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Dermatologie

Vitiligo

von vima2@gmx.de , 20.10.00 20:22
Sehr geehrtes Cybordoctor-Team,

ich hätte gern erfahren, ob es Behandlungsmöglichkeiten fuer Vitiligo gibt. Mein Mann hat diese Pigmentstörung seit seiner Kindheit und die weissen Flecken vergrössern sich immer weiter mit der Zeit. Sie sind fast am ganzen Körper verbreiten, aber vor allem an den Handgelenken, Ellenbogen und Knien. Aber auch im Gesicht um die Augen und den Mund herum.

Was ist eigentlich die Ursache dafuer und kann man das Wachstum der Flecken auf irgendeine Weise vorbeugen? Und gibt es vielleicht sogar Mittel, die die fehlenden Hautpegmente wieder ersetzen oder die Entwicklung dieser wieder anregt und/oder fördert?

Ich wäre Ihnen sehr dankbar wenn Sie uns weiterhelfen könnten.

Mit freundlichen gruessen

V. Mayer

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Re: Vitiligo

von Cyberdoktor , 21.10.00 02:12
Liebe Frau Mayer,

die Vitiligo (Weissfleckenkrankheit) gehört zu den häufigen Hautkrankheiten, daher wahrscheinlich auch ihre Übersetzung: Vitiligo - lateinisch für Hautkrankheit (Abgrenzung zu anderen Hauterkrankungen mit ähnlicher Symptomatik erforderlich: Leukoderm, Pityriasis versicolor).
Und trotzdem kann eine Ursache der Hautpigmentierungsstörungen nicht benannt werden, eine kausale Therapie ist nicht bekannt.

Als Ursache diskutiert werden unterschiedliche Modelle, so z.B. eine autoimmune Genese, eine Selbstzerstörung der Pigmentzellen durch zelltötende Stoffwechselprodukte, oder auch eine Zerstörung der Pigmentzellen durch neurale Substanzen, bzw. eine Kombination der genannten Faktoren. In ca. einem Drittel der Fälle treten die Erkrankungsfälle familiär gehäuft auf. Häufig ist eine Assoziation mit anderen Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Lupus erythematodes, und Schilddrüsenfunktionsstörungen, die daher hausärztlicherseits ausgeschlossen werden sollten.

Eine Entstehung der "Weißfleckenkrankheit" spätestens im Jugendalter ist häufig, als auslösende Faktoren vermutet werden direkte (z.B. Sonnenbrand) und indirekte traumatische Einwirkungen (z.B. starke Stressbelastung).

Aber es gibt auch Anlass zur Hoffnung. Neben dem einfachen Überschminken (ist ja eigentlich, zumindest bei ausgedehntem Befall gar nicht so einfach) gibt es Verfahren zur Imitierung der ursrünglichen Pigmentierung, z.B. die mikrochirurgische Implantation von Eisenoxidfarbpigmenten. An weiteren teils vielversprechendn Verfahren zur Repigmentierung sind aufzuführen:

- Lokale oder systemische Kortisontherapie in Verbindung mit einer UV-A-Bestrahlung oder Vitamin E Gaben
- PUVA-Therapie (UV-A-Bestrahlung in Verbindung mit hautsensibilisierenden Medikamenten -
Standardtherapie bei Schuppenflechte)
- Schmalspektrum-UV-B-Bestrahlung
- Breitband-UV-B-Behandlung mit kombinierter Vitamingabe (Folsäure/Vitamin B)

Weitere Therapieoptionen, z.B. lokale Salbenanwendungen befinden sich noch im Studienstadium, erscheinen aber vielversprechend. Weiter beraten werden Sie durch einen Hautarzt.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Cyberdoktorteam

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