Die Ausstattung einer Reiseapotheke ist abhängig von Reiseziel und -zweck, von der Reisedauer und vom eventuellen Vorliegen individueller Grunderkrankungen. Oftmals ist die Ausstattung einer Reiseapotheke zu reichhaltig gewählt. Bei Reisen in touristisch erschlossene Länder sind ggf. erforderliche Medikamente meist problemlos vor Ort zu erhalten.
Fernreise: nicht ohne Reiseapotheke.Bild: Sara Haj-HassanSollten Sie dagegen Reisen in Regionen mit niedrigem Hygienestandard und geringer medizinischer Infrastruktur planen, ist ein intensiver Bevölkerungskontakt (z.B. Mitarbeit in Gesundheitsprojekten) absehbar, bestehen zusätzliche regionale (z.B. Malaria) oder individuelle (z.B. Diabetes mellitus) Gesundheitsrisiken, ist eine entsprechende individuelle Anpassung der Reiseapotheke erforderlich.
Beachten Sie bitte auch eine eventuelle Beeinflussung der Medikamenten-verfalldauer und Medikamentenwirkung durch unterschiedliche klimatische Verhältnisse (z.B. Verdunsten der Wirkstoffe von Medikamentenlösungen, Schmelzen von Zäpfchen, etc.).
Bitte denken Sie daran, dass ggf. erforderliche Grundmedikationen (z.B. Insulin, Blutdruckmedikamente), ebenso wie Medikamente gegen die Reisekrankheit in das Handgepäck, nicht in den Koffer gehören.
Risikoreisen
Bei Reisen in Länder mit niedrigem Hygienestandard und geringer medizinischer Infrastruktur empfiehlt sich die Erweiterung der Reiseapotheke um zusätzliche Sanitätsartikel, wie Einmalspritzen, Kanülen, Einmalskalpelle, Nahtmaterial, etc.. Hintergrund ist eine Vermeidung von, durch unzureichend desinfizierte Behandlungsmaterialien im Rahmen der vor-Ort-Behandlung übertragene, Infektionen (z.B. Hepatitis B, HIV).
Im Falle weiterer regionaler Risiken, wie z.B. ein Malariarisiko, Gefahr von Schlangenbissen, sollte die Verfügbarkeit erforderlicher Medikamente gewährleistet sein. Anhand der gewählten Beispiele bedeutet dies ein Vorhandensein von Medikamenten zur Therapie einer Malariainfektion, bei Gefahr von Schlangenbissen die Bereithaltung entsprechender Antidote.
Individuelle Erkrankungen (z.B. Diabetes mellitus) erfordern zusätzlich zur Reiseapotheke das Mitführen der erforderlichen Grundmedikation und entsprechender Hilfsmittel in ausreichender Anzahl (z.B. Blutzuckerteststreifen, Blutzuckermessgerät), ebenso wie die Ergänzung der Reiseapotheke um ggf. erforderliche Notfallmedikamente (Glucagon gegen den hypoglycämischen Schock, Cortison zur Abschwächung allergischer Reaktionen).
Vor Ausstattung der Reiseapotheke
Sollten Sie sich im Hinblick auf im gewählten Reiseland eventuell bestehende gesundheitliche Risiken und diesbezüglich einzuleitende Massnahmen nicht absolut sicher sein, ist eine ärztliche Beratung vor Antritt der Reise in jedem Fall anzuraten.
Vor Risikoreisen ist eine Vorstellung beim Reisemediziner zur individuellen Risikoabklärung und ggf. Verordnung einer erforderlichen Schutzimpfung bzw. Medikation unerlässlich. Dabei bedenken Sie bitte, dass in der Regel spätesten vier Wochen vor Reisebeginn mit der Duchführung von Schutzimpfungen, eine Woche vorher auch mit der Einnahme einer möglicherweise erforderlichen Malariamedikation begonnen werden muss.
Bitte überprüfen Sie auch Ihren Impfpass auf Gültigkeit und Vollständigkeit der generell empfohlenen Schutzimpfungen, bzw. wenden Sie sich zur Durchführung derselben an Ihren Hausarzt und / oder einen Reisemediziner, bei einer Geschäftsreise auch an Ihren zuständigen Betriebsarzt.
Empfehlenswert ist die Berücksichtigung der Tatsache, dass bei einer infolge eines nicht ausreichenden Impfschutzes z.B. aufgetretener Tetanus- oder Gelbfieberinfektion, auch die beste Reiseapotheke nicht wesentlich weiterhilft. Spätestens dann ist nur noch eine Reiserückholversicherung, gelegentlich auch nur der rechtzeitig getätigte Abschluss einer Lebensversicherung zur Hinterbliebenenversorgung hilfreich.
Fazit - vor Risikoreisen zum Reisemediziner.
In die kleine Reiseapotheke gehören:
-ein
Medikament gegen Durchfall
-ein
Medikament gegen Übelkeit und Erbrechen
-ein breit wirksames Antibiotikum
-ein Medikament gegen Pilzerkrankungen
-Nasentropfen
-leichte Schmerztabletten (z.B. Paracetamol oder Acetylsalicylsäure)
-ein Mittel gegen Insektenstiche, Brandsalbe
-Insektenabweisende Mittel (z.B.
mückenabweisende Öle, Räucherspiralen)
-Tabletten/Pflaster gegen Reisekrankheit
-ein wasserabweisendes Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor
-Wundpflaster verschiedener Größen
-elastische Binden
-Mullbinden
-Kompressen
-Leukoplast
-ein elektronisches Fieberthermometer
-eine Schere
-eine Pinzette / Splitterpinzette
-Einmal-Handschuhe
-ggf. Verhütungsmittel (Kondome)
-Mitnahme der bei chronischen Krankheiten erforderlichen Medikamente
In die grosse Reiseapotheke gehören:
-ein
Medikament gegen Durchfall
-ein Medikament gegen Übelkeit und Erbrechen
-ein breit wirksames Antibiotikum
-ein Medikament gegen Pilzerkrankungen
-Augentropfen gegen Bindehautentzündung
-Nasentropfen
-ein Mittel gegen Insektenstiche, Brandsalbe
-Insektenabweisende Mittel (z.B. mückenabweisende Öle, Räucherspiralen)
-Tabletten/Pflaster gegen Reisekrankheit
-Salbe/Gel bei Prellungen und Verstauchungen
-Elektrolytfertiglösung/Elektrolytpulver zum Flüssigkeitsersatz
(ggf. mit entsprechender geschmacklicher Ausrichtung für Kinder)
Alternativ: Schwarzer Tee mit einem Teelöffel Salz und zehn Teelöffeln
Zucker, besser Traubenzucker, pro Liter
-Wundpflaster verschiedener Größen
-elastische Binden
-Mullbinden
-Kompressen
-Leukoplast
-leichte Schmerztabletten (z.B. Paracetamol oder Acetylsalicylsäure)
-ein elektronisches Fieberthermometer
-eine Schere
-eine Pinzette / Splitterpinzette
-Einmal-Handschuhe
-ein Einwegskalpell
-verschiedene Einwegspritzen (1x1ml, 2x5ml, 1x10ml)
-sechs Kanülen für intramuskuläre Injektionen
-Nahtmaterial (mit eingeschweißtem Faden, Größe 18 und 25)
-Steri-Strips zur Schnittwundenbehandlung
-Sicherheitsnadeln
-Dreiecktuch
-wasserabweisendes Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor
-Hautdesinfektionsmittel/Alkoholtupfer
-ggf. Wasserentkeimungsmittel
-ggf. Verhütungsmittel (Kondome)
-ggf. Antidot (z.B. gegen Schlangengift)
-Mitnahme der bei chronischen Krankheiten erforderlichen Medikamente
Ausserdem zu beachten:
Brillenträger: Ersatzbrille
Zahnprothesenträger: Haftcreme
Hörgeräteträger: Ersatzbatterien
Diabetikerzusatzequipment:
-Erforderliche
Blutzuckermedikation in ausreichender Menge
-Glucagon (Injektionslösung) zur Behandlung des Hypoglykämischen
Schocks -Blutzuckerteststreifen
-Blutzuckermessgerät
-Ersatzbatterien für BZ-Meßgerät
-BZ-Protokollheft und Stift
-Diabetikerausweis
-Pen (inkl. Ersatzpen) und Pen-Nadeln
-Insulinspritzen und Nadeln
-Stichlanzetten
-Traubenzucker, Obstsaft
-Müsliriegel, Keks, Knäckebrot, etc.
-In heißen Ländern: Kühlvorrichtung für Insulin (Kühlbox, Styropor-Behälter)
-Fußpflegemittel
Allergikerzusatzequipment:
-Antihistaminika
(Tabletten und Gel)
-Cortisonampullen (Prednisolon) Gesamtmenge 1000 mg
-ggf. venöse Venenzugänge
-Allergieausweis