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Arbeits- und Umweltmedizin

Paroxetin, Mirtazapin: wie lange nachweisbar (Beamtenanwärter)?

von Unbekannt , 29.06.15 21:10
Sehr geehrte Mitleser, liebes Cyberdoktor-Team,

Nach Abschluss meines Referendariats muss ich erneut zur amtsärztlichen Untersuchung, um meine Eignung für die Verbeamtung auf Lebenszeit im Grundschullehramt festuzustellen. Bei der ersten Untersuchung vor dem Referendariat habe ich angegeben, dass ich zehn Jahre zuvor eine zweijährige, abgeschlossene Therapie beim Psychologen gemacht hatte, woraufhin die Ärztin mich nur für die Verbeamtung auf Widerruf bis zum Ende der Referendariats empfahl, mit der Anmerkung, dass im Referendariat nichts mehr in die Richtung passieren dürfe.

Nun nehme ich seit ca. einem Jahr täglich 30 mg Paroxetin und 30 mg Mirtazapin. Bei der Untersuchung muss ich angeben, ob ich regelmäßig Medikamente einnehme. Um dies verneinen zu können, setze ich die Medikamente zwei Wochen bis zur Untersuchung aus, da ich mir auf keinen Fall dadurch den Berufseinstieg verbauen möchte.

Meine Frage ist nun, ob nach zweiwöchiger Abstinenz die Medikamente noch beim Bluttest nachweisbar sind.

Über jegliche Hilfe wäre ich sehr dankbar.

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Re: Paroxetin, Mirtazapin: wie lange nachweisbar (Beamtenanwärter)?

von Cyberdoktor , 30.06.15 11:16
Hallo,

"Bei der ersten Untersuchung vor dem Referendariat angegeben, dass ich zehn Jahre zuvor eine, abgeschlossene Therapie beim Psychologen hatte...Ärztin nur Verbeamtung auf Widerruf bis zum Ende der Referendariats empfahl"
korrekte Vorgehensweise, bei Beamten gelten besonders strenge Regeln.

"Nun nehme ich seit ca. einem Jahr täglich 30 mg Paroxetin und 30 mg Mirtazapin. Bei der Untersuchung muss ich angeben, ob ich regelmäßig Medikamente einnehme. Um dies verneinen zu können, setze ich die Medikamente zwei Wochen bis zur Untersuchung aus"
über diese Vorgehensweise kann ein Beamtenanwärter die Frage nicht verneinen! Sie haben bis unmittelbar vor der Untersuchung Medikamente eingenommen, das zeitnahe Absetzen ändert daran nichts. Ausserdem müsste man ohnehin auch den Anlass für die Einnahme angeben, das gehört in die Auflistung von Krankheiten.

Ein Einnahmestopp muss auch unbedingt mit dem behandelnden Arzt angesprochen werden, je nach Einzelfall drohen bei einem plötzlichen Absetzen Nebenwirkungen.

"ob nach zweiwöchiger Abstinenz die Medikamente noch beim Bluttest nachweisbar sind."
nein, es wird kein Medikamenten oder Drogentest durchgeführt.

Beamte haben eine besondere Treuepflicht, die zur Verordnung führende Erkrankung und auch die Einnahme können normalerweise nicht verschwiegen werden, reden Sie mit dem behandelnden Arzt. Siehe auch Einstellungsuntersuchung Betriebsarzt: Depressionen, psychische Erkrankungen? und Verbeamtung auf Probe - abgeschloessene Psychotherapie .

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Re: Paroxetin, Mirtazapin: wie lange nachweisbar (Beamtenanwärter)?

von Unbekannt , 30.06.15 18:14
Hallo und besten Dank schonmal für die Antwort.

Wenn ich nun aber angebe, dass ich die Medikamente seit einem Jahr nehme, dann wird der Amtsarzt mich doch sicher nicht für die Verbeamtung empfehlen.

Meine Depression hat allein mit familiären Problemen zu tun. Durch die Einnahme der Medikamente hat sich mein Zustand vollständig stabilisiert. Die Krankheit hatte nie Auswirkungen auf meinen Beruf und auch hat der Beruf selbst mit dieser nichts zu tun. Im Gegenteil - Unterrichten ist das, was mich glücklich macht.

Ich weiß diesbezüglich einfach nicht weiter. Das Lehramt ist mein Traumberuf seit ich fünfzehn war. Ich habe während der Ausbildung immer alles gegeben und mein Studium erfolgreich und mit guten Noten abgeschlossen, ebenso das Referendariat. Wenn ich nun aufgrund der Nicht-Empfehlung des Amtsarztes meine Anstellung nicht wahrnehmen kann, so stehe ich vor dem existentiellen Abgrund. Das hieße nicht nur, dass ich meinen Traumjob nicht machen könnte, sondern auch, dass mein Studium und die anschließende Ausbildung im Grunde für die Katz waren, da ich damit keine anderen Optionen habe, als in diesem Berufsfeld zu arbeiten. Ich weiß einfach nicht, was ich machen soll.

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Re: Paroxetin, Mirtazapin: wie lange nachweisbar (Beamtenanwärter)?

von Cyberdoktor , 01.07.15 13:23
Hallo,

"Wenn ich nun aber angebe, dass ich die Medikamente seit einem Jahr nehme, dann wird der Amtsarzt mich doch sicher nicht für die Verbeamtung empfehlen."
Bedenken sind möglich, es kommt aber auch darauf an, wie die behandelnden Ärzte den Verlauf einschätzen, es sollte eine Beurteilung erstellt werden.

"Meine Depression hat allein mit familiären Problemen zu tun. Durch die Einnahme der Medikamente hat sich mein Zustand vollständig stabilisiert. Die Krankheit hatte nie Auswirkungen auf meinen Beruf"
wenn das die Ärzte auch so sehen, ist eine Beamtenlaufbahn nicht ausgeschlossen.

"Ich weiß diesbezüglich einfach nicht weiter."
reden Sie dringend mit Ihrem Therapeuten, fragen Sie nach, wie er die Situation einschätzt. Normalerweise kommt man um eine Offenlegung nicht herum, für Beamte kann das Verschweigen ernste Konsequenzen haben, siehe die oben verlinkten Themenblöcke. Berichten Sie hier bitte über den weiteren Verlauf, Sie helfen damit auch anderen Bewerbern (oft melden sich die Fragesteller leider nicht mehr).

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