dem Laufenden Ihr Cyberdoktor-Team | |||
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