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Dermatologie

Würmer/Parasiten

von Joosie , 13.12.06 00:29
Hallo,
vielleicht kann mir jemand weiter helfen.

Im Spätsommer 2006 bin ich mit meiner Freundin bei Niedrigwasser durch einen ca. 5m breiten Fluss/Bach gewatet, der auch schon seit Jahr und Tag der einheimischen Bevölkerung zum Baden dient. Es ist ein sehr klares Gewässer mit reichlichem Fischbestand.

Beim durchqueren bin ich in eine etwas tiefere Mulde geraten und habe dabei auch richtig Sediment aufgewirbelt. Mehr ist erstmal nicht passiert.

Ca. 3 Tage später habe ich dann an der rechten Wade eine kleine Entzündung entdeckt, die ich zuerst für ein eingewachsenes Haar gehalten habe.

Beim Versuch dieser vermeintliche Haar herauszuziehen habe ich gesehen, dass es sich bewegte. Es wand sich wie ein Wurm und war ca. 2-3mm lang, sehr dünn und ragte (sich windend) aus meinem Bein. Der Rest steckte drin. Leider ist es mir nicht gelungen, dieses Ding komplett herauszuziehen.

Ungefähr 3 Wochen später hatte sich diese Stelle auf eine 5-Mark-Stück große Rötung erweitert, in deren Mitte ein schwarzer kleiner Punkt zu sehen war.

Daraufhin habe ich dann mal meine Hausärztin aufgesucht. Das war so Mitte/Ende Oktober. Da sich dieser schwarze Punkt von ihr nicht entfernt werden konnte, wurde versucht, diesen mit Zugsalbe (Ichtolan) herauszuholen.
Die Rötung verschwand fast ganz, aber der schwarze Punkt blieb. Die Behandlung war damit vorerst abgeschlossen.

Irgendwie hatte und habe ich jedoch immmer noch ein komisches Gefühl in der rechten Wade, und manchmal merke ich, wie ich versuche durch Schütteln des betroffenen Beins dieses Gefühl loszuwerden. Es fühlt sich einfach an, als hätte ich etwas im Wadenmuskel sitzen, was da nicht hingehört.

So, im Laufe der Zeit wurde die Rötung wieder größter und vor drei Tagen, nach einer, für mich ungewohnte, längere sportliche Herausforderung war diese Rötung auf die stattliche Größe von 10 x 7 cm angewachsen.

Da bin ich dann mal wieder zur Hausärztin gegangen, die mich sofort in die Polioklinik für Dermatologie schickte. Dort wurde ich dann mit: "Das ist ein Zeckenbiss" und "Wissen Sie überhaupt wie eine Zecke aussieht" mit "Verdacht auf Borliliose" und prophylaktischer Einnahme von Antibiotika auf "kommen sie in 14 Tagen wieder" vertröstet.

Sicher weiss ich, wie eine Zecke aussieht, sicher weiss ich auch, dass das (2-3mm lang, dünn, sich windend wie ein Aal) keine Zecke war, aber hier in der Großstadt glaubt mir das kein Mensch.

Nun habe ich bei meinem nächsten Besuch am Fluss mit "Einheimischen" gesprochen, die mir sagten, dass es Würmer gäbe, die Fische befallen und es in der Praxis eines Tierarztes son vorkommen kann, dass auch Menschen mit tierischen Parasiten zu tun hätten.

Ich komme mit meiner Recherche irgendwie nicht richtig weiter, vielleicht weiss hier ja jemand Rat, was das für ein Getier gewesen sein könnte. Im Moment schlucke ich Antibiotika in hohen Dosen, die 10x7 cm grosse Stelle am Bein mit dem schwarzen Punkt in der Mitte verringert sich dadurch nicht, richtige Schmerzen habe ich auch nicht, aber immer dieses komische Gefühl von dem Getier im Bein und ausserdem Bedenken, dass man in der Großstadt als "Landei" nicht ernt genommen wird.

Wer weiss Rat?

Liebe Grüsse und Danke im Voraus
Joosie

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Re: Würmer/Parasiten

von Cyberdoktor , 19.12.06 22:34
Hallo,

"Im Spätsommer 2006 bin ich mit meiner Freundin bei Niedrigwasser durch einen ca. 5m breiten Fluss/Bach gewatet...Ca. 3 Tage später habe ich dann an der rechten Wade eine kleine Entzündung entdeckt, die ich zuerst für ein eingewachsenes Haar gehalten habe...beim Versuch dieser vermeintliche Haar herauszuziehen habe ich gesehen, dass es sich bewegte. Es wand sich wie ein Wurm und war ca. 2-3mm lang, sehr dünn und ragte (sich windend) aus meinem Bein. Der Rest steckte drin. Leider ist es mir nicht gelungen, dieses Ding komplett herauszuziehen."
das hört sich spannend an, war das in Deutschland? In Deutschland gibt es keine derartigen Parasiten, evt. waren Sie ja im Ausland. Bewahren Sie herausgezogene Parasiten stets auf, das kann den Ärzten bei der Wahl einer geeigneten Therapie helfen.

In Deutschland befallen die Larven von Schistosomen (Saugwürmern) häufig Badende, die harmlose Krankheit heisst dann europäische Bilharziose (Badedermatitis).

Die Larven - Zerkarien - warten im Wasser eigentlich auf ihren Zielwirt (Vögel, Enten) der Mensch wird nur zufällig besiedelt, da er als Wirt ungeeignet ist, sterben die Larven bald ab. Gegen eine Bilharziose spricht, dass Sie eine Struktur mit blossem Auge erkennen konnten, denn Zerkarien kann man nur unter dem Mikroskop sehen.


zerkarie
Zerkarie (mikroskopishe Aufnahme).
Bild: DPDx


Auch Blutegel sind denkbar, sind aber wesentlich grösser als einige Milimeter.

"Ungefähr 3 Wochen später hatte sich diese Stelle auf eine 5-Mark-Stück große Rötung erweitert, in deren Mitte ein schwarzer kleiner Punkt zu sehen war. "
das wäre zu erwarten, wenn Fremdmaterial in der Haut geblieben ist.

"Daraufhin habe ich dann mal meine Hausärztin aufgesucht. Das war so Mitte/Ende Oktober. Da sich dieser schwarze Punkt von ihr nicht entfernt werden konnte, wurde versucht, diesen mit Zugsalbe (Ichtolan) herauszuholen. "
war einen Versuch wert. Warum der schwarze Punkt sich nicht entfernen lässt, verstehen wir nicht, mittels eines Skalpells sollte das gehen.

"So, im Laufe der Zeit wurde die Rötung wieder größter und vor drei Tagen, nach einer, für mich ungewohnte, längere sportliche Herausforderung war diese Rötung auf die stattliche Größe von 10 x 7 cm angewachsen. "
ein Warnsignal und Anlass für eine weitere Kontrolle

" Dort wurde ich dann mit: "Das ist ein Zeckenbiss" und "Wissen Sie überhaupt wie eine Zecke aussieht" mit "Verdacht auf Borliliose" und prophylaktischer Einnahme von Antibiotika auf "kommen sie in 14 Tagen wieder" vertröstet."
das wäre zunächst angesichts der Rötung einen Versuch wert.

"Sicher weiss ich, wie eine Zecke aussieht, sicher weiss ich auch, dass das (2-3mm lang, dünn, sich windend wie ein Aal) keine Zecke war, aber hier in der Großstadt glaubt mir das kein Mensch. "
wir glauben Ihnen, Sie werden ja wohl eine Zecke von einer wurmähnlichen Lebensform unterscheiden können.


zecke
Zecke: Rasterelektronenmikroskop-Aufnahme.
Bild: CDC, Janice Carr.


Die ganze Sache ist aber sehr seltsam, es gibt in Deutschland keine Parasiten, die sich in der beschriebenen Art in das Bein bohren würden.

"Im Moment schlucke ich Antibiotika in hohen Dosen, die 10x7 cm grosse Stelle am Bein mit dem schwarzen Punkt in der Mitte verringert sich dadurch nicht"
hat das ein Arzt angeordnet? Wenn sich dann trotz Antibiotikatherapie keine Besserung zeigt, sollten Sie erneut den Arzt aufsuchen.

Beste Grüsse und Alles Gute, halten Sie uns auf dem Laufenden

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Re WürmerParasiten

von Unbekannt , 18.08.09 21:33
Hi ich weiß nicht ob dein wurmproblem noch akteull ist. Ich hatte heute ein ähnliches erlebnis.nur hab ich den wurm erwischt bevor er mich erwischte
auch in einem bach an einer tieferen stelle an der forellen leben. der wurm ist ca 8cm lang und ca 0,5 bis 1 mm. Hast du was neues rausgefunden?
ein freund von mir nimmt ihn morgen mit zum angelverein. gruß petra

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Re: WürmerParasiten

von Cyberdoktor , 18.08.09 22:19
Liebe Petra,

"Ich hatte heute ein ähnliches erlebnis.nur hab ich den wurm erwischt bevor er mich erwischte auch in einem bach an einer tieferen stelle an der forellen leben.
der wurm ist ca 8cm lang und 5 bis 1 mm."
eindeutige Entwarnung: in deutschen Bächen und Flüssen lauern keine deratigen Würmer, die Sie "erwischen" wollen. Es ist aber sehr wohl möglich, in Gewässern diverse, für Menschen harmlose Wasserbewohner zu beobachten, auch Wurmähnliche.

Beste Grüsse

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Re WürmerParasiten

von Unbekannt , 20.08.09 14:49
es ist schon lange her, dass ich Biologie studierte, aber da haben wir gelernt, dass es solche wurmförmigen Parasiten gibt allerdings war dort von anderen Ländern die rede) - die Einheimischen würden sie Tag für Tag ein Stück weiter herrausziehen, indem sie ihn um ein Stöckchen wickeln jeden Tag ein bisschen mehr) - ich vermute, dass es sich hierbei aber wohl um etwas längere exemplare handelt. Also, dass ganze ist kein Scheiss - geh doch mal zu einem Tropenarzt oder so

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Re: WürmerParasiten

von Cyberdoktor , 20.08.09 17:02
Hallo,

" aber da haben wir gelernt, dass es solche wurmförmigen Parasiten gibt allerdings war dort von anderen Ländern die rede)"
klar, aber eben nicht in Deutschland, sondern in den Tropen.

Beste Grüsse

Ihr Cyberdoktor-Team

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Wurm am Fuss

von Unbekannt , 29.05.12 18:28
Hallo, ich bin am WE am Spremberger See beim Baden auf eine Muschel getreten und habe mir meinen Fuss aufgeschnitten. Hat sehr geblutet und als ich meinen Fuss angeschaut habe, hab ich auch bemerkt, dass ich in der Ferse einen dünnen langen schwarzen wurm im fuss hatte. mein freund hat ihn sofort rausgezogen und ins wasser geworfen. wurm war ca. 0,5mm dick und ca. 5-6cm lang, also, dass was zumindest rausgeguckt hat und gewackelt hat. Echt eklig. Was ist das nur? Wurde der vielleicht von meinem Blut nur angelockt?

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Re: Wurm am Fuss

von Cyberdoktor , 30.05.12 15:35
Hallo,

"dünnen langen schwarzen wurm...wurm war ca. 0,5mm dick und ca. 5-6cm lang, also, dass was zumindest rausgeguckt hat und gewackelt hat. "
ohne eine Inaugenscheinnahme des Tieres kann man allein aufgrund der Beschreibung keine Art bestimmen, eins aber ist sicher: in Deutschland gibt es keine Würmer, die sich in die menschliche Haut bohren. Das Ihnen zeitgleich zum Muschelunfall ein Blutegel auf der Haut gesessen hat, ist ebenfalls sehr unwahrscheinlich (Blutegel sind sehr selten, wesentlich dicker als ein Wurm und bevorzugen schlammige Gewässer mit viel Pflanzenwuchs). Es spielt aber so oder so keine Rolle, welcher Wasserbewohner da an Ihrem Fuss klebte, eine Gefährdung ist nur durch die Hautverletzung im Rahmen der durch die Muschelschale verursachten Schnittwunde (Verunreinigung der Wunde) vorstellbar. Günstig ist in solchen Fällen wie bei allen tieferen Schnittwunden ein bestehender Tetanusschutz und eine korrekte Wundversorgung.


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Beste Grüsse

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