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| Absender: Cyberdoktor Betreff: Re: Milcheiweißunverträglichkeit Liebe Margit, eine Milcheiweißunverträglichkeit (Kuhmilchallergie, Milchallergie) muß von einer Milchzuckerunverträglichkeit (Laktoseintoleranz , dies ist keine Allergie!)abgegrenzt werden. Beide können zwar ähnliche Symptome verursachen, Ursachen und die Therapie sind aber unterschiedlich. Zunächst einige Infos zur Kuhmilchallergie: Eine Milchallergie ist meist auf ein speziell in Kuhmilch enthaltenes Eiweiß zurückzuführen. Das Immunsystem erkennt hier bestimmte Eiweisse aus der Milch als bekämpfungswürdige Fremdkörper und startet einen Abwehrkampf, der zu den typischen Allergiesymptomen führt (Neben Erbrechen und Durchfall auch Juckreiz oder Hautausschläge). Die Haupttherapie besteht für die Betroffenen in einer Vermeidung aller Kuhmilchprodukte. Ziegen- und Schafmilchprodukte sind dagegen meist verträglich und geeignet den Calciumhaushalt aufzufüllen. Dies kann zusätzlich auch über Obst und Fruchtsäfte geschehen. Für Säuglinge kann eine HA (Hypoallergene) Milch gewählt werden, in der die Eiweisse so verändert sind, dass eine Allergie meist nicht auftritt. Kuhmilch kann enthalten sein in: Milch, Käse und Käsezubereitungen, Trockenmilch, Pudding, in Mixgetränken, Kakao, in Süßspeisen, Kaffeeweißer, Kondensmilch, Sahne, Sauerrahm, Dickmilch, Kefir, Joghurt, Molke, Quark, Brot- und Kuchenbackmischungen, in Milchbrötchen, Waffeln, Kuchen, in Pizza, Tiefkühlfertiggerichten, Konserven, Tiefkühlzubereitungen, Süßigkeiten, Fleischprodukten, Soßen, Instantsuppen, Kartoffelpulver, Mayonaise, Butter und Margarine. Diese Liste läßt sich noch weiter aufgliedern. Betroffene müssen die Etiketten der Lebensmittel genau studieren. Leider ist auf diesen jedoch nicht jeder Inhaltsstoff aufgeführt, denn nach der deutschen Gesetzgebung müssen Inhaltsstoffe von sog. Lebensmittelzusatzstoffen nicht aufgeführt werden, wenn sie nicht mehr als 25% des zugesetzten Stoffes ausmachen. Abhilfe können hier u.a. Bioläden und Reformhäuser schaffen. Glücklicherweise aber gibt es auch "Ersatzlebensmittel" wie Schaf-, Ziegen und Mandelmilch sowie Sojapräparate. Unbedingt sollte man sich vom behandelnden Kinderarzt ausführlich beraten lassen und an einer Ernährungsberatung teilnehmen. Eltern sollten aber nicht verzweifeln, die meisten Kinder mit Kuhmilchallergie vertragen nach einigen Jahren doch noch wieder Milch. Nun zur Abgrenzung eine Erläuterung der Milchzuckerunverträglichkeit (Laktoseintoleranz, keine Allergie): Milchzucker (Laktose, Lactose) als wird bei Gesunden im Dünndarm durch das Enzym Laktase in die Zucker Glukose und Galaktose gespalten, die dann im Dünndarm vollständig resorbiert (ins Blut aufgenommen) werden. ![]() Milchzucker: wird unter Lactaseeinwirkung zu Glucose und Galktose gespalten. Bild: GNU Freie Dokumentationslizenz Ursache für die Milchzuckerunverträglichkeit ist meist das Fehlen oder die unzureichende Produktion des Verdauungsenzyms Laktase. Wird der Zucker nicht von Laktase gespalten, dient er Darmbakterien als Nährsubstrat. Es entstehen große Mengen an Gasen, es kommt zu Blähungen, Durchfall, Übelkeit. Die Erkrankung tritt meist eher bei Erwachsenen auf, bei denen die Enzymaktivität langsam nachlässt. Ein Laktasemangel bei einem Säuglings wäre sehr selten und vermutlich eine vererbte Erkrankung. Auch Frühgeborene können unter einem vorübergehenden Laktasemangel leiden und Probleme mit der Laktose in der Muttermilch haben. Milchprodukte müssen bei der Milchzuckerunverträglichkeit nicht in jedem Fall komplett gemieden werden, man kann sich das an Verträglichkeitsgrenzen herantasten und bestimmte Produkte auf die Verträglichkeit testen. Z.B. haben sehr reife Käse (Schnittkäse und Hartkäse wie z.B. Parmesan) nach einigen Monaten Reifezeit nur noch einen sehr geringen Lactosegehalt, denn bei der Reifung des Käses wird die Laktose in harmlose Milchsäure umgewandelt. Es gilt also: je älter ein Käse, desto kleiner ist der Laktosegehalt, man kann die Verträglichkeit einfach ausprobieren. Es gibt auch Käse, die ausdrücklich als laktosefrei verkauft werden. Mit freundlichen Grüßen, Ihr Cyberdoktor-Team |