| Medizinforen : Frauenheilkunde |
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Unbekannt (Unregistriert) 27/05/12 14:43 |
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Schwangerschaft aufgrund niedrig dosierter Pille? | Antwort schreiben |
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Guten Tag Ich nehme eine Mikropille mit 0.02mg Ethinylestradiol ein. Ich lese immer wieder, dass eine Pille mit weniger als 0.03mg Ethinylestradiol zu den schwachen Pillen zählt. Was bedeutet in diesem Zusammenhang schwach? Aufgrund welcher Tatsachen entscheidet der Frauenarzt, ob man eine stärkere oder schwächere Pille bekommt? Liegt ein Unterschied in der Verhütungsstärke vor? Falls nein, weshalb nehmen dann einige Frauen eine stärkere Pille ein, wenn sie genau gleich wirkt? Ich habe Anfang diesen Jahres mit der Pille angefangen. Der erste Zyklus verlief fehlerfrei. Im zweiten Zyklus habe ich die Pille zwei Mal vergessen und sie viel zu spät eingenommen (ca. 48Stunden nach der letzten Pille). Ich bekam dann auch sehr starke Blutungen, nahm die Pille trotzdem normal weiter ein und machte zum gewohnten Zeitpunkt die Pause. Ich hatte jedoch bis zu diesem Zeitpunkt NOCH NIE Geschlechtsverkehr. In der ersten Woche des dritten Zyklus (fehlerfrei) hatte ich dann zum ersten Mal Geschlechtsverkehr. Seither habe ich sie regulär eingenommen (mit maximal 5 Stunden Verspätung). Meine erste Regel nach dem dritten Zyklus (also nachdem ich das erste Mal Geschlechtsverkehr hatte), war sehr schwach und kurz. Normalerweise ist sie stark und hält mindestens 5 Tage an. Damals ging Sie 3 Tage und die Blutung war sehr sehr schwach. Ich habe mir nicht viel dabei gedacht. Die Pilleneinnahme erfolgte weiterhin regelmässig. Ich habe in der Zwischenzeit noch zwei weitere Male meine Regel bekommen, die Vorletzte war ebenfalls sehr schwach und kurz, die letzte jedoch wieder völlig normal (also sehr stark und langanhaltend). Mittlerweile mache ich mir aber trotzdem sehr grosse Sorgen. Ich leide seit ca. 2 Wochen an starker Übelkeit und gelegentlichen Schwindelanfällen. Ich habe in den letzten Wochen zugenommen und nehme trotz bewusster Ernährung und Sport kaum etwas ab. Mein Bauch fühlt sich blähartig an und sieht auch so aus, obwohl ich immer einen Flachen bauch hatte. Ich nehme nun seit 5 Monaten die Pille und hatte zu Anfang keine Probleme mit meinem Gewicht bzw. Heissunger. in den letzten Wochen jedoch schon. Man sagt ja, dass die Blutung, die man durch die Pilleneinnahme bekommt, keine echte Regel ist, sondern eine durch die Pille herbeigeführte Regelsimulation. Ist es möglich, dass ich meine Regel nur wegen der Pilleneinnahme bekommen habe und trotzdem schwanger bin? Dann wäre die Monatsblutung aber keine Garantie dafür, dass man nicht schwanger ist.. Da sie ja nur durch das Auslassen der Pille herbeigeführt wird. Sorgen machen mir vor allem die ersten beiden schwachen Blutungen. Es ist etwas über drei Monate her, seitdem ich diesen ersten Geschlechtsverkehr hatte. Schwindel, Übelkeit, Heisshungerattacken sind doch im dritten Monat normale Symptome einer Schwangerschaft? Kann es sein, dass ich aufgrund einer für mich zu niedrig dosierten Pille trotz Einnahme Schwanger bin? Und vielleicht die Fehler aus dem zweiten Zyklus etwas damit zu tun haben, insbesondere weil es sich um eine schwächere Pille handelt? Herzlichen Dank für Ihre Bemühungen in meinem Fall.. | |||
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Cyberdoktor (stranger) 31/05/12 16:42 |
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Re: Schwangerschaft aufgrund niedrig dosierter Pille? | Antwort schreiben |
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Hallo, "Ich nehme eine Mikropille mit 0.02mg Ethinylestradiol ein. Ich lese immer wieder, dass eine Pille mit weniger als 0.03mg Ethinylestradiol zu den schwachen Pillen zählt." ein schönes Beispiel dafür, dass die Wortwahl bei Medizinprodukten sehr wichtig ist und es häufig zu unnötigen Verunsicherungen bei Patienten kommt. Sowohl die Pillen mit 0.02mg als auch mit 0.03mg Ethinylestradiol zählen zu den niedrig dosierten Antibabypillen und werden daher auch als Mikropillen bezeichnet, um sie von den vor einigen Jahrzehnten üblichen Pillen mit höherem Hormongehalt (z.B. 0.05mg Östrogen) abzugrenzen. Mikropillen mit 0.02mg sind recht lange auf dem Markt und haben in Studien und in der Praxis eine mit den 0.03mg Mitteln vergleichbare Verhütungswirkung unter Beweis gestellt (siehe z.B. Endrikat J et al. 1997: "A twelve-month comparative clinical investigation of two low-dose oral contraceptives containing 20 micrograms ethinylestradiol/75 micrograms gestodene and 30 micrograms ethinylestradiol/75 micrograms gestodene, with respect to efficacy, cycle control, and tolerance." ). Mittlerweile gibt es sogar Mittel mit einem Hormongehalt von 0.015 mg Ethinylestradiol Sullivan H et al. 1999: "Effect of 21-day and 24-day oral contraceptive regimens containing gestodene (60 microg) and ethinyl estradiol (15 microg) on ovarian activity." . "Aufgrund welcher Tatsachen entscheidet der Frauenarzt, ob man eine stärkere oder schwächere Pille bekommt?" wenn der Arzt für den gewünschten Effekt (sichere Verhütung) eine möglichst geringe Arzneidosis verordnen möchte, greift er vermutlich zu einer Pille mit 0,02 mg. Wenn andere Aspekte (z.B. Zykluskontrolle, Hautzustand, Menstruationsbeschwerden) eine Rolle spielen, wird eine Pille mit 0,03 mg eingesetzt. "Liegt ein Unterschied in der Verhütungsstärke vor?" nein, siehe oben. "Falls nein, weshalb nehmen dann einige Frauen eine stärkere Pille ein, wenn sie genau gleich wirkt?" häufig wird Wert gelegt auf weitere Wirkungen der Pille, die mit steigenden Hormonwerten auftreten: z.B. positve Effekte bei Akne oder Haarausfall, reduzierte Menstruationsschmerzen (bei niedrigen Hormonspiegeln haben dagegen einige Frauen Zwischenblutungen). Man muss also je nach Einzelfall abwägen, ob man möglichst wenig Hormone geben möchte, oder sekundäre Effekte der Pille erwünscht sind, oft wird zunächst ein möglichst niedrig dosiertes Präparat verordnet und für einige Zyklen beobachtet, ob die Anwenderin sich damit wohlfühlt. "Im zweiten Zyklus habe ich die Pille zwei Mal vergessen und sie viel zu spät eingenommen (ca. 48Stunden nach der letzten Pille). Ich bekam dann auch sehr starke Blutungen, " Blutungen sind dann zu erwarten, eine Auswirkung der fallenden Hormonspiegel. Etablieren Sie ein festes Einnahmeritual, z.B. abends nach dem Zähneputzen, dann sinkt meist die Fehlerquote. "nahm die Pille trotzdem normal weiter ein und machte zum gewohnten Zeitpunkt die Pause." korrekte Vorgehensweise, siehe Pille vergessen (Häufige Fragen) . "In der ersten Woche des dritten Zyklus (fehlerfrei) hatte ich dann zum ersten Mal Geschlechtsverkehr. Seither habe ich sie regulär eingenommen (mit maximal 5 Stunden Verspätung)." =extrem sicherer Schutz. Volle Pillenwirkung. "Meine erste Regel nach dem dritten Zyklus (also nachdem ich das erste Mal Geschlechtsverkehr hatte), war sehr schwach und kurz. Normalerweise ist sie stark und hält mindestens 5 Tage an." typisch für viele Pillenanwenderinnen. Die Pille reguliert den Zyklus. Für viele Anwenderinnen eine positive Nebenwirkung. "Zwischenzeit noch zwei weitere Male meine Regel bekommen, die Vorletzte war ebenfalls sehr schwach und kurz, die letzte jedoch wieder völlig normal (also sehr stark und langanhaltend)." kann vorkommen, die Hormonwerte hängen auch von weiteren Faktoren wie körperliche Aktivität und Stress ab. "Mittlerweile mache ich mir aber trotzdem sehr grosse Sorgen. Ich leide seit ca. 2 Wochen an starker Übelkeit und gelegentlichen Schwindelanfällen." einfach einmal durch den Hausarzt klären lassen. "Man sagt ja, dass die Blutung, die man durch die Pilleneinnahme bekommt, keine echte Regel ist, sondern eine durch die Pille herbeigeführte Regelsimulation." ist eine Regel, gleicher Mechanismus wie bei natürlicher Periode: sinkende Hormonwerte führen zur Blutung. ![]() Menstruationszyklus: die Antibabypille hemmt die Eireifung und unterdrückt den Eisprung. Bild: Isometrik Creative Commons Attribution ShareAlike 3.0 License "Dann wäre die Monatsblutung aber keine Garantie dafür, dass man nicht schwanger ist.." bei einer Menstruation wird die Gebärmutterschleimhaut abgestossen (auch bei der Mens unter Pilleneinnahme), es kann dann keine Eizelle mehr eingenistet sein. "ich diesen ersten Geschlechtsverkehr hatte. Schwindel, Übelkeit, Heisshungerattacken sind doch im dritten Monat normale Symptome einer Schwangerschaft?" keine sicheren Anzeichen, Sie machen sich hier unnötige Sorgen, lassen Sie sich erneut vom Frauenarzt über die Pillensicherheit aufklären, Ihre Ängste zeigen einen Beratungsbedarf. "Kann es sein, dass ich aufgrund einer für mich zu niedrig dosierten Pille trotz Einnahme Schwanger bin?" Sie hatten den vollen Schutz, allerdings ist die Pille bei Betrachtung aller Anwenderinnen nie 100% sicher, normalerweise führen aber nur Anwendungsprobleme zu Schwangerschaften (z.B. wenn in einem Zyklus mit Einnahmefehler ein Verkehr stattfindet), siehe Wie sicher ist die Pille? . "Und vielleicht die Fehler aus dem zweiten Zyklus etwas damit zu tun haben, insbesondere weil es sich um eine schwächere Pille handelt?" spätestens nach sieben Pillen ist der Schutz wieder voll gegeben. Beste Grüsse Ihr Cyberdoktor-Team | |||
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