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Beitragstext:

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in Bezug auf:

Absender: Cyberdoktor
Betreff: Re: Beschäftigungsverbot Fachlabor für Kieferorthopädie?


Hallo,

"Ich bin jetzt in der 8. Woche schwanger"
Glückwunsch!

"Meine Chefin habe ich direkt darüber informiert das ich in anderen Umständen bin.
Sie hat geschockt darauf reagiert und hat sich alles andere als gefreut."
derartige Reaktionen kennen leider viele Schwangere. Einigen Chefs fehlt da offenbar die nötige soziale Kompetenz, es wird nur an Komplikationen für den Arbeitsablauf gedacht und die Tatsache, dass man sich eigentlich für die Schwangere freuen sollte, komplett verdrängt. Wenn der erste Schock nachgelassen hat, sind viele Arbeitgeber aber meist recht freundlich und auch zu Zugeständnissen bereit, man sollte ein klärendes Gespräch suchen.

" aber seitdem sie das weiß habe ich den Eindruck sie ist sehr abweisend und distanziert. Ich fühle mich wegen meiner Schwangerschaft irgendwie diskriminiert"
angesichts der Schilderung kann man wohl noch nicht von einer Diskriminierung sprechen, meist sind Chefs für einige Zeit angesäuert, fügen sich dann aber in das Unvermeidliche.

"Da es mir jetzt nicht sonderlich gut ging, bezüglich Übelkeit, Erbrechen und Kreislaufproblemen bin ich zuhause geblieben.
In dieser Zeit litt ich auch an schlimmen Alpträumen und Schlafstörungen.
Die seitdem ich zuhause bin aber schlagartig aufgehört haben."
diese Beschwerden treten bei vielen Schwangeren zu Beginn der Schwangerschaft auf, etwas Ruhe hilft oft, wir würden das nicht automatisch auf die Arbeitsumstände schieben. Im Einzelfall ist bei Übelkeit aber ein Beschäftigungsverbot möglich.

"Sie rief mich an um zu fragen warum ich denn so lange ausfalle und ob sie mir irgendetwas getan habe"
sehen Sie das positiv, immerhin sucht die Chefin das Gespräch.

"und ich diejenige sei die sich so verändert hat."
in der Frühphase der Schwangerschaft kommt es in der Tat zu einigen Umstellungen, die Schwangere ist oft weniger belastbar und empfindlicher, man sollte also nie ausschliessen, das man selbst auch zu Konflikten beiträgt.

"Dort habe ich viel mit Wasser, und Gips"
kein Problem.

" Sowie mit dem Streuen von Zahnspangen Orthocryl),
Kunststoffarbeiten im Sinne eines Anmischens von Kunststoffen sind problematisch, freiwerdenden Methylmethacrylat-Dämpfen oder Schleifstäuben sollten Schwangere sicherheitshalber nicht ausgesetzt werden.

"Drähten biegen"
nur ein Problem, wenn man sich dabei verletzen kann und eine getragene Spange aus dem Mund des Patienten bearbeitet (die ja potenziell mit Keimen besiedelt ist). An einer neu hergestellten Spange dürfen auch Schwangere nach Herzenslust biegen.

" und ZAHNABDRÜCKEN. Manche Patienten sind mit Hepatitis oder ähnlichem infiziert."
das geht vermutlich nicht (Biss- und Infektionsgefahr, fragen Sie den Frauenarzt, die Chefin kann Sie aber einfach von diesen Arbeiten befreien). Stellt die Chefin sich quer, wird der Arzt ein Beschäftigungsverbot aussprechen.[btt]

Beste Grüsse und Alles Gute, halten Sie uns auf dem Laufenden

Ihr Cyberdoktor-Team