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| Absender: Cyberdoktor Betreff: Re: Blutwerte - CRP 38.5 mg/l - bedenklich? Hallo, "seit gut 4 Wochen bin ich ständig bei meinem Hausarzt zu Blut- und Urinuntersuchungen: nachdem der CRP sich von 20.5 mg/l auf 35.8 mg/l Normwert ist hier: bis 6)innerhalb einer Woche erhöht hat" unser Normwert ist <5mg/l. Im Rahmen von Entzündungen bzw. Infektionen sind bestimmte Laborparameter häufig verändert – hierzu gehören insbesondere die sog. die Akute-Phase-Proteine (Eiweißstoffe im Blut ). Dabei handelt es sich um Eiweiße die im Rahmen von bestimmten Erkrankungen/Stressoren vom Organismus als Schutzreaktion gebildet werden. Sie sollen vor einer fortschreitenden Gewebezerstörung schützen, infektiöse Organismen zerstören und Reparaturprozesse anregen. ![]() C-reaktives Protein: 3D-Strukturmodell. Typisches Beispiel für ein Akute-Phase-Protein ist das sog. „C-reaktive Protein“ (CRP). In diesem Zusammenhang von Belang ist auch die sog. Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) - ein unspezifischer Labortest, der Hinweise auf mögliche Erkrankungen liefert. Eine deutliche Erhöhung der Blutsenkungsgeschwindigkeit kann ebenfalls für ein Vorliegen entzündlicher (infektiöser oder nichtinfektiöser) Erkrankungen sprechen. Als Normalwerte gelten für Männer 3-8 mm, für Frauen 6-11 mm (Ein-Stunden-Werte). Das C-reaktive Protein (CRP) reagiert, ähnlich wie die BSG, insbesondere auf Entzündungsprozesse. CRP kann je nach Ursache binnen weniger Stunden sogar bis auf den 1000fachen Wert ansteigen, Ihr Wert von 35 mg/l ist bei einem fortgesetzten Entzündungsgeschehen nicht weiter ungewöhnlich. "jetzt ein Differentialblutbild machen lassen und dabei sind folgende Werte herausgekommen: Neutrophile: 77.9%" gemeint sind die neutrophilen Granulozyten, diese gehören zu den weissen Blutkörperchen (den Leukozyten) und sind Abwehrzellen, bekämpfen also z.B. Bakterien. Die Namen haben sie von ihrer Anfärbbarkeit mit bestimmten Laborfarbstoffen. Es gibt entsprechend neutrophile, eosinophile und basophile Granulozyten. ![]() Blutzellen: Erythrozyt, Thrombozyt, Leukozyt. Bild: NCI Bei Infektionen und Entzündungen werden verstärkt Abwehrzellen, also die neutrophilen Granulozyten, aus dem Knochenmark freigesetzt, dann geht die Anzahl über die obere Normwertgrenze. Die Normwerte unterscheiden sich je nach Literatur und Labor. Unsere Normwerte liegen für stabkernige Neutrophile zwischen 1 und 5 Prozent, für segmentkernige Neutrophile zwischen 40 bis 70 Prozent (wir kennen die Normerte Ihres Labors nicht, für uns ist Ihr Wert aber auf keinen Fall eine dramatische Erhöhung). ![]() Blutausstrich: segmentkerniger neutrophiler Granulozyt. Bild: Commons, GNU Freie Dokumentationslizenz "Lymphozyten: 12.1%" Der Normbereich für Lymphozyten wird mit 20 bis 30 Prozent angegeben (wäre bei Ihnen also mässig erniedrigt), das kommt z.B. bei Infektionen vor, aber auch als Normvariante. "Eosinophile: 1.2%" Eosinophile Granulozyten spielen z.B. eine Rolle bei allergischen Reaktionen des Körpers, der Abwehr von Infektionen mit Würmern und anderen Parasiten, finden sich aber auch bei bestimmten Hauterkrankungen, bei beginnender Heilung von Infekten, und nach Insektenstichen. Normalerweise sind 1-4% aller Granulozyten eosinophil. "Basophile: 0.1%" Unser Normwert für basophile Granulozyten ist 0-1%. Basophile Granulozyten besitzen Rezeptoren für IgE-Antikörper, daher spielen auch sie möglicherweise eine Rolle bei der Parasitenabwehr. "Albumin 55.3%" Unsere Norm: 55%-64% "Alpha1-Globulin 5.0% " Unsere Norm: 2,5-4% "Beta-Globulin 14.3%" Unsere Norm: 8,3-12,5% Bei den drei letztgenannten Werten sehen wir keine bedeutenden Abweichungen. "die Thrombozyten sind mit 200 Tsd/µl okay oder?" Thrombozyten (Blutplättchen) sind scheibenförmige, zellähnliche Blutbestandteile und spielen eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung. Unsere Normwerte für Thrombozyten sind 150-400 G/l (150000-400000/mm3) " Urin war auch ohne Befund." wichtig, das dies auch geprüft wurde. Eine Bewertung der gewiss nicht dramtisch veränderten Werte gelingt nur in Relation zu den sonstigen Laborergebnissen und Kenntnis des individuellen Gesundheitszustandes - also durch den behandelnden Arzt. "Mein Arzt klang besorgt, sagte mir aber 3mal er wolle mir keine Angst machen" angesichts dieser undramatischen Werte sehen wir keinen Grund zur Besorgnis, nur zur Kontrolle durch den Internisten. Schreiben Sie uns, was der Internist sagt, wir freuen uns immer über Feedback. Beste Grüsse und Alles Gute, halten Sie uns auf dem Laufenden Ihr Cyberdoktor-Team |